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Hanau, 02. Juni 2021
Von tapferen Schneidern, herzensguten Schwestern und einem betörenden Flötenspieler
37. Saison der Brüder Grimm Festspiele startet mit Verspätung am 1. Juli

Die Märchen der Brüder Grimm stehen für den Glauben, dass am Ende alles gut wird, auch wenn der Weg steinig und voller Hindernisse ist. In diesem Jahr mussten die den berühmten Märchensammlern gewidmeten Festspiele selbst widrigen Umständen trotzen und manch ungewohnte Herausforderung meistern, bevor die 37. Spielzeit mit einigen Wochen Verspätung am 1. Juli starten kann. „Unsere Entscheidung, die Brüder Grimm Festspiele in diesem Jahr trotz Corona nicht abzusagen, sondern den Spielplan mit 93 Aufführungen in den Sommer zu verschieben, war von der Hoffnung und Zuversicht geprägt, dass sich die pandemische Situation durch Impfen, Testen und den umsichtigen Umgang miteinander entspannen wird und im Juli die Rückkehr in ein Leben mit mehr Freiheiten wieder möglich wird“, freut sich Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky, dass die erhoffte Entwicklung nun eingetreten ist.

Damit steht dem Start der Festspiele aus heutiger Sicht nichts mehr entgegen, und die weit über die Stadtgrenzen hinaus geschätzte Veranstaltungsreihe kann am 1. Juli mit dem Musical „Das tapfere Schneiderlein“ die Saison 2021 eröffnen. Daneben stehen „Schneeweißchen und Rosenrot“ als Familienstück (Premiere am 6. Juli) sowie „Der Rattenfänger von Hameln“ (Premiere am 8. Juli) als weitere Grimm-Inszenierungen auf dem Spielplan. Die märchenhafte Auswahl, die durch die bekannte Kleist-Komödie „Der zerbrochne Krug“ in der Reihe „Grimm Zeitgenossen“ ergänzt wird (Premiere am 2. Juli), verspricht damit auch für die bevorstehende Saison hochklassiges Open-Air-Theater und beste Unterhaltung für die ganze Familie gleichermaßen.

Mit den drei diesjährigen Grimm-Inszenierungen erfüllen die Festspiele einmal mehr den selbstgesetzten Qualitätsanspruch, ihrem Publikum ausschließlich Uraufführungen im Amphitheater Hanau zu präsentieren. So garantieren die Festspiele, dass die Märchen in dieser Form, mit diesem Text und dieser Musik nur in Hanau zu sehen sind. „Indem wir Autoren und Komponisten eigens für die Stücke der Festspiele engagieren, können wir dem Publikum Exklusivität und Qualität garantieren,“ verspricht Intendant Frank-Lorenz Engel wieder eine hochklassige Spielzeit im Amphitheater und ergänzt, dass sich die Brüder-Grimm-Stadt mit diesem Konzept auch deutlich von anderen Festspielen abhebe, wo oftmals bereits bestehendes Material in neuen Inszenierungen verwendet wird.

Den Auftakt zur Spielzeit bildet traditionell das Musical. Mit Dennis Hupka in der Hauptrolle des „Schneiderleins“ präsentiert sich die Geschichte mit Liedtexten und Libretto von Daniel Große Boymann sowie Kompositionen von Marian Lux in mitreißender Erzählweise. Die persönliche Entwicklung des Nadelkünstlers, der eher zufällig sieben Fliegen auf einen Streich erschlägt, sorgt im weiteren Verlauf des Stücks dafür, dass er mit erstaunlichen Taten auf sich aufmerksam macht, an den königlichen Hof gerufen wird und die bisher unlösbaren Prüfungen mit Bravour besteht. Seine Wandlung zum Siegertypen geht aber auch mit einer inneren Veränderung einher, die bei der Prinzessin gar nicht gut ankommt. Denn sie ist an Aufschneidern nicht interessiert. Aber es wäre kein Märchen, wenn sich am Ende nicht alles zum Guten fügt.

Das überschwängliche Lob eines Wilhelm Grimm macht neugierig auf die zweite Inszenierung: „Es gebricht diesem Lustspiele keinesweges an komischer Kraft, mehrere Szenen […] sind sehr ergötzlich, und was die Gründlichkeit der Arbeit, das Eindringen in den Gegenstand betrifft, und den Fleiß und Scharfsinn in der Ausführung, so erhebt es sich weit über die gewöhnlichen Erscheinungen des Tages, […].“ So kommentierte der jüngere Grimm-Bruder die bekannte Komödie „Der zerbrochne Krug“ von Heinrich von Kleist. Intendant Engel, der auch selbst Regie führt, hat den Klassiker für die Reihe „Grimm Zeitgenossen“ ausgesucht und für die Hauptrolle des Dorfrichters Adam den Schauspieler Hartmut Volle gewinnen können. Im Mittelpunkt der Geschichte steht nach den Worten des Gerichtsschreibers „Ein Krug. Ein bloßer Krug, dem Amte wohlbekannt“, und seine Besitzerin Marthe Rull verklagt den Bauernsohn Ruprecht Tümpel als Täter. Für Gerichtsrat Walter wirft jedoch nicht nur Adams Prozessführung, sondern auch sein lädierter Zustand und das Fehlen seiner Amtsperücke Fragen auf. „Das Stück strotzt vor Sprachwitz und bäuerlicher Derbheit und garantiert einen mitreißenden Theaterabend mit bester Unterhaltung“, verspricht Engel.

Am Dienstag, 6. Juli, hebt sich der symbolische Vorhang erstmals für das Familienstück. Das Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ liefert den Stoff für die Inszenierung, die mit den Melodien von Timo Riemelsberger daherkommt. Das Buch zu dem unterhaltsamen Musik-Abenteuer über Zusammenhalt, Harmonie und das Erwachsenwerden dazu schrieb der stellvertretende künstlerische Leiter der Festspiele, Jan Radermacher, Regie führt Dennis Krauß. Das Grimm‘sche Märchen von den beiden bezaubernden Schwestern stand das letzte Mal 2013 auf dem Spielplan. Schneeweißchen und Rosenrot, gespielt von Kristina Willmaser und Annalisa Stephan, leben gut behütet von Mama Nann in einer kleinen Hütte am Waldrand. Eines Tages zieht es die beiden hinaus über den Fluss und in den magischen Teil des Waldes, in welchem Zwerge, Elfen und Waldgeister wohnen. Das ist zwar verboten, aber dennoch übertreten Schneeweißchen und Rosenrot die Grenze. Dort im Waldreich treffen sie nicht nur auf einen ziemlich übellaunigen Zwerg, sondern auch auf zwei Prinzen, und damit beginnt ein Abenteuer für Schneeweißchen und Rosenrot, in dem nicht nur ein Bär, magische Rosen und Zwergenbärte eine Rolle spielen, sondern auch die Beziehung zwischen den beiden Schwestern auf die Probe gestellt wird.

Die berühmte Erzählung von dem Rattenfänger, der allein mit dem Spiel seiner Flöte erst die Stadt von einer Rattenplage befreite und dann, nachdem man ihn um den versprochenen Lohn betrügen wollte, alle Kinder aus der Stadt herauslockte, feiert am 8. Juli Premiere und bildet ein echtes Novum bei den Festspielen. Erstmals liefert hier eine Sage den Stoff für eine Festspiel-Produktion. „Die Brüder Grimm haben nicht nur Märchen, sondern auch Sagen gesammelt und aufgeschrieben. Diese Facette ihres Schaffens soll sich künftig auch bei den Festspielen widerspiegeln“, erklärt Engel die Erweiterung um dieses Genre. Das Buch zu der Inszenierung mit Dieter Gring in der Hauptrolle hat Stephan Lack geschrieben. Lack, der mit seiner geistreichen und humorgespickten Fassung von Schneewittchen den Autorenwettbewerb 2019 für sich entscheiden konnte, verspricht für Hanau ein versöhnlicheres Ende der Geschichte als im Original. Regie führt François Camus.

Anders als gewohnt, wird es in dieser Spielzeit kein großes Rahmenprogramm zu den Festspielen geben. Freuen darf sich das Publikum allerdings auf die „Openstage“ am 26. Juli. Die Veranstaltung, die bei freiem Eintritt, aber mit der Möglichkeit für einen guten Zweck zu spenden, stattfindet, bietet eine bunte Mischung aus Gesang, Tanz, Lesung, Instrumental und Akrobatik freuen. „An diesem Abend nutzen unsere Schauspielerinnen und Schauspieler die Gelegenheit, sich auf der Bühne einmal von einer ganz anderen Seite zu präsentieren. Jedes Mitglied des Ensembles kann auf diese Weise seine verborgenen Talente zeigen oder Lieblingsstücke vortragen“, so Intendant Engel.

Auch in diesem Jahr erhalten die Festspiele Unterstützung durch die prominente und beliebte Schauspielerin Marie-Luise Marjan, die 2018 erstmals für die Aufgabe der Märchenbotschafterin der Brüder-Grimm-Stadt gewonnen werden konnte. In dieser Funktion wirbt die als „Mutter Beimer“ bekannt gewordene Künstlerin nicht nur für die Festspiele, sondern auch für das Mitmach-Museum „GrimmsMärchenReich“.

Wie schon 2019 ermöglicht das Festspielticket auch dieses Jahr wieder den kostenfreien Eintritt ins „GrimmsMärchenReich“-  das Mitmachmuseum ist zwar derzeit noch geschlossen, der einmalige kostenfreie Eintritt mit der Festspiel-Karte ist aber bis Ende des Jahres möglich. Daneben können auch die öffentlichen Verkehrsmittel im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds unentgeltlich zur An- und Abreise genutzt werden.

Der Vorverkauf läuft bereits und bietet die Chance, sich gute Plätze in der stimmungsvollen Open-Air-Spielstätte bei Schloss Philippsruhe zu sichern. Die Karten gibt es vom 7. Juni an im Hanau Laden am Freiheitsplatz sowie online auf www.frankfurtTicket.de und müssen personalisiert werden. Bereits früher erworbene Tickets, die noch für die ursprünglich angesetzten Termine ausgegeben wurden, können umgetauscht oder zurückgegeben werden. Fragen dazu beantwortet das Team von Frankfurt Ticket unter 069/1340400 oder info@frankfurt-ticket.de.

Die Zutrittsregelungen im Sinne des Corona-Schutzes werden tagesaktuell auf der Festspiel-Homepage bekannt gegeben. „Wir gehen davon aus, dass ein negativer Test beziehungsweise der Nachweis des vollständigen Impfschutzes oder der Genesung notwendig sein wird“, so Engel. Zudem wird zumindest auf dem Weg zu den Plätzen das Tragen einer Maske obligatorisch sein. Direkt am Amphitheater wird das Deutsche Rot Kreuz eine Teststelle einrichten, die auch zu den Aufführungen geöffnet sein wird. Es empfiehlt sich aber, getestet anzureisen, idealerweise mit dem Hanau-Ticket (www.hanau-ticket.de).

Alle weiteren Informationen rund um die Brüder Grimm Festspiele sind auch im Internet unter www.festspiele-hanau.de zu finden.



Pressekontakt: Stadt Hanau, Güzin Langner, Telefon 06181/295-929




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Brüder Grimm Festspiele starten am 1. Juli
Das Musical "Das tapfere Schneiderlein" eröffnet die 37. Brüder Grimm Festspiele. © BGF Hendrik Nix


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Der zerbrochne Krug
In der Reihe Grimm Zeitgenossen wird Kleists Komödie "Der zerbrochne Krug" gezeigt. Das Stück feiert am 2. Juli Premiere. © BGF Hendrik Nix


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