Heinz Strunk erhält den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“

21. August 2019.

Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk erhält im Jahr 2020 den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“. Der Preis, vergeben von der Stiftung Brückner-Kühner und der Stadt Kassel, ehrt besonders die literarische Seite dieses „lebendigen Gesamtkunstwerks des grotesken Humors“. Das gab Oberbürgermeister Christian Geselle jetzt bekannt.

Der „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“, gestiftet von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner, wird seit 1985 vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet Autoren und Autorinnen aus, deren Werk auf hohem künstlerischen Niveau von Komik und Groteske geprägt ist. Der erste Preisträger war Loriot; nach ihm wurden u. a. Ernst Jandl, Irmtraud Morgner, Robert Gernhardt, Karen Duve und zuletzt Sibylle Berg ausgezeichnet. Die Kasseler Sparkasse unterstützt den Preis großzügig.

Die Preisverleihung findet am 29. Februar 2020 im Kasseler Rathaus statt und eröffnet das Festival „Kasseler Komik-Kolloquium“. Die Laudatio auf Heinz Strunk hält der Regisseur Lars Jessen, mit dem Heinz Strunk Filme wie „Fraktus“ oder „Jürgen – Heute wird gelebt“ gedreht hat.

Wer es nicht erwarten kann, dem Preisträger Heinz Strunk in Kassel zu begegnen, kann sich diesen Wunsch bereits am 25. August erfüllen: Heinz Strunk tritt dann im Kasseler Kulturzelt auf und liest Kurzerzählungen aus seinem neuen Band „Das Teemännchen“.

Im Herbst wird bekannt gegeben, wer den mit 3000 Euro dotierten und auf Vorschlag von Verlagen vergebenen „Förderpreis komische Literatur“ erhält.

Begründung des Stiftungsrates

„Wie kein anderer verkörpert der Schriftsteller, Kolumnist, Song-Texter, Musiker, Comedian und Schauspieler Heinz Strunk als lebendiges Gesamtkunstwerk den grotesken Humor in allen seinen Formen. Literarisch führt seine postmoderne, subversive Erzählkunst auf schonungslose Weise mitten in das von der Konsumgesellschaft beschädigte Leben, so auch, wenn er selbstkritisch und ironisch als seine „Hobbys: TV, Geld zählen, geile SMS, Bundeswehr“ aufzählt. Strunks Prosa ist voller Trostlosigkeit, Scheitern, Obsessionen und Abgründe, das Peinliche wie das Böse balanciert er virtuos auf einem tragikomischen Grat zwischen Ekel und Scham. Das Grotesk-Komische wirkt dabei als Brennglas, als Läuterung und als Schutz. Im Medium des Humors hat er mit dem „Strunk-Prinzip“ eine raffinierte literarische Sprache entwickelt, mit der er menschlichem Leid angemessen komisch und human-humorvoll zugleich begegnet.“

Über Heinz Strunk

Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Er ist Gründungsmitglied des hanseatischen Komik-Trios „Studio Braun“ (mit Jacques Palminger und Rocko Schamoni) und hatte auf VIVA eine eigene Fernsehshow. Seit März 2012 veröffentlicht Heinz Strunk im Satiremagazin Titanic seine Kolumne „Das Strunk-Prinzip“. Sein erster Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ wurde ein Bestseller und Vorlage eines preisgekrönten Hörspiels, eines Theaterstücks und eines Kinofilms. Acht weitere Bücher sind hinzugekommen. Der Roman „Der goldene Handschuh“ (2016), ebenfalls ein Bestseller und Grundlage für das gleichnamige Filmdrama von Fatih Akin, brachte Strunk den Wilhelm-Raabe-Preis ein. In der Verfilmung seines Romans „Jürgen“ (2017), mit dem Strunk sich laut NDR einmal mehr als „großer deutscher Humorist“ erweist, spielte Strunk selbst die Titelrolle. Zusammen mit Charly Hübner (als Jürgen Doses Freund Bernd Würmer) erhielt er 2018 eine Goldene Kamera für den besten deutschen Fernsehfilm.

 

„Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ und „Förderpreis Komische Literatur“

Der „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ wurde der Stadt Kassel von der Stiftung Brückner-Kühner zum Geschenk gemacht und erstmals 1985 vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird Sprachkünstler*innen (im ersten Jahrzehnt des Preises auch Literaturwissenschaftler*innen) zugesprochen, deren Werk sich auf hohem künstlerischen Niveau durch Humor, Komik und Groteske auszeichnet. Folgende Personen erhielten die Kasseler Auszeichnung: Loriot, Eike Christian Hirsch, Ernst Jandl, Wolfgang Preisendanz, Irmtraud Morgner, Ernst Kretschmer, Robert Gernhardt, Walter Hinck, Christoph Meckel, Volker Klotz, Hanns Dieter Hüsch, Karl Riha, Max Goldt, Franzobel, Ingomar von Kieseritzky, Peter Bichsel, George Tabori, Franz Hohler, Eugen Egner, Ror Wolf, Katja Lange-Müller, Gerhard Polt, F.W. Bernstein, Peter Rühmkorf, Herbert Achternbusch, Thomas Kapielski, Ulrich Holbein, Wilhelm Genazino, Dieter Hildebrandt, Frank Schulz, Wolf Haas, Karen Duve, Eckhard Henscheid und zuletzt Sibylle Berg.

Den gleichzeitig vergebenen „Förderpreis Komische Literatur“ in Höhe von 3000 Euro, gefördert von der Kasseler Sparkasse, erhielten Frank Schulz, Jochen Schmidt, Tilman Rammstedt, Jess Jochimsen, Philipp Tingler, Michael Stauffer, Rebekka Kricheldorf, Jan Neumann, Tino Hanekamp, Wolfram Lotz, Arno Camenisch, Kirsten Fuchs, Ferdinand Schmalz, Dagmara Kraus und zuletzt Jakob Nolte. Die Förderpreisvergabe für das Jahr 2020 ist noch offen.

Die Stiftung Brückner-Kühner

wurde 1984 von den Schriftstellern Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner ins Leben gerufen, die 30 Jahre zusammen in Kassel lebten und dort 1996 kurz nacheinander verstarben. Die Stiftung wirkt heute als Literaturzentrum auf den Gebieten des Komischen und der international avancierten Poesie, und sie unterhält das Dichterhaus Brückner-Kühner als Literaturmuseum, um von hier aus die Erinnerung an das Stifterpaar wach zu halten.

Dem Stiftungsrat gehören folgende Personen an: der Literaturprofessor Dr. Dr. h.c. Walter Pape (Vorsitzender, Köln), die Lektorin Dr. Renate Jakobson (Berlin), Friederike Emmerling, Leiterin des Verlags S. Fischer Theater und Medien (Frankfurt a.M.), der Literaturwissenschaftler und Autor Christian Maintz (Hamburg), der Literaturprofessor Dr. Uwe Wirth (Gießen), Dr. Thomas Wohlfahrt, Leiter des Hauses für Poesie in Berlin, sowie einmalig, wer zuletzt mit dem Kasseler Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Geschäftsführender Kurator der Stiftung ist der Literaturwissenschaftler Dr. Friedrich W. Block.

Näheres zum Engagement der Literaturstiftung unter

http://www.brueckner-kuehner.de.

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Petra Bohnenkamp

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Erhält im Jahr 2020 den "Kasseler Literaturpreis für Grotesken Humor": Heinz Strunk
© Fotograf: Dennis Dirksen

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