Meldungsdatum: 29.03.2022

Ernteerfolg des Monats März: Der Bärlauch

(Wald-)Gärtnern bei den „Urbanen Waldgärten“ in Kassel und selber ernten erwünscht

Mit der Serie „Ernteerfolg des Monats“ möchte die Stadt Kassel alle auf den Geschmack bringen. Jeden Monat stellt das umwelt- und Gartenamt eine Pflanze vor, die bekannt oder weniger bekannt, gewöhnlich oder ungewöhnlich ist. Gemeinsam ist allen Pflanzen aber, dass sie entweder selbst oder ihre Früchte essbar sind.

Bärlauch – das beliebte Wildgemüse

Der Bärlauch ist eine Pflanzenart aus der Gattung „Lauch“ (Allium). Er ist damit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Bärlauch ist in Europa und Teilen Asiens überwiegend in Wäldern verbreitet. Er treibt früh im Jahr aus, wird als beliebtes Wildgemüse gern gesammelt und ist gleichzeitig Heilkraut und Würzkraut.

Der Bärlauch wächst in Deutschland überwiegend im Süden, weniger im Norden. Man findet ihn in Beckenlagen und in den Auenbereichen größerer Flüsse. Hier vermehrt er sich in schattigen, feuchten und humusreichen Auwäldern und Laubwäldern, in Auen und an Bächen sowie unter Sträuchern.

Bärlauch steht zwar nicht allgemein unter Naturschutz, er steht in manchen Landesteilen Deutschlands jedoch zum Teil auf der Roten Liste (potenziell gefährdet bis vom Aussterben bedroht). Bärlauchpflanzen dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden.

Bärlauch ist nicht an allen Standorten, an denen er vorkommt, einheimisch. Vielfach hat er sich infolge von künstlichen Anpflanzungen selbstständig ausgebreitet. Er ist ein Nährstoffzeiger und schätzt tiefgründige und humose, lockere, anhaltend feuchte Böden Er ist kennzeichnend für mäßig feuchte bis feuchte, kalkreiche Böden.

In Mitteleuropa kommt der Bärlauch zwar nur zerstreut vor, bildet aber häufig Massenvorkommen.

 

Alte Heilpflanze

Bereits in der Antike und im Mittelalter war der Bärlauch eine häufig verwendete Heilpflanze. Im Mittelalter wurde Bärlauch in vielen Klostergärten kultiviert.

Die bekannte Kräuterkundige des frühen 12. Jahrhunderts Hildegard von Bingen hat schon zu ihrer Zeit Bärlauchkraut bei Verdauungsstörungen und als gutes Mittel zur Blutreinigung empfohlen. Auch in Kräuterbüchern des 15. und 16. Jahrhunderts findet man Texte, in denen die Heilwirkung des Bärlauchs, damals wilder Knoblauch genannt, analog zum Knoblauch beschrieben wird. Bärlauch wurde unter anderem bei Blähungen und Bauchschmerzen, Einschlafproblemen, bei Stimmproblemen oder zum Auslösen von Wehen bei Schwangeren eingesetzt. Dafür wurde der Bärlauch pur, in Wein gesotten, gekocht oder als Sud eingenommen. Bei Zahnproblemen wurde in Essig eingelegter Bärlauch empfohlen. Als Mittel gegen Läuse wurden gepresste Bärlauchzwiebeln verwendet. Dem Bärlauch wurden unheilabwendende Eigenschaften zugeschrieben.

Als Heilkraut findet Bärlauch auch heute Verwendung bei Verdauungsstörungen, Erkältung, Bronchitis und Bluthochdruck.

 

Fakten, Fakten, Fakten

 

Achtung Verwechslungsgefahr: Bärlauch, Maiglöckchen, Herbstzeitlose

Bärlauch kann – besonders im April - leicht mit den sehr giftigen Maiglöckchen- oder Herbstzeitlosenblättern verwechselt werden, da diese dann ebenfalls Saison haben und an ähnlichen Stellen wachsen. Daher sollte Bärlauch nur geerntet werden, wenn die Unterschiede zu Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sicher erkannt werden.

 

Tipps zur Zubereitung

Bärlauch kann frisch für Pestos, Aufstriche, Wildkräutersalate und Saucen verwendet werden. Als Gewürzkraut eignet er sich für (helle) Saucen, Suppen, Salate, für Kartoffel- und Pastagerichte ebenso wie für Fisch- und Fleischgerichte. Eine Bärlauch-Käsesoße ist sehr empfehlenswert, ebenso wie ein Bärlauchsuppe.

Bärlauch sollte erst zum Ende der Zubereitung den Gerichten hinzugefügt werden, da sein Aroma durch Hitze an Intensität verliert.

Durch das mild knoblauchartige Aroma des Bärlauchs erhalten Gerichte eine prägnante Note, die aber nicht so intensiv wie die von Zwiebeln und Knoblauch ist.

Auch im Handel findet man immer häufiger Bärlauchprodukte wie etwa Bärlauchkäse, Frischkäse mit Bärlauch, Bärlauchsuppe oder Bärlauchtofu.

 

Mehr Informationen zur Pflanze und den Erntemöglichkeiten im Projekt Urbane Waldgärten Kassel gibt es telefonisch unter 787 6737 oder per Mail an kassel@urbane-waldgärten.de. Mehr zum Projekt Urbane Waldgärten auf www.kassel.de/urbane-waldgaerten.


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Projekt Urbane Waldgärten

Lagebeschreibung der Urbanen Waldgärten Kassel.