Meldungsdatum: 02.06.2026

Vorreiterkonzept Klima: Haltern am See erarbeitet neues Klimakonzept mit Fokus auf CO2-Reduktion

Haltern am See nimmt das Vorreiterkonzept Klima in Angriff und erarbeitet bis Ende 2026 einen verbindlichen Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040. Die Ausgangslage ist gut: Mit 190,1 GWh aus Windkraft erzeugte die Stadt im Jahr 2022 bereits mehr als 87 Prozent ihres für 2040 prognostizierten Strombedarfs. Dieser Vorsprung bei der erneuerbaren Stromerzeugung bildet eine wichtige Grundlage.

Das Vorreiterkonzept richtet den Fokus nun vor allem auf die verbleibenden Handlungsfelder, insbesondere Gebäudewärme und -sanierung, Mobilität sowie Flächennutzung. Das Konzept geht dabei über klassische Energiebilanzen hinaus: Erstmals werden auch Emissionen und Kohlenstoffsenken aus Landnutzung und Landnutzungsänderungen einbezogen. Für Haltern am See mit seinem hohen Anteil an Wald-, Wasser- und Landwirtschaftsflächen ist das besonders relevant, denn Wälder und Moore können Treibhausgase sowohl binden als auch freisetzen. Gleichzeitig wird das Vorreiterkonzept eng mit der parallel laufenden Kommunalen Wärmeplanung verzahnt, da die Gebäudewärme einen großen Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität darstellt.

Mit der Erstellung beauftragt ist das Büro Intep – Integrale Planung GmbH aus München. Die Erstellung wird über die Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundes mit 50 Prozent der Projektkosten gefördert. Das Konzept baut auf dem Klimaschutzkonzept von 2012 sowie der seither geleisteten Klimaschutzarbeit auf und konkretisiert die beschlossene Klimastrategie der Stadt: Ziel ist eine klimaneutrale Kommunalverwaltung bis 2035 und Treibhausgasneutralität bis spätestens 2040.

Bürgerinnen und Bürger, lokale Wirtschaft und Handwerk sollen den Fahrplan zur Klimaneutralität aktiv mitgestalten. Dafür sind mehrere Beteiligungsformate vorgesehen, die den Erarbeitungsprozess begleiten. Eine Online‑Beteiligung über das Beteiligungsportal NRW wird die Möglichkeit bieten, Prioritäten im Klimaschutz zu benennen sowie Potenziale und offene Fragen einzubringen. Ein weiterer Baustein ist die geplante „Zukunftswerkstatt“ im Sommer 2026. Nach kurzen Fachimpulsen zu praxisnahen Themen können Teilnehmende an interaktiven Stationen konkrete Maßnahmen kommentieren und eigene Vorschläge entwickeln. Alle Beiträge aus den Beteiligungsformaten werden ausgewertet und fließen direkt in das Klimakonzept ein. Termine und Beteiligungsmöglichkeiten werden frühzeitig über die Kanäle der Stadt bekanntgegeben.

Aktuelle Informationen zum Projektverlauf veröffentlicht die Stadt unter www.haltern-am-see.de/klima
Ideen und Anregungen zum Konzept können fortlaufend eingereicht werden unter klimaschutz@haltern.de.