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Cuxhaven, 22. Juli 2020
Leuchtturmprojekt im Elbe-Weser-Dreieck: Energie aus Bioabfällen schaffen

Die Landkreise Cuxhaven, Osterholz und Verden sowie die Stadt Cuxhaven verfolgen gemeinsam das Ziel Bioabfälle zukünftig nachhaltiger und somit insbesondere klimafreundlicher und effektiver zu verwerten. Statt der bisher verbreitet noch üblichen einfachen Kompostierung in offenen Mieten, wollen die drei Landkreise und die Stadt Cuxhaven neben der Herstellung von hochwertigem Kompost zukünftig auch die energetischen Potentiale aus den Bioabfällen nutzen. Dazu bedarf es einer modernen Bioabfallvergärungsanlage. Das bei der kontrollierten Vergärung von Bioabfällen in einer solchen Anlage gewonnene Gas kann zu Bio-Erdgas aufbereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden. In einem weiteren Schritt kann aus dem Biogas Bio-Wasserstoff, also grüner Wasserstoff, gewonnen werden. Wegen dieser Zukunftsperspektive gilt das Projekt der vier kommunalen Partner als Leuchtturmprojekt im Elbe-Weser-Dreieck.

Eine Bioabfallvergärungsanlage, die die Bioabfälle der vier beteiligten Kommunen aufnehmen könnte, existiert in der Region bisher nicht. Die Abfallmengen eines einzelnen Landkreises reichen nicht aus, eine Bioabfallvergärungsanlage wirtschaftlich zu betreiben. Die Wirtschaftlichkeitsschwelle wird erst ab einer Jahresmenge von circa 30.000 Tonnen Bioabfall erreicht. Daher bot sich eine Zusammenarbeit der benachbarten Landkreise an. Die politischen Gremien der Landkreise Cuxhaven, Osterholz und Verden sowie der Stadt Cuxhaven haben bereits im vergangen Jahr eine interkommunale Kooperation beschlossen, mit dem Ziel eine gemeinsame und ökologisch hochwertige Bioabfallverwertung in kommunaler Hand zu realisieren. Die vergangenen Monate wurden von den vier Kommunalverwaltungen genutzt, gemeinsam und mit Hilfe externer Fachleute die nächsten Schritte zu einer gemeinsamen Bioabfallbehandlung weiter vorzubereiten.

Als erster und wichtiger Meilenstein wird zwischen den vier kommunalen Partnern nun ein öffentlich-rechtlicher Vertrag über die Gründung der Kommunalen Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) als gemeinsame kommunale Anstalt öffentlichen Rechts geschlossen.

Die Anlage wird neben der Verwertung der Bioabfälle zu hochwertigem Kompost auch Biomethan erzeugen und aufbereiten. Das Gas wird anschließend in das Erdgasnetz eingespeist. Durch die geplante Bioabfallvergärungsanlage können pro Jahr voraussichtlich 2.000 bis 3.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Zudem wird der Ausstoß äußerst klimaschädlicher Gase wie Methan und Lachgas nachhaltig reduziert. Die gesetzlichen Anforderungen an Biomüll aus dem Kreislaufwirtschaftsgesetz werden damit vollständig erfüllt und die Entsorgung rechtssicher gewährleistet.

„Wir wollten mit dieser Art der Verwertung des Biomülls einen Beitrag zum Klimaschutz liefern: umweltfreundliche Energie durch hochwertiges Biogas und hochwertiger Kompost für den ökologischen Landbau“, sagt Cuxhavens Landrat KaiUwe Bielefeld.

Neben ökologischen Gründen haben auch die wirtschaftlichen Vorteile die beteiligten Kommunen von einer Zusammenarbeit überzeugt. Zudem ist abzusehen, dass die einfache Kompostierung von Bioabfällen zukünftig nicht mehr zulässig sein wird und vorhandene Entsorgungsmöglichkeiten modernisiert werden müssten.

„Durch den kommunalen Betrieb ist eine verlässliche Preisprognose möglich. Zugleich wird dem Mülltourismus, der teilweise durch europaweite Ausschreibungen entsteht, entgegengewirkt“, so Verdens Landrat Peter Bohlmann.

Für die Nachrotte des hochwertigen Kompostes wird eine bereits bestehende Halle auf dem Gelände der ASO GmbH im Entsorgungszentrum Pennigbüttel in örtlicher Nähe genutzt. „Wir sind dankbar für die Möglichkeit, das bereits vorhandene Gebäude zu nutzen. Dies macht die Verwertung günstiger und hilft, die Gebühren für Bürgerinnen und Bürger niedrig zu halten“, so der Osterholzer Landrat Bernd Lütjen.

Die Gründung der Kommunalen Entsorgungsanstalt Nord-Niedersachsen (KENN) stellt einen wichtigen Schritt dar und bildet das Fundament des gemeinsamen Projektes. Die KENN wird dann in den nächsten Monaten die Planung und voraussichtlich ab Frühjahr 2022 den Bau der Bioabfallvergärungsanlage auf einem bereits reservierten Grundstück im Gewerbepark A27 im Landkreis Osterholz in Angriff nehmen. Die Inbetriebnahme der Bioabfallvergärungsanlage ist für Mitte 2023 geplant. Die voraussichtlichen Investitionskosten belaufen sich auf circa 19 Millionen Euro.

"Dieses Projekt ist besonders, weil die Kooperation von vier kommunalen Partnern zum Thema Bioabfallverwertung in der Form einzigartig ist. Diese Kooperation gilt es erfolgreich umzusetzen - vor allem mit Blick auf die umweltfreundliche Energiegewinnung. Dazu zählen dann auch dazugehörige Fahrzeuge, die mit Wasserstoff fahren. Ein wichtiger Schritt, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. “, betont Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer.



Pressekontakt: Stadt Cuxhaven, Pressekontakt: Stadt Cuxhaven, Marcel Kolbenstetter (marcel.kolbenstetter@cuxhaven.de)




Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgende Medien anbieten:


Gemeinsam in Richtung Klimaschutz: Landrat Bernd Lütjen (Landkreis Osterholz), Oberbürgermeister Uwe Santjer (Stadt Cuxhaven), Landrat Kai-Uwe Bielefeld (Landkreis Cuxhaven) und Landrat Peter Bohlmann (Landkreis Verden). Foto: Stadt Cuxhaven



Das angehängte Foto zeigt von links nach rechts Landrat Peter Bohlmann (Landkreis Verden), Landrat Bernd Lütjen (Landkreis Osterholz), Oberbürgermeister Uwe Santjer (Stadt Cuxhaven) und Landrat Kai-Uwe Bielefeld (Landkreis Cuxhaven) bei der Unterzeichnung des Vertrages.



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