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Hanau, 21. November 2019
„Die Festspiele wären heute nicht diesselben ohne seinen Einsatz“
Ehemaliger Intendant Dieter Stegmann im Alter von 76 Jahren gestorben

„Dieter Stegmann hat Spuren hinterlassen – in unserer Stadt und in unseren Herzen. Sein endgültiger Abschied von der Bühne des Lebens hinterlässt eine Lücke, die uns immer an ihn erinnern wird.“ Mit großer Betroffenheit haben Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck die Nachricht vom Tode Dieter Stegmanns aufgenommen, der Anfang der Woche im Alter von 76 Jahren in seiner Heimatstadt Büdingen verstorben ist. „Mehr als 15 Jahre lang war Stegmann das Gesicht und der Motor der Brüder Grimm Märchenfestspiele. Sein Einsatz und persönliches Engagement haben das Fundament dafür gelegt, dass die Open-Air-Reihe zu einer weit über die Stadtgrenzen hinaus wirkenden Kulturveranstaltung geworden ist“, würdigt der OB in seinem persönlichen Kondolenzschreiben an die Ehefrau Ulla Röhrs, die langjährige Kostümbildnerin der Festspiele, die besondere Bedeutung Stegmanns für die Hanauer Kulturlandschaft. „Seine konstruktiv-kritische, manchmal auch streitbare Haltung bei allem, was ihm am Herzen lag, war mit großer Liebenswürdigkeit gepaart. Dies machte ihn zu einem ganz besonderen Menschen.“

Am 6. Dezember 1942 in Köln geboren, hatte Stegmann im Anschluss an seine Schulzeit eine Ausbildung zum Theatermaler an den Städtischen Bühnen Köln absolviert. Anschließend besuchte er die Fachhochschule Design in Köln. Seine berufliche Laufbahn startete mit der Anstellung an den Städtischen Bühnen Köln als Theatermaler und zeitweise auch als Regieassistent. Es folgten weitere Anstellungen als Bühnenbildner am Neuen Stadttheater Ingolstadt, der Landesbühne Wilhelmshaven und den Städtischen Bühnen Bielefeld.

Als Bühnenbilder kam er 1985 schließlich auch nach Hanau, als ihn sein persönlicher Freund und damaliger Festspielleiter Henrik Helge zur Hilfe rief, erinnert OB Kaminsky daran, dass Dieter Stegmann bereits von Anfang bei den Festspielen mitgewirkt hat. „In dieser ersten Saison, als mit den Aufführungen der 200. Geburtstag von Jacob und Wilhelm Grimm gewürdigt werden sollte, gab es insgesamt 18 Vorstellungen und rund 8.500 Menschen kamen in den Schlosspark, um eine der Aufführungen zu sehen.“

In den folgenden Jahren schrieb und inszenierte Stegmann jeweils ein Stück für die Festspiele und erstellte auch das Bühnenbild hierfür. 1992 übernahm er schließlich die Leitung, die er bis 2006 innehatte. In diese Zeit fallen die schrittweise Ausweitung des Spielplans, eine wachsende Professionalisierung, der Umzug ins Amphitheater und letztendlich auch der Anstieg der jährlichen Besucherzahlen von 26.000 auf 82.000. „Mit seinen Stücken - er selbst dramatisierte 31 Märchen der Kinder- und Hausmärchensammlung der Brüder Grimm und inszenierte 38 Produktionen - ist es ihm gelungen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen für die Märchenaufführungen zu begeistern.“ Dabei sei es Stegmann immer wichtig gewesen, das Erbe der Grimmschen Hausmärchen nicht nur zu dramatisieren, sondern auch zu aktualisieren. 2006 wurde Stegmann für seine herausragenden Verdienste um die Festspiele mit der August-Gaul-Plakette geehrt.

Eine besondere Verbundenheit zu Hanau zeigte er schließlich auch noch einmal sechs Jahre nach seinem Abschied von den Festspielen: Das Jubiläum der Turngemeinde Hanau holte ihn 2012 als Regisseur in die Brüder-Grimm-Stadt und ins Amphitheater zurück. Mit seinem Stück „Die Freiheitskämpfer von Hanau“ zeigte sich der routinierte Theatermann dem Hanauer Publikum von einer ganz neuen Seite. Mit der historischen Collage verschiedener Szenen aus der Zeit zwischen 1830 und 1849 wollte er, so waren seinerzeit seine eigenen Worte, an die Gründungszeit erinnern und die Gründungsmitglieder der TGH angemessen würdigen.

„Die Nachricht von seinem Tod hat große Trauer und Bestürzung in der Fangemeinde der Festspiele ebenso wie bei den Weggenossen der Theaterwelt ausgelöst,“ zeigt sich auch der aktuelle Intendant Frank-Lorenz Engel betroffen von der traurigen Nachricht. Er habe Stegmann in dessen aktiver Zeit zwar nicht erleben können, aber „sein Pioniergeist und Begeisterung wirken in den Köpfen und Herzen der Menschen bis heute nach.“



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929




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