Meldungsdatum: 02.12.2021

Vogelgrippe: Veterinäramt appelliert eindringlich die Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten

Die Gefahr eines Eintrages der Vogelgrippe in Geflügelhaltungen ist derzeit wieder hoch. Seit Mitte Oktober 2021 wird das Virus wieder vermehrt bei Wildvögeln festgestellt, insbesondere in den Küstenregionen von Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Zwischenzeitlich ist es auch zu Ausbrüchen in Hausgeflügelbeständen gekommen.

In Hessen ist zwar bislang noch kein Fall aufgetreten, allerdings ist die Geflügelpest im benachbarten Nordrhein-Westfalen in mehreren Beständen im Landkreis Paderborn ausgebrochen. Besorgniserregend ist auch die Tatsache, dass das Vogelgrippe-Geschehen auch über den Sommer hinweg nicht ganz zum Erliegen gekommen ist. Auch in der warmen Jahreszeit gab es immer wieder einzelne Nachweise bei Wildvögeln.

 

„Um Geflügelbestände vor einem Erregereintrag zu schützen, ist es wichtig, den Kontakt zu Wildvögeln zu unterbinden und Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten“, sagt Dr. Heiko Purkl, Leiter der Abteilung Tierseuchenbekämpfung bei der Stadt Kassel. Darüber hinaus müsse das Geflügel aufmerksam kontrolliert werden: „Auffälligkeiten wie beispielsweise eine erhöhte Sterblichkeit sind ein Warnsignal und müssen ebenso wie verdächtige Krankheitssymptome sofort dem Veterinäramt gemeldet werden“.

 

Insbesondere folgende Vorsorge-/Biosicherheitsmaßnahmen sind wichtig und gelten für alle Geflügelhalter – also auch für Hobbyhalter:

 

 

               

Auch sonst ist es ratsam, den Kontakt von Geflügel zu Wildvögeln so weit wie möglich zu vermeiden. Wer beispielsweise den Freilandauslauf ins Grüne freiwillig auf ein Minimum beschränkt oder zumindest die Auslaufflächen etwa mit mobilen Zäunen, kann das Risiko für seine Tiere deutlich absenken. Denn momentan ist der Herbstzug der Wildvögel aufgrund der relativ milden Witterung noch immer im Gange.

 

Um eine Verschleppung des Erregers zu vermeiden, ist auch die Früherkennung der Geflügelpest von entscheidender Bedeutung. Verdächtige Symptome sind:

 

               

Wer tote oder kranke Wildvögel findet, sollte dies dem Veterinäramt mitteilen, damit Untersuchungen eingeleitet werden können. Insbesondere Wasserwildvögel wie Wildenten, Wildgänse, Schwäne oder Reiher sowie Greifvögel und Rabenvögel sind zu melden. Singvögel und Tauben brauchen nicht gemeldet zu werden, sofern nicht mehrere tote Tiere dieser Arten an einem Ort gefunden werden. Das Veterinäramt ist telefonisch erreichbar unter 0561/ 787- 33 36.

 

Weitere Informationen und Merkblätter zum Thema Geflügelpest und Geflügelhaltung finden Sie auf der Homepage www.kassel.de (Stichwort „Geflügel“ in der Suchmaschine eingeben). Wer seine Geflügelhaltung übrigens noch nicht beim Veterinäramt angemeldet hat, muss dies umgehend nachholen. Die entsprechenden Vordrucke finden Sie ebenfalls auf über die Homepage der Stadt Kassel.

 

Hintergrundinformation:

Die Geflügelpest (aviäre Influenza, Vogelgrippe) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die durch aviäre Influenzaviren ausgelöst wird und bei Hausgeflügel, sonstigen gehaltenen Vögeln und Wildvögeln zu massiven Todesfällen führen kann. Wildvögel gelten als natürliches Erregerreservoir, hier insbesondere Wasservögel, die den Erreger während des Vogelzuges über sehr weite Distanzen verbreiten können. Während bei Hühnern und Puten bis zu hundert Prozent der Tiere schwer erkranken und innerhalb weniger Tage verenden können, verläuft die Erkrankung bei Enten und Gänsen oftmals weniger schwer und führt bei diesen Tieren auch nicht immer zum Tode.  Daher wird die Erkrankung beim Wassergeflügel teilweise erst verspätet erkannt, so dass die hohe Gefahr einer zwischenzeitlichen Erregerverschleppung besteht.

Pressekontakt: Michael Schwab