Meldungsdatum: 20.05.2022

In den Wohnstandort Nordstadt ziehen ab Ende Mai Geflüchtete ein

In das Gebäude an der Mendelssohnstraße 8 werden ab Ende Mai geflüchtete Familien, Paare und allein reisende Personen einziehen. Insgesamt bietet der Wohnstandort Nordstadt, der bisher vom Studentenwerk OstNiedersachsen für studentisches Wohnen genutzt wurde, Platz für 100 Menschen. Das Gebäude wird daher jetzt so genutzt, wie es bei der Errichtung ursprünglich geplant war. Bürgerinnen und Bürger haben am Montag, 30. Mai, von 17 bis 18.30 Uhr die Möglichkeit, das Gebäude zu besichtigen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung stehen für Fragen zur Verfügung.

 

Der Wohnstandort ist dabei nicht für die Unterbringung von Kriegsvertriebenen aus der Ukraine vorgesehen, für die inzwischen ausreichend Unterbringungskapazitäten vorhanden sind. Vielmehr haben sich in den vergangenen Jahren in Braunschweig die Zahlen zugewiesener Flüchtlinge aus anderen Ländern kontinuierlich erhöht, sodass die Stadt weitere Kapazitäten für die Unterbringung brauchte. Neben dem Wohnstandort Nordstadt wird derzeit eine weitere Unterbringung fertiggestellt. Es handelt sich um das Hochhaus an der Otto-von-Guericke Straße, das die Stadt zu diesem Zweck anmietet. Die Inbetriebnahme ist für den Spätsommer 2022 vorgesehen. Auch hierfür ist ein Tag der offenen Tür geplant. Das genaue Datum wird rechtzeitig bekanntgegeben.

 

Der Wohnstandort Nordstadt befindet sich im Univiertel in direkter Nachbarschaft zum TU Campus Ost und dem TU Sportplatz. Das Gebäude ist in Massivbauweise errichtet und mit den anderen nach 2016 errichteten Wohnstandorten identisch. Es ist zweigeschossig mit insgesamt 28 Wohneinheiten verschiedener Größe, zwei davon behindertengerecht. Außen herum befinden sich Rasenflächen. Jeder Bewohnerin und jedem Bewohner stehen bei Vollbelegung rechnerisch eine Wohnfläche von 11 Quadratmetern sowie Anteile an der Gemeinschaftsfläche zur Verfügung.

 

Vor Ort werden ein Sozialarbeiter und ein Unterkunftswart in Vollzeit tätig sein. Ergänzend wird ein Sicherheitsdienst sicherstellen, dass außerhalb der Dienstzeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ansprechpartner vor Ort sind. Je nach Zuweisungen des Landes Niedersachsen wird auch an diesem Standort versucht, die Bewohnerstruktur mit Paaren, Familien und allein reisenden Personen und Nationalitäten gemischt zu gestalten. Nach den bisherigen Erfahrungen an den anderen Wohnstandorten für Geflüchtete hat sich eine solche Struktur als für das Zusammenleben im Wohnstandort positiv herausgestellt.

 

In der Nordstadt beginnt sich ein Netzwerk aus Ehrenamtliche zu gründen, das die geflüchteten Menschen, die neu in den Ortsteil ziehen, unterstützen wird.

 

Die Standorte Ölper und Nordstadt wurden im Dezember 2017 an das Studentenwerk OstNiedersachsen für studentisches Wohnen übergeben, da aufgrund geringerer Zuweisungszahlen nicht alle der acht als Teil des städtischen Standortekonzepts nach 2015 entstandenen Gebäude sofort und auf Dauer für die Unterbringung von Geflüchteten benötigt wurden.  Ab 2020 wurde der Standort Ölper wieder als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Nun kommt in 2022 auch die Nordstadt als Wohnstandort für Geflüchtete zum Einsatz.

 

Im Hinblick auf die Belegung der Wohnstandorte muss auch weiterhin größtmögliche Flexibilität gewährleistet sein. Auf nicht absehbare Entwicklungen muss die Stadt möglichst umgehend reagieren können. Seit Sommer 2021 steigen die Zuweisungszahlen wieder stetig an. Im Schnitt wurden seit diesem Zeitpunkt ca. 60 Personen im Monat zugewiesen. Bisher sind der Stadt Braunschweig über 2000 Personen (Stand 30. April 2022) zugewiesen bzw. von der Stadt Braunschweig aufgenommen worden.

 

Aufgrund des angespannten Wohnungsmarktes in Braunschweig ist die Fluktuation in den bisher genutzten Wohnstandorten nicht so hoch wie ursprünglich erwartet. Auch Personen, für die die Stadt Braunschweig als Kommune nicht weiter zur Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft verpflichtet wäre, da sich der Asylstatus geändert hat, finden regelmäßig keine Wohnung außerhalb der Wohnstandorte. Zusätzlich zu den weiteren Zuweisungen der LAB sind zum Teil auch ehemals unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die ihre stationären Jugendhilfemaßnahmen beendet haben, auf einen Platz in den Wohnstandorten angewiesen, weil sie nur schwer eine eigene Wohnung finden.  

 

Die Stadt hatte neben den bereits genannten seit 2017 folgende Standorte für die Unterbringung von Geflüchteten fertiggestellt und in Betrieb genommen: Melverode, Bienrode, Gartenstadt, Gliesmarode, Lamme und Hondelage. 2020 wurde die Saarbrückener Straße als Erstaufnahmeeinrichtung mit rund 100 Plätzen in Betrieb genommen. 2021 folgte der Pippelweg ebenfalls mit 90 Plätzen.