Meldungsdatum: 12.10.2021

Neuzugänge im Städtischen Museum: Kostbare Skulpturen ergänzen die Sammlung

Das Städtische Museum hat sechs Skulpturen und Plastiken als Dauerleihgabe von LETTER Stiftung erhalten. Dr. Bernd Ernsting, Vorstandsmitglied der in Köln ansässigen Stiftung, übergab kürzlich Museumsdirektor Dr. Peter Joch die kostbaren, zwischen 1901 und 1929 entstandenen Bildwerke. Die Kunstwerke aus Bronze und Gips ergänzen die Bestände des Museums und sind ab sofort im zweiten Obergeschoss des Hauses am Löwenwall zu besichtigen. „Dank der großzügigen Leihgaben können wir unsere eigenen Bestände noch besser in einen größeren kunsthistorischen Kontext einbinden und die Entwicklung und Vielfalt der Bildhauerkunst um 1900 aufzeigen“, freut sich Dr. Joch. 

In der Schausammlung ergeben sich neue und spannende Nachbarschaften. So trifft Adolf von Hildebrands Bildniskopf der Hildegard von Veltheim (1917) auf gemalte Bildnisse der Kunstvermittlerin Galka Scheyer (um 1914/1919) und Charlotte Gmelin-Wilke (1928). „Die Gegenüberstellung schärft den Blick auf verschiedene künstlerische Tendenzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts, aber auch auf unterschiedliche Lebensentwürfe damals lebender Frauen“, erläutert der Kurator der Kunstsammlung, Dr. Andreas Büttner. Bernhard Hoetgers strenger Mädchenkopf aus terrakottafarben gefasstem Gips (um 1913) blickt dagegen auf Werke der Worpsweder Künstlerkolonie, zu der der Bildhauer enge Kontakte pflegte. 

Mit dem „Arbeiter“ des belgischen Bildhauers George Minne (1911) ist nunmehr ein Hauptwerk des eng mit Auguste Rodin und Constantin Meunier verbundenen Künstlers in Braunschweig zu studieren. „Thematisch würde dieses Kunstwerk auch hervorragend in die neue Abteilung zur Braunschweiger Industriegeschichte passen, die wir in wenigen Monaten im Altstadtrathaus eröffnen werden“, weiß Joch zu berichten. 

Die übrigen drei Leihgaben ergänzen den Überblick über die Vielfalt der Bildhauerkunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Hugo Lederers „Fechter“ (1901) kontrastiert mit Gottlieb Elsters „Eva“ (1909), während der „Fischotter“ von Max Esser (um 1925) ein hervorragendes Beispiel für die Tierplastik ist. 

LETTER Stiftung, gegründet 1993, widmet sich der Erforschung der deutschen Bildhauerkunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der Graphik um 1900. Ihre reiche Kunstsammlung stellt die Stiftung Museen als Dauerleihgaben und für Ausstellungen zur Verfügung. Darunter finden sich so renommierte Institutionen wie das Deutsche Historische Museum und die Alte Nationalgalerie in Berlin, die Skulpturensammlung der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden, die Hamburger Kunsthalle, die Staatliche Kunsthalle in Karlsruhe, das Wallraf-Richartz-Museum in Köln, das Museum der bildenden Künste Leipzig oder das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. Die Gewährung der Leihgabenwünsche versteht Joch als Ausdruck der Anerkennung der Qualität der Sammlungen und der Arbeit des Städtischen Museums Braunschweig. 

Das Städtische Museum, Haus am Löwenwall, Steintorwall 14, ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro für Erwachsene, Ermäßigung (für Schüler, Studierende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung, Rentner sowie Inhaber des Braunschweig Passes) 2,50 Euro; Kinder von sechs bis 16 Jahre zahlen 2 Euro; Schulklassen und Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt. Das Städtische Museum ist uneingeschränkt barrierefrei. 

Das Städtische Museum nimmt teil an der MuseumsCard der Braunschweiger Museen. Sie ermöglicht einmalig freien Eintritt sowie dauerhaft ermäßigten Eintritt bei Folgebesuchen für ein Jahr in den sieben größten Museen Braunschweigs. Die Museumscard kostet 22 Euro und ist auch im Städtischen Museum erhältlich. Alle Infos unter www.braunschweig.de/museumscard.

 

 


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Adolf von Hildebrands Bildniskopf der Hildegard von Veltheim (1917)

©  Städtisches Museum Braunschweig/Foto: Dirk Scherer
Adolf von Hildebrands Bildniskopf der Hildegard von Veltheim (1917)


Bernhard Hoetgers Mädchenkopf aus terrakottafarben gefasstem Gips (um 1913)

©  Städtisches Museum Braunschweig/ Foto: Dirk Scherer
Bernhard Hoetgers Mädchenkopf aus terrakottafarben gefasstem Gips (um 1913)

Bernhard Hoetgers Mädchenkopf aus terrakottafarben gefasstem Gips (um 1913) wird von Res-tauratorin Garnet Rösch-Meier untersucht.


„Fischotter“ von Max Esser (um 1929)

©   Städtisches Museum Braunschweig/Foto: Dirk Scherer
„Fischotter“ von Max Esser (um 1929)

Museumsdirektor Dr. Peter Joch, Restauratorin Garnet Rösch-Meier, Kurator der Kunstsammlung Dr. Andreas Büttner schauen sich noch einmal den „Fischotter“ von Max Esser (um 1929) an, bevor die Glashaube über den Sockel kommt.


Der „Arbeiter“ des belgischen Bildhauers George Minne (1911)

©  Städtisches Museum Braunschweig/Foto: Dirk Scherer
Der „Arbeiter“ des belgischen Bildhauers George Minne (1911)


Hugo Lederers „Fechter“ (1901)

©  Städtisches Museum Braunschweig/Foto: Dirk Scherer
Hugo Lederers „Fechter“ (1901)


Gottlieb Elsters „Eva“ (1909)

©   Städtisches Museum Braunschweig/Foto: Dirk Scherer
Gottlieb Elsters „Eva“ (1909)