Presseinformationen der Landeshauptstadt Magdeburg
 

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Magdeburg, 20. Dezember 2019
Rumänischer Staatspräsident Klaus Johannis erhält Kaiser-Otto-Preis 2020
Festakt im Magdeburger Dom am 25. Mai 2020

Der überzeugte Europäer Klaus Johannis, Staatspräsident von Rumänien, wird mit dem Kaiser-Otto-Preis 2020 ausgezeichnet. Damit würdigen Preiskomitee und Kulturstiftung Kaiser Otto das jahrzehntelange Wirken des rumäniendeutschen Politikers für Demokratie und Zusammenhalt, nicht nur zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen in seinem Heimatland, sondern in ganz Europa. Das Preiskomitee hatte im September 2019 die Entscheidung getroffen, Klaus Johannis mit dem bedeutendsten Preis der Landeshauptstadt Magdeburg auszuzeichnen. Die Abstimmungen zum Termin der Verleihung konnten am 17. Dezember erfolgreich abgeschlossen werden. Der nichtdotierte Kaiser-Otto-Preis wird im Rahmen eines Festaktes am
25. Mai 2020 im Dom zu Magdeburg verliehen.

 

Zur Begründung der Juryauswahl sagt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper: „Der Vorschlag stammt von meinem Amtsvorgänger, Dr. Willi Polte. Das Preiskuratorium ist ihm gern gefolgt, denn Klaus Johannis ist überzeugter Europäer, für den Demokratie, Weltoffenheit, Zusammenhalt und Rechtsstaatlichkeit nicht verhandelbare, gemeinsam erkämpfte Werte und Grundsätze sind, für die er sich im Namen aller Europäerinnen und Europäer unermüdlich einsetzt.“

 

Weiter heißt es in der Begründung: „Seit Beginn seiner politischen Laufbahn  gehören der Kampf gegen die bis heute bestehenden Verhältnisse von Korruption und Vetternwirtschaft in seinem Land sowie eine proeuropäische, rechtsstaatliche Politik zu seinen Schwerpunkten. Als fairer Streiter zeigt er sich stets dialogbereit und arbeitet lösungsorientiert zum Wohle der Gemeinschaft. Er bekennt sich ausdrücklich zu den Werten und Zielen der europäischen Gemeinschaft und fördert die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer. Der Schutz von Minderheiten und die Förderung kultureller Vielfalt sind ihm Herzensangelegenheiten.“

 

Vita und politisches Wirken von Klaus Johannis

Klaus Werner Johannis (rumänisch Iohannis) wurde am 13. Juni 1959 in Hermannstadt/ Sibiu geboren. Seine Familie gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an. Er ist seit 1989 mit Carmen Johannis verheiratet. Das Ehepaar hat keine Kinder.

 

Nach einem Physikstudium zwischen 1979 und 1983 unterrichtete er von 1983 bis 1997 an verschiedenen Schulen seiner Heimatstadt Hermannstadt/ Sibiu, zuletzt am dortigen Lyzeum. Nach der Rumänischen Revolution von 1989 begannen seine ersten politischen Aktivitäten, als er 1990 in das neugegründete Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR), die politische Vertretung der deutschsprachigen Minderheit, eintrat.

 

Ab dem Jahr 2000 war Klaus Johannis Bürgermeister von Hermannstadt. Obwohl die deutsche Bevölkerung nur noch eine Minderheit von weniger als zwei Prozent ausmachte, wurde Johannis mit beachtlichen 69 % der Stimmen gewählt. Unter

seiner Ägide entwickelte sich Hermannstadt/ Sibiu zu einem bedeutenden wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes, was nicht zuletzt in die Wahl zur europäischen Kulturhauptstadt 2007 gipfelte. Im selben Jahr trat Rumänien der Europäischen Union bei.

 

Im Jahr 2013 schloss sich Klaus Johannis der nationalliberalen PNL an und wurde kurz darauf zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt, ehe er im Jahr darauf zum Vorsitzenden der Partei avancierte und im selben Jahr bei den Präsidentschaftswahlen um das Amt des Präsidenten kandidierte. Im zweiten Wahlgang konnte er sich gegen den damaligen Ministerpräsidenten Victor Ponta durchsetzen und wurde am 21. Dezember 2014 vereidigt.

 

Bei den diesjährigen Präsidentschaftswahlen gewann Klaus Johannis Ende November im zweiten Wahlgang und kann nun auf seine zweite Amtszeit als Präsident Rumäniens blicken.

 

Klaus Johannis wird von seinen Weggefährt*innen als fleißig, solide, bodenständig und korrekt beschrieben. Er gilt als ausgewiesener Kritiker der Regierung, mit der er im Dauerstreit liegt.

 

Der Kaiser-Otto-Preis

Mit dem Kaiser-Otto-Preis werden in der Regel alle zwei Jahre international bedeutende Persönlichkeiten oder juristische Personen gewürdigt, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung – von der auch die neuen Bundesländer und Magdeburg profitiert haben – verdient gemacht haben. Der oder die Preisträger*in erhält eine repräsentative Urkunde und eine Bronzemedaille. Die Medaille zeigt auf der Vorderseite das Relief des Preisträgers, die Rückseite trägt die Inschrift „Kaiser-Otto-Preis der Stadt Magdeburg“. Gestaltet wird die Medaille vom Halleschen Bildhauer Prof. Bernd Göbel. Der Kaiser-Otto-Preis ist nicht dotiert.

 

Bisherige Preisträger

Der Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg wurde zum ersten Mal im Jahr des 1200-jährigen Stadtjubiläums 2005 an den Bundespräsidenten a.D., Dr. Richard von Weizsäcker, verliehen. 2007 wurde die damalige Staatspräsidentin der Republik Lettland, Prof. Dr. Vaira Vike-Freiberga, mit dem Kaiser-Otto-Preis geehrt. Im Jahr 2009 ging der Preis an den ehemaligen Außenminister der Republik Polen, Wladyslaw Bartoszewski. 2011 wurde die Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Angela Merkel, mit dem Kaiser-Otto-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg ausgezeichnet. Im Jahr 2013 erhielt der Bundesminister a.D., Prof. Dr. h.c. Egon Bahr, den Kaiser-Otto-Preis. 2015 wurde mit der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE, erstmals eine europäische Institution mit dem wichtigsten Preis der Landeshauptstadt Magdeburg gewürdigt. Vor zwei Jahren wurde die damalige EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mit dem Kaiser-Otto-Preis geehrt.

 

Die Kulturstiftung Kaiser Otto

Die Entscheidung, in Magdeburg eine Kulturstiftung zu gründen, die den Namen Ottos des Großen trägt, entstand bereits nach der erfolgreichen Europaratsausstellung „Otto der Große, Magdeburg und Europa“ 2001. Die Kulturstiftung Kaiser Otto wird von der Landeshauptstadt und der Stadtsparkasse Magdeburg gemeinsam getragen. Neben der Auslobung des Kaiser-Otto-Preises fördert die Stiftung vor allem Vorhaben, die Magdeburg als eine bedeutende europäische Metropole des Mittelalters überregional bekannt machen.

 

Zum Kuratorium der Kulturstiftung Kaiser Otto gehören Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper als Vorsitzender, der Vorstand der Stadtsparkasse Magdeburg, Jens Eckhardt, der Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Willi Polte, der ehemalige Bürgermeister und langjährige Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch, die ehemalige Vorsitzende des Kulturausschusses des Stadtrates, Karin Meinecke, der ehemalige Stadtrat Eberhard Seifert und der Notar Wolfgang Gründer. Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Prof. Dr. Matthias Puhle. Weitere Mitglieder des Vorstandes sind der Sprecher der Geschäftsführung der Städtischen Werke Magdeburg, Helmut Herdt, und der langjährige Stadtrat Alfred Westphal. Die Geschäftsführung liegt bei der Direktorin der Magdeburger Museen, Dr. Gabriele Köster.

 

Die Entscheidung zur Wahl des Preisträgers des Kaiser-Otto-Preises trifft ein Preiskomitee. Das Preiskomitee setzt sich zusammen aus den Mitgliedern des Kuratoriums, des Vorstandes, der Geschäftsführerin und weiteren bedeutenden Persönlichkeiten von Stadt, Land und Bund. Dazu gehören Staatsminister Rainer Robra, Prof. Dr. Jens Strackeljan (Rektor Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), Prof. Dr. Anne Lequy (Rektorin Hochschule Magdeburg-Stendal), Elke Lüdecke (Direktorin des MDR-Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt), Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer (Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V.), Prof. Dr. Gertrud Pickhan (Osteuropainstitut der Freien Universität Berlin), Prof. Dr. Christian Lübke (Direktor des GWZO), Prof. Dr. Gesine Schwan (HUMBOLDT-VIADRINA School of Governance), der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch, Katrin Budde (Magdeburger Altstiftungen), Prof. Dr. Heiner Lück (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann (ehemaliger Rektor Otto-von-Guericke-Universität), Prof. Dr. Andreas Geiger (ehemaliger Rektor Hochschule Magdeburg-Stendal) und Andreas Schumann (Mitglied des Landtages und des Stadtrats).



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