Meldungsdatum: 10.11.2022

Ernteerfolg des Monats Oktober – die Esskastanie

Die Esskastanie ist der „Ernteerfolg des Monats“ Oktober. Mit dieser Serie möchte die Stadt Kassel alle auf den Geschmack bringen und dazu animieren, bei den "Urbanen Waldgärten" mitzumachen. Jeden Monat stellt das Umwelt- und Gartenamt deshalb eine Pflanze vor, die bekannt oder weniger bekannt, gewöhnlich oder ungewöhnlich ist. Gemeinsam ist allen Pflanzen, dass sie entweder selbst oder ihre Früchte essbar sind.

Sie gilt als die Herbstkönigin und stammt ursprünglich aus Südeuropa: die Esskastanie (Castanea sativa). Bereits 800 v. Chr. wurde sie kultiviert und zum Nahrungsmittelanbau genutzt. Die Römer trugen stark zu ihrer Verbreitung bei und brachten sie über die Alpen nach Deutschland. Hier findet man vor allem in der Pfalz und in anderen südlichen Weinbauregionen größere Bestände. Die Esskastanie ist auch unter den Namen Edelkastanie, Süßkastanie, Marone oder Kestenbaum bekannt. Esskastanien können gut 200 Jahre alt werden. Eine sizilianische Esskastanie wird sogar auf 2000 Jahre geschätzt und gilt als der zweitälteste Baum der Welt.

 

Esskastanien gehören zu den Klimabäumen, die mit dem sich ändernden Klima gut zurechtkommen und so immer mehr Anwendung als Stadt- und Waldbaum in ganz Deutschland findet. Esskastanien bilden sehr tiefe Pfahlwurzeln aus und haben sehr biegsames Holz, was sie besonders sturmfest macht. Ihr Holz wird wegen seiner Biegsamkeit im Weinanbau, für Pfähle, zum Lawinenschutz, zum Boots- und Möbelbau verwendet.

 

Wer Esskastanien ernten möchte, sollte mindestens zwei Esskastanien-Bäume zusammenstehen haben, da sie einhäusige Blütenstände ausbilden und so immer eine andere Esskastanie benötigen, um ihre Blüten befruchten zu können. Esskastanien gehören zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae) und sind nicht mit der Ross-kastanie verwand. Ihre Früchte sind somit botanisch Nüsse und keine Kastanien.

 

Die Nüsse der Esskastanie haben im Gegensatz zu vielen anderen Nüssen einen niedrigen Fettgehalt und umso mehr komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Sie enthalten eine Vielzahl an B-Vitaminen, Vitamin E und in etwa so viel Vitamin C wie eine Orange. Daher werden sie gerne als Mehlersatz verwendet und gelten auch als „das Brot der Armen“. Heute erlebt die Esskastanie ihre Renaissance und wird in verschiedensten Formen zum Backen, Kochen und Verzehren angewendet. Die Blätter der Esskastanie können als Tee angewandt bei verschiedenen bakteriellen Erkrankungen der Atem-wege und im Magen-Darmtrakt helfen.

 

Zubereitung

Esskastanien schmecken erst verarbeitet gut. Sie können gekocht, gebacken oder geröstet als Beilage serviert werden. Als Püree, Creme oder Sorbet dienen sie als Dessert. Sie verfeinern Suppen und Saucen und können als Mehl verarbeitet zum Backen verwendet werden. Oder man isst sie traditionell einfach nur geröstet in der Papiertüte auf dem Weihnachtsmarkt.

 

Möchten Sie mehr über Esskastanien erfahren? Möchten Sie demnächst Ihre eigenen Esskastanien ernten? Haben Sie Lust, beim Projekt Urbane Waldgärten mitzumachen und mitzugärtnern? Haben Sie Ideen, Anregungen oder Fragen? Dann melden Sie sich gern unter kassel@urbane-waldgärten.de. Sie erreichen Frau Antonia Hille vom Team „Urbane Waldgärten“ auch unter antonia.hille@kassel.de oder Tel. 787-6737.

 

Weitere Informationen finden sie unter: https://urbane-waldgaerten.de/ und www.kassel.de/urbane-waldgaerten.

 

Pressekontakt: Michael Schwab