Meldungsdatum: 01.10.2026
Der Burghofkünstler 2026 ist Klaus Fritze. Das kulturgeschichtliche Museum der Stadt Soest konnte damit einen der versiertesten Spezialisten zwischen Kunst und Biologie an die Börde locken. Seit diesem Frühjahr arbeitet er im Burghofmuseum – und lädt nun alle Flechteninteressierten zu einem Workshop mit anschließender, gemeinsamer Ausstellung ein.
Am Samstag, 10.Oktober., 15 Uhr, veranstalten die Museen der Stadt Soest ein Auftakttreffen mit Klaus Fritze in Burghofmuseum Soest. Um Anmeldung unter museen@soest.de wird gebeten. Der Biologe und Künstler wird in die Geheimnisse der Flechten einführen – in einem kurzen Vortrag und einem gemeinsamen Stadtspaziergang. Danach stellt Fritze seine Ausstellungsidee für Dezember 2026 und die „Fanzines for Nature“ vor.
Warum man sich mit Flechten, wie man sie von Grünsandsteinmauern, Fassaden oder Baumrinden kennt, beschäftigen sollte? „Weil Flechten hochkomplexe Lebensgemeinschaften aus mindestens zwei Organismen sind!“, antwortet Klaus Fritze enthusiastisch. „Sie bestehen aus einem Pilz und einem photosynthetisch aktiven Partner, einer Alge oder einem Cyanobakterium. In diesem Miteinander sorgen die Partner füreinander. Davon könnten wir Konkurrenz- und Kampfwesen uns was abschauen.“ Der Pilz sorgt für einen beschirmte Lebensraum, in dem die Alge ihn optimal mit Zuckeralkoholen versorgt. Manche Arten entgiften die Luft von Stickoxiden, bilden Stickstoff, dienen als Bioindikatoren für Klimaveränderungen und Luftqualität: Wachsen an einem Baum viele empfindliche Flechtenarten, deutet dies auf besonders saubere Luft hin.
Bei einem kurzweiligen Stadtspaziergang mit Klaus Fritze wird sich der Blick für die Wunderwelt der uralten Organismen schärfen. Danach trifft man sich wieder im Burghof und wird in die Ausstellungsidee des Künstlers verflochten. Forschungstagebücher werden als „Fanzines for Nature“ entstehen. Fanzines sind collagierte und persönlich beschriebene Hefte, die man für seine Idole und Musikstars anfertigt. Auch die Natur braucht Fans. Im Stile der „Fanzines“ sollen über die kommenden Wochen Forschungstagebücher entstehen, die Soest und die Region „biologisch“-persönlich in den Blick nehmen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind eingeladen, ihre „Fanzines“ zu erstellen. Die Ergebnisse werden im Dezember in einer gemeinsamen Ausstellung mit Klaus Fritze im Burghofmuseum Soest präsentiert. „Die Museen laden alle kreativen Köpfe, biologischen Herzen und die Fans der Natur ein, mitzumachen!“, sagt Michael Stockhausen, Leiter der Museen der Stadt Soest. Unterstützt wird das Projekt von dem Kultursekretariat NRW in Gütersloh und kostet keine Gebühren.
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