Meldungsdatum: 03.06.2026

Voller Erfolg, leere Töpfe: Stadt Soest schöpft kommunale Fördermittel vollständig aus

Nach Jahren außergewöhnlicher Förderleistung wird die Stadt Soest ab dem 5. Juni 2026 im Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung keine neuen Förderbescheide mehr für das laufende Jahr ausstellen. Bereits erteilte Zusagen bleiben aber vollumfänglich gültig.

Die Stadt Soest hat in den vergangenen Jahren eine kommunale Förderlandschaft für ihre Bürgerinnen und Bürger aufgebaut, die in der Region ihresgleichen sucht. Mit einem Programm, das andere Kommunen in Umfang und Förderhöhe nicht erreichen, hat Soest seinen Einwohnerinnen und Einwohnern ermöglicht, ihre Immobilien zukunftssicher und klimaschonend aufzustellen – und diesen Anspruch konsequent eingelöst. Nun sind die bereitgestellten Mittel vollständig ausgeschöpft.

Breites Spektrum reichte von der Starkregenvorsorge bis zur Wärmepumpe

Das Förderprogramm deckte ein breites Maßnahmenspektrum ab. Wer wasserdichte Kellertüren zum Schutz vor Starkregen einbauen, versiegelte Flächen entsiegeln, Gründächer anlegen oder Schottergärten zurückbauen wollte, fand in der Stadt einen verlässlichen Partner. Besonders stark nachgefragt waren die Zuschüsse für energetische Sanierungen – darunter der Austausch von Wärmeerzeugern beim Einbau neuer Wärmepumpen sowie die Dämmung von Geschossdecken, Fassaden und Dächern.

Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Erfolg leistete das in der Geschäftsstelle Klimaschutz angesiedelte städtische Sanierungsmanagement. Daas Team hat Bürgerinnen und Bürger kostenlos, anbieterneutral und direkt vor Ort in den eigenen vier Wänden beraten. Erst diese niedrigschwellige Begleitung ermöglichte im gesamten Stadtgebiet zahlreiche Sanierungsvorhaben.

Ausgeschöpfte Fördermittel sind ein Zeichen des Erfolgs

„Wir haben versucht, die Förderungen maximal lange zu strecken. Aber wer viel gibt, der hat auch irgendwann nichts mehr", erklärt Tim Scharschuch, Leiter der Geschäftsstelle Klimaschutz. "Daher werden mit Wirkung zum 5. Juni 2026 für das laufende Kalenderjahr keine weiteren Förderbescheide mehr ausgestellt."

Bürgerinnen und Bürger, die bereits eine Förderzusage erhalten haben, können aber aufatmen. Die in ihren jeweiligen Bescheiden genannte Summe ist vollständig gesichert und von der Schließung der Programme nicht betroffen. Ebenfalls unberührt bleibt die Ausstellung von Modernisierungsvereinbarungen in den vier städtischen Sanierungsgebieten – dieser Bereich läuft uneingeschränkt weiter.

Zukunft der Förderlandschaft offen

Ob und in welchem Umfang die kommunalen Programme im Jahr 2027 fortgeführt werden, ist derzeit noch nicht entschieden. „Die Haushaltssituation der Stadt hat sich verändert. Ob die Programme in diesem Umfang zurückkommen oder wo Anpassungen vorgenommen werden, wird in den Haushaltsberatungen beantwortet", so Scharschuch.

Ein Alleinstellungsmerkmal mit bleibendem Eindruck

Trotz der Ungewissheit über die Zukunft blickt Scharschuch mit Stolz auf die zurückliegenden Jahre: „Diese Förderlandschaft war ein klares Alleinstellungsmerkmal der Stadt Soest. Sie hat den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, Projekte umzusetzen, die ohne Förderung schlicht nicht realisierbar gewesen wären."

Gleichzeitig hat das Programm die lokale Wirtschaft gestärkt. Der überwiegende Teil der Aufträge ging an ortsansässige Handwerksbetriebe und hat so unmittelbar zur regionalen Wertschöpfung beigetragen. Und auch das Klima hat profitiert: durch den massiven Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Soester Dächern, die Umstellung der Wärmeerzeugung von Gas auf erneuerbare Energien und die dauerhaft gesenkten Betriebskosten in sanierten Gebäuden.