Meldungsdatum: 12.08.2022

Mehrgleisig gegen die Auswirkungen der Energiekrise - Stadt setzt Zeichen für das Energiesparen und geht mit Rundem Tisch „Grundsicherung Energie Leverkusen“ an den Start

Die schwierige Energielage im bevorstehenden Herbst und Winter stellt Leverkusen vor eine große Herausforderung. Energieeinsparungen auf der einen Seite sowie steigende Energiekosten und soziale Verantwortung auf der anderen Seite erfordern umfassende Maßnahmen, damit alle so gut wie möglich durch die kalten Monate kommen. 

Mit den verschiedenen daraus resultierenden Aufgaben und Aspekten beschäftigt sich die AG Gasmangellage, die zur Koordinierung und Umsetzung aller Maßnahmen zur Bewältigung der Energiekrise eingerichtet wurde. Ein Schwerpunkt ist dabei die Beschäftigung mit den sozialen Folgen der Energiekrise. 

Daher traf sich am 8. August erstmals auf Initiative des Dezernenten für Bürger, Umwelt und Soziales Alexander Lünenbach mit Unterstützung der Energieversorgung Leverkusen (EVL) der Runde Tisch „Grundsicherung Energie Leverkusen“ in der Zentrale der EVL am Overfeldweg. An dem Treffen nahmen teil der kaufmännische Geschäftsführer der EVL, Thomas Eimermacher, der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Leverkusen, Markus Grawe, der Vorsitzende des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Leverkusen und Umgebung, Dr. Thomas Gutknecht, die Geschäftsführerin des Mietervereins Leverkusen, Manuela Küpper, der Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL), Dieter Roeloffs, die Vorständin des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen Meral Tosun, Caritas-Direktor Wolfgang Klein, die Vorstände des AWO-Kreisverbandes Leverkusen, Petra Jennen und Axel Zens, die Geschäftsführerin des Jobcenters der AGL, Renate Helff, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Sozialbehörden, der Verbraucher- und Schuldnerberatung. Im Fokus der Gesprächsrunde standen die steigenden Energiepreise und die daraus resultierenden sozialen Folgen. 

Dabei erläuterte EVL-Geschäftsführer Thomas Eimermacher die Preiserhöhungen für Strom zum 1. August und für Gas ab dem 1. Oktober 2022. Eine Entwicklung, die für alle Bürgerinnen und Bürger negative Folgen hat, die für Menschen mit geringem Einkommen oder in der Grundsicherung existenzbedrohend sein kann. Diesen Menschen ein umfassendes und unbürokratisches Hilfs- und Beratungsangebot präventiv und im Notfall zur Verfügung zu stellen, ist Arbeitsziel des Runden Tischs Grundsicherung Energie Leverkusen. „Das gelingt nur, wenn wir alle Akteure an einen Tisch holen. Nur so haben wir eine gute Chance soziale Härtefälle möglichst im Vorfeld abzuwenden“, betonte Alexander Lünenbach. 

So gelang es in der ersten Runde, ein gemeinsames Leitbild und erste Ansätze zu erarbeiten, die eine breite Bevölkerung ansprechen. Denn in den kommenden Jahren werden nicht allein Haushalte mit niedrigerem Einkommen große Probleme haben, die steigenden Energiekosten zu bezahlen. Auch Haushalte, die bisher keinerlei staatliche Hilfen in Anspruch nehmen, werden zukünftig Unterstützung benötigen, ebenso Teile der Mittelschicht. Das nächste Mal kommt der Runde Tisch im September zusammen. Dann werden diese Vorschläge konkretisiert, in die Umsetzung gebracht und über eine begleitende Öffentlichkeitskampagne kommuniziert. 

Um die Bedeutung des sofortigen Energiesparens nachhaltig ins Bewusstsein zu bringen, setzt die Stadt mit dem Ausschalten der Nachtbeleuchtung an repräsentativen Gebäuden ein deutliches Signal. „Jedes Watt und jedes Grad zählt,“ erklärt Andrea Deppe, Dezernentin für Bauen und Stadtplanung und Leiterin der AG Gasmangellage. „Auch wenn wir derzeit vorrangig die Energiekrise vor Augen haben, fordern die Folgen des Klimawandels ein gemeinsames Umdenken und Handeln. Hier möchte die Stadt Vorbild sein.“ 

So prüft die AG Gasmangellage, trotz begrenzter Einsparpotenziale nach der bereits erfolgten Reduzierung von Saunazeiten und Wassertemperaturen in den Bädern, weitere schnell umzusetzende Maßnahmen zur Energieeinsparung. 

Vor diesem Hintergrund wird an folgenden Gebäuden und Einrichtungen, die bisher angestrahlt wurden, die repräsentative Außenbeleuchtung in den kommenden Tagen abgeschaltet bzw. reduziert: 

Ostermann-Arena: Die Fassadenbeleuchtung wird abgeschaltet. Die Laternen zur Ausleuchtung der Wege bleiben jedoch aus Sicherheitsgründen wegen des Trainingsbetriebes und bei Veranstaltungen an, haben aber einen Dämmerungsschalter und sind mit LED ausgestattet. 

CaLevornia: Die Fassadenbeleuchtung wird abgeschaltet. Die Parkplatzbeleuchtung wird in der Zeit von 0.00 bis 5.30 Uhr ausgeschaltet. 

Forum: Die Außenbeleuchtung wird nach dem jeweiligen Veranstaltungsende abgeschaltet. 

Schloss Morsbroich: Die Außenbeleuchtung wird nach Ende der Öffnungszeit abgeschaltet. 

Musikschule: Die Außenbeleuchtung wird nach jeweiligem Unterrichtsende abgeschaltet. 

Villa Römer: Die Außenbeleuchtung wird nach dem jeweiligen Veranstaltungsende abgeschaltet. 

Künstlerbunker: Die Außenbeleuchtung wird nach dem jeweiligen Nutzungsende abgeschaltet. 

Villa Wuppermann: Die Beleuchtung der Skulptur im „Kreisverkehr“ vor dem Gebäude wird abgeschaltet.

Wöhler Brunnen und Brunnen in der Fußgängerzone Opladen: Die Beleuchtung wird abgeschaltet. 

Auf Abschaltungen kompletter Brunnenanlagen zur weiteren Stromersparnis wird in der noch länger vorherrschenden hochsommerlichen Hitzephase verzichtet. Hinsichtlich der Straßenbeleuchtung ist das vorhandene Einsparpotenzial bereits ausgeschöpft. 

Zudem werden in folgenden Bereichen mit Tempo 30 die Fußgängerampeln in der Zeit von 23.00 Uhr bis 5.00 Uhr abgestellt: