Meldungsdatum: 03.05.2021

Wettbewerbsentwürfe für Quartiersplatz Hafenstraße prämiert

Die Bewohner der Unterneustadt wünschen sich einen öffentlich nutzbaren Platz mit Aufenthaltsqualität. Möglichkeiten der Realisierung hat jetzt ein freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb zur Umgestaltung des Platzes vor der Unterneustädter Kirche aufgezeigt. Sieben Planungsbüros hatten sich mit dem „Quartiersplatz Hafenstraße“ auseinandergesetzt.

Eine Jury hat jetzt zwei erste Preise an Büros aus Berlin und Dresden vergeben. Deren Entwürfe werden jetzt weiterbearbeitet, voraussichtlich Ende Juni soll die endgültige Entscheidung getroffen werden.

 

Im Beteiligungsprozess zum Entwicklungskonzept Kasseler Osten wurde deutlich, dass die Mitte des Stadtteils zwar durch den Unterneustädter Kirchplatz klar gekennzeichnet ist, dieser sich aber nicht zum längeren Aufenthalt oder für Veranstaltungen eignet. So wurde der Wunsch laut, im Stadtteil einen öffentlichen Ort zu schaffen, der mehr Möglichkeiten für das Quartier bietet. Vor der Unterneustädter Kirche wurde die größte Chance für eine Umsetzung gesehen und die Gestaltung einer Platzfläche dort zur zentralen Fragestellung im vorliegenden Wettbewerb.

 

Die Entwürfe zeigen in unterschiedlichen Varianten, wie durch die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs Hafenstraße/Wallstraße und Pulvermühlenweg ein Quartiersplatz entstehen kann, der als Treff- und Aufenthaltspunkt für die Bewohner aber auch für stadtteilbezogene Veranstaltungen genutzt werden kann.

 

Das Preisgericht hat am 22. April 2021 unter Vorsitz des Kasseler Landschaftsarchitekten Michael Triebswetter zwei erste Preise an die Planungsbüros Mettler Landschaftsarchitekten aus Berlin und RSP Freiraum GmbH aus Dresden vergeben und eine Überarbeitung der Entwürfe empfohlen. Beide Arbeiten zeigen sehr unterschiedliche Lösungsansätze und zeichnen sich durch den kreativen Umgang mit den in der Auslobung benannten Rahmenbedingungen aus.

 

Hierbei waren die Berücksichtigung der denkmalgeschützten Unterneustädter Kirche, der vorhandenen Verkehrsbeziehungen, der Erhalt der bestehenden Beuys-Bäume in der Hafenstraße, als auch der Umgang mit den vorhandenen Parkplätzen eine große Herausforderung. Ebenso sollten sich die Teilnehmer mit den zunehmend wichtigen Themen der Klimaanpassung auseinandersetzen und Aussagen zu Hitzebewältigung, Wasserrückhaltung und CO2-Vermeidung machen. „Bei jeder Um- und Neubauplanung müssen wir uns fragen, inwieweit Anpassungsstrategien an die veränderten Umstände berücksichtigt werden können, denn alle kleinen Schritte helfen, die Lebensqualität unserer Stadt zu erhalten,“ sagt Dr. Anja Starick, Leiterin des Umwelt- und Gartenamtes.

 

Die Fläche im Vorfeld der Unterneustädter Kirche durfte gedanklich als Ideenteil mit in die Planung einbezogen werden, auch wenn eine Realisierung im Augenblick noch nicht vorgesehen ist. Jedoch steht der Kirchenvorstand der Idee offen gegenüber, sich auch räumlich zum Stadtteil zu öffnen. Die Platzgestaltung sollte aber auch ohne die kircheneigenen Flächen funktionieren. Als weiterer Ideenteil war die Gestaltung des Platzes mit seinem Anschluss in der Hafenstraße bis zum Unterneustädter Kirchplatz darzustellen.

 

Vor einer endgültigen Entscheidung sollen die die Planungsbüros eine genauere Prüfung der Machbarkeit und des erforderlichen Kostenaufwands in der vertiefenden Bearbeitungsphase ermitteln. Das Preisgericht wird dazu voraussichtlich Anfang Juni erneut zusammentreten.

 

Der Wettbewerb wird durch die Städtebauförderung im Programm ‚Wachstum und nachhaltige Erneuerung‘ unterstützt, die für Wettbewerbsverfahren, als baukulturelle Maßnahmen, ein gesondertes Finanzkontingent zur Verfügung stellt. „Durch das Ausschöpfen der Möglichkeit, mit der Städtebauförderung Planungswettbewerbe durchzuführen, bekommen wir ein großes Angebot an unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten, wodurch für die Realisierung eine hohe gestalterische, als auch funktionale Qualität des öffentlichen Raumes entsteht. Auch die Ergebnisse dieses Wettbewerbs zeigen, dass der Aufwand solcher Verfahren in jedem Fall lohnend und gerechtfertigt ist,“ unterstreicht Stadtbaurat Christof Nolda.

 

Auch die Realisierung der Platzgestaltung soll mit Hilfe der Städtebauförderung erfolgen. Das Wettbewerbsergebnis wird die Grundlage für den Förderantrag in 2022 darstellen. Wenn das Projekt genehmigt wird und die Koordination mit den städtischen Maßnahmen gelingt, könnte bereits ab Ende 2023 mit dem Bau begonnen werden.

 

Insgesamt wurden Preisgelder in Höhe von 25.000 Eurovergeben. Das Preisgericht einigte sich darauf, das Preisgeld des ersten und zweiten Preises gleichmäßig auf die beiden Gewinner aufzuteilen, so dass sie je 10.000 Euro erhalten. Der Dritte Preis, mit 5.000 Euro dotiert, geht an die Planungsgemeinschaft Landschaft + Freiraum GbR aus Kassel in Zusammenarbeit mit dem Büro Critical Design Studio aus Kadikoy (Istanbul).

 

Leider kann wegen der Pandemie keine Wettbewerbsausstellung im klassischen Sinne durchgeführt werden, die Arbeiten sind aber ab dem 3. Mai ab 18 Uhr in einer digitalen Ausstellung auf der Webseite www.wb-quartiersplatz-hafenstrasse.de/ zu begutachten. Ebenso werden die Beiträge der Preisträger ab 8.Mai, dem Tag der Städtebauförderung, am Platz selbst und in den Fenstern am neu eingerichteten Stadtumbaubüro, Leipziger Straße 15, zu sehen sein.

Pressekontakt: Michael Schwab


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Erster Preis für das Planungsbüro Mettler Landschaftsarchitekten aus Berlin

©  Mettler Landschaftsarchitekten Berlin/Stadt Kassel
Erster Preis für das Planungsbüro Mettler Landschaftsarchitekten aus Berlin

Einer der beiden ersten Preise geht an das Planungsbüro Mettler Landschaftsarchitekten aus Berlin.


Erster Preis für das Planungsbüro RSP Freiraum GmbH aus Dresden

©  RSP Freiraum GmbH Dresden/Stadt Kassel
Erster Preis für das Planungsbüro RSP Freiraum GmbH aus Dresden

Einer der beiden ersten Preise geht an das Planungsbüro RSP Freiraum GmbH aus Dresden.