Meldungsdatum: 11.03.2026

Einblicke in das „Gedächtnis der Stadt“ – Tag der offenen Tür im Stadtarchiv Iserlohn

Am Samstag, 7. März, öffnete das Stadtarchiv Iserlohn im Rahmen des bundesweiten „Tags der Archive“ seine Türen für Besucherinnen und Besucher und bot zahlreichen Interessierten Einblicke in seine Arbeit und historischen Schätze.

Der Tag der offenen Tür gehört seit 2012 zum festen Veranstaltungsprogramm des Stadtarchivs. Ein jährlich wechselndes Thema sorgt dabei stets für neue Perspektiven. Nachdem in den vergangenen Jahren unter anderem die Jubiläen der Iserlohner Revolution von 1849 und das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 im Mittelpunkt standen, widmete sich die diesjährige Veranstaltung der Geschichte des Stadtarchivs selbst.

Mitarbeitende des Stadtarchivs führten mehrere Besuchergruppen durch die ansonsten nicht öffentlich zugänglichen Räumlichkeiten und erklärten dabei anschaulich die Aufgaben und Bestände der Einrichtung. Für viele Gäste überraschend war die Information von Mitarbeiter Patric Rode, dass sich aus den im Stadtarchiv aufbewahrten Unterlagen ein rund 2.500 Meter hoher Papierstapel errichten ließe. Um diese umfangreichen Bestände sicher in die nächsten Jahrhunderte zu geleiten und auch für künftige Generationen zu sichern, sind besondere Maßnahmen zur Bestandserhaltung erforderlich. Dazu gehören unter anderem geeignete klimatische Bedingungen sowie eine lichtgeschützte Lagerung.

Besonderer Hingucker war ein lebendes Papierfischchen, das zu Anschauungszwecken in einem geschlossenen Glas gehalten wird und bei den Führungen gezeigt wird. Diese Schädlinge gelangen zunehmend unbemerkt über Pakete oder Bücher in Archive, Kultureinrichtungen und Privathaushalte, wo sie sich von Papier und Karton ernähren und dabei große Schäden anrichten können. Im Stadtarchiv Iserlohn stellen sie bislang glücklicherweise kein Problem dar – das gezeigte Exemplar stammt aus einer auswärtigen Hotelbadewanne.

Aus den Beständen des Stadtarchivs wurden außerdem verschiedene historische Dokumente präsentiert, darunter die älteste erhaltene Urkunde der Stadt aus dem Jahr 1336 sowie zahlreiche Akten und Unterlagen zur Geschichte des Archivs, die in Vitrinen ausgestellt waren.

Wer sich darüber hinaus intensiver mit der Entwicklung des Stadtarchivs beschäftigen wollte, konnte einen Vortrag von Stadtarchivar Rico Quaschny zur Geschichte der Einrichtung besuchen. Darin wurde der Weg des Archivs von einer eisernen Kiste im Mittelalter bis zu den heutigen Räumlichkeiten in der „Alten Post“ nachgezeichnet. Ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Stadtarchivar Götz Bettge gab es bei Vorführungen des historischen Lehrfilms über Archive – „Aufbewahren für alle Zeiten“ – aus dem Jahr 1994.

Die neu eröffnete Ausstellung „Iserlohner Ansichten aus den 1920er bis 1940er Jahren“ mit Vergrößerungen historischer und teilweise sehr seltener Postkarten führte die Besucherinnen und Besucher auf eine Reise durch das Iserlohn vergangener Jahrzehnte. Ergänzt wurde das Programm durch Vorführungen des Werbefilms „Durch das schöne Westfalen“ aus dem Jahr 1929, der unter anderem historische Filmaufnahmen aus Iserlohn und dem Sauerland zeigt.

Wer eine Auszeit von den vielfältigen Informationen rund um das Stadtarchiv und seine Schätze einlegen wollte, konnte im Bücherflohmarkt stöbern oder bei Kaffee und Kuchen verweilen. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten dabei auch die Gelegenheit, für Restaurierungsmaßnahmen zu spenden. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützten die Mitarbeitenden des Stadtarchivs bei der Durchführung der Veranstaltung tatkräftig.

Wer den Tag der offenen Tür verpasst hat, kann die Ausstellung „Iserlohner Ansichten aus den 1920er bis 1940er Jahren“ weiterhin im Stadtarchiv besuchen. Sie ist zu den regulären Öffnungszeiten zugänglich: dienstags und mittwochs von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr.


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:

Eric Witt, Mitarbeiter im Stadtarchiv, erklärt einer Besuchergruppe die Aufgaben eines Archivmagazins.

©  Rico Quaschny / Stadtarchiv Iserlohn
Eric Witt, Mitarbeiter im Stadtarchiv, erklärt einer Besuchergruppe die Aufgaben eines Archivmagazins.


Patric Rode, Mitarbeiter im Stadtarchiv, zeigt einer Besuchergruppe Archivgut zur Geschichte des Stadtarchivs.

©  Johanna Strunk / Stadtarchiv Iserlohn
Patric Rode, Mitarbeiter im Stadtarchiv, zeigt einer Besuchergruppe Archivgut zur Geschichte des Stadtarchivs.