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12.06.2019 - Stadt Hanau


„Kultur für alle – das nehmen wir ernst“

Brüder Grimm Festspiele bauen ihr Angebot in Gebärdensprache aus


Die Idee, eine Vorstellung der Brüder Grimm Festspiele in Deutscher Gebärdensprache simultan übersetzen zu lassen, stieß 2017 auf große Resonanz. Seitdem gehört das Angebot für Gehörlose fest ins Programm und wurde in diesem Jahr mit Sponsorenunterstützung sogar noch erweitert. Auch im GrimmsMärchenReich, dem neuen Mitmachmuseum im Schloss Philippsruhe, sind zwei Märchenfilme in Gebärdensprache zu sehen. Die Stadt Hanau will damit ein klares Zeichen setzen.

Bundesweit gibt es mehr als 80.000 Gehörlose, rund 7000 davon in Hessen. Für sie ist das Angebot inklusiver Veranstaltungen im Bereich Kunst und Kultur, in denen Hörende neben Hörbeeinträchtigten sitzen, noch sehr gering, von wirklicher Teilhabe sind die Gehörlosen damit weit entfernt. Gerade bei Theateraufführungen wird dies deutlich, denn nur über visuelle Eindrücke erschließt sich den Zuschauern ohne Hörvermögen der Inhalt nur schwer oder gar nicht. Das soll in Hanau besser laufen. Die Brüder-Grimm-Stadt ist der einzige Festspielstandort in Deutschland, in der mindestens eine Aufführung mit Simultanübersetzung in Deutscher Gebärdensprache auf dem Programm steht und nachhaltig verankert wird.

Bei den Brüder Grimm Festspielen kommen dafür bereits zum dritten Mal zwei echte Profis zum Einsatz. Kathrin Enders und Yvonne Barilaro-Boracchia sind ausgebildete Dolmetscherinnen in Gebärdensprache und werden am 14. und 23. Juni jeweils eine Vorstellung von „Die Bremer Stadtmusikanten“ begleiten – erstmals in diesem Rahmen auch eine Schulaufführung. An dieser nehmen gehörlose und hörgeschädigte Kinder und Lehrkräfte aus der Friedberger Johannes-Vatter-Schule teil. Diese Erweiterung des Angebotes wurde durch die zweckgebundene Spende der Firma Werbebau ermöglicht. Für Intendant Frank-Lorenz Engel Selbstverständlichkeit und Glücksgriff zugleich: „Inklusion ist wichtig. Kultur steht mitten in der Gesellschaft. Um wirklich allen Menschen die Teilhabe daran zu ermöglichen, ist es notwendig, Angebote wie dieses zu machen. Ich bin dankbar, dass wir das in Hanau so praktizieren können und dass es Sponsoren gibt, die sich hier engagieren.“

Auslöser für das Engagement war übrigens „Die Menschenkette für Vielfalt“ im April 2016, in die sich auch Schauspieler der Festspiele einreihten: Hier ergab sich die Diskussion über genau diese Teilhabe von Gehörlosen an Kulturveranstaltungen. Auf Initiative und mit Unterstützung von Andrea Freund von der Abteilung Senioren, Ehrenamt und Vielfalt kam das Thema Märchen auch für Gehörlose ins Rollen. Sie fungiert als Schnittstelle für das Thema Inklusion. „Wir schließen damit eine Lücke, von der wir erst im Rahmen unseres Modellprojekts Inklusion (‚Menschen in Hanau‘) erfuhren, als wir Kontakt mit dem Gehörlosenverein Hanau suchten“, erinnert sich Bürgermeister Axel Weiss-Thiel. Die 50 Plätze für Gehörlose sind seit 2017 immer ausverkauft. „Wir nehmen unseren Anspruch ernst, in Hanau Kultur für alle anzubieten“, so der Bürgermeister.

Die Besonderheit für Enders und Barilaro-Boracchia besteht auch in diesem Jahr in der Kombination von gesprochenem Text und Liedern. Generell erfordert die Simultanübersetzung eines Theaterstückes mit vielen verschiedenen Akteuren schnelle Rollenwechsel und eine besonders ausdrucksstarke Mimik und Gestik, doch die Lieder sind noch eine weitere Herausforderung, weil Takt und Rhythmus zusätzliche Bestandteile sind. Es gilt also die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache mit der der deutschen Lautsprache in Einklang zu bringen, den Rhythmus des Liedes halten und gleichzeitig das Kunststück hinbekommen, Schauspiel- und Gesangstempo richtig darzustellen. Also wirklich kein Pappenstiel, sondern eine Höchstleistung an Konzentration und Kondition, die die beiden Dolmetscherinnen am Bühnenrand erbringen. Um diese auf den Punkt zu bekommen, lernen sie frühzeitig den Text und bereiten sich lange und intensiv vor.

Doch nicht nur bei den Festspielen ist die Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache mittlerweile fester Bestandteil, auch das im April eröffnete Mitmach-Museum GrimmsMärchenReich bietet einen inklusiven Zugang zu den Märchen. Zwei Klassiker, nämlich „Der gestiefelte Kater“ und „Dornröschen“, wurden von Kathrin Enders und Yvonne Barilaro-Boracchia in die Gebärdensprache übersetzt und filmisch aufbereitet.

 

Hintergrund: Mit den Brüder Grimm Festspielen ehrt die Stadt Hanau seit 1985 die deutschen Märchensammler und Sprachforscher Jacob und Wilhelm Grimm, die in Hanau geboren wurden. Jedes Jahr locken die preisgekrönten Festspiele rund 80.000 Besucher an. Bei den Grimm-Inszenierungen handelt es sich um Uraufführungen, die in den vergangenen Jahren mehrfach mit dem „Deutschen Musical Theater Preis“ ausgezeichnet worden sind. 2019 finden die 35. Festspiele mit den Stücken „Jacob und Wilhelm - Weltenwandler“ (Musical/Premiere am 10. Mai), „Die Bremer Stadtmusikanten“ (Familienstück mit Musik/Premiere am 1. Juni), „Schneewittchen“ (Schauspiel/Premiere am 8. Juni) sowie „Maria Stuart“ (Reihe Grimm Zeitgenossen/Premiere am 18. Mai) vom 10. Mai bis 28. Juli statt. Spielstätte ist das überdachte Amphitheater im Park von Schloss Philippsruhe. In der Reihe „Junge Talente“ wird in der Wallonischen Ruine außerdem „Die Leiden des Jungen Werther“ (Premiere am 19. Juli aufgeführt).

Weitere Informationen über die Brüder Grimm Festspiele gibt es im Internet unter www.festspiele.hanau.de. Tickets gibt es im Hanau Laden am Freiheitsplatz, an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter www.frankfurt-ticket.de oder auch unter der Telefonnummer 069 / 13 40 400. Die Festspiel-Tickets berechtigen zwischen dem 10. Mai und dem 28. Juli 2019 auch zum kostenfreien Eintritt ins GrimmsMärchenReich, dem neuen Mitmachmuseum im Schloss Philippsruhe.



Pressekontakt: Güzin Langner, Telefon 06181/295-929

Kontaktdaten:
Stadt Hanau
Öffentlichkeitsarbeit
Am Markt 14-18
63450 Hanau

Oeffentlichkeitsarbeit@hanau.de

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