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17.10.2020 - Stadt Hanau


Anschlag in Partnerstadt Conflans Sainte-Honorine: Hanau verurteilt Terrorattentat auf Lehrer


„Diesen entsetzlichen terroristischen Anschlag in Hanaus Partnerstadt Conflans Sainte-Honorine, bei dem ein Lehrer für Geografie und Geschichte kaltblütig ermordet wurde, verurteilen wir zutiefst.“ Das ist der Kernsatz einer gemeinsamen Kondolenzbotschaft von Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Großauheims Ortsvorsteher Reiner Dunkel und Hubert Wenzel, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Großauheim e.V.. Kaminsky hat ab Montag Trauerbeflaggung an allen städtischen Gebäuden angeordnet. Unter Einhalten der Corona-Regeln soll baldmöglichst in der Rue de Conflans an der Lindenau-Schule eine öffentliche Gedenkveranstaltung stattfinden, kamen Kaminsky und Dunkel überein.
Der Getötete unterrichtete an der Partnerschule der Lindenauschule, am Collège du Bois d'Aulne. Seit mehr als 50 Jahren hat die Lindenauschule intensiven Kontakt mit dem College; die gemeinsame Städtepartnerschaft besteht seit 1965. „Das ist eine über Jahre gewachsene Freundschaft, insofern erschüttert die grausame Tat ganz Hanau und insbesondere Großauheim umso mehr“, so Ortsvorsteher Dunkel.
Ebenso wie nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 zeige Hanau auch diesmal Flagge gegen Terror und für Toleranz, so OB Kaminsky. „Und das unabhängig von der Glaubensrichtung“, betont er. Auch das Attentat von Conflans Sainte-Honorine sei ein „Anschlag auf das Herz unserer Zivilisation“. Diese Tat treffe „alle, denen das Grundrecht auf Meinungsfreiheit als Fundament einer freiheitlichen und offenen Gesellschaft am Herzen liegt“.
Denn nach bisher vorliegenden Erkenntnissen, so Hubert Wenzel vom Partnerschaftskomitee Großauheim, behandelte der getötete Lehrer im Unterricht das Thema Pressefreiheit und sprach dabei auch über die Mohammed-Karikaturen, die „Charlie Hebdo“ jetzt im September neu veröffentlich hatte. Der Ermordete wies demnach vor dem Zeigen der Karikaturen darauf hin, dass die Schüler die Klasse verlassen könnten, die das nicht sehen wollten.
Nach Unterrichtsschluss erwartete den Lehrer laut Medienberichten ein Terrorist in der Nähe der Schule und tötete ihn mit einem Messer. Die französische Polizei stellte demnach den mit einer Stichwaffe hantierende jungen Mann und erschoss ihn, weil er das Messer nicht niederlegen wollte.
„Diese ganz offensichtlich islamistisch motivierte Mordtat ist zutiefst zu verurteilen“, stellt OB Kaminsky heraus. Islamistische und rechtextreme Taten seien „die Plage unserer Zeit“. Das auch deswegen, weil sich beide Tätergruppen „wechselseitig befruchten“. Rechtsterroristen handelten aus Hass gegen den Islam, wie die Anschläge von Hanau, Halle und gegen den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke in jüngerer Vergangenheit gezeigt hätte. Umgekehrt führten islamistische Terroristen einen regelrechten Krieg gegen angeblich Ungläubige und töteten unschuldige Menschen wie die im Fall von „Charlie Hebdo“, am Berliner Breitscheidplatz und jetzt in Conflans Sainte-Honorine. Gegen all das müsse „die Zivilgesellschaft aufstehen“.
Mitgefühl und Solidarität der Menschen in Hanau gelten zuvorderst den Angehörigen und Freunden des Mordopfers, zugleich den Bürgerinnen und Bürgern der Partnerstadt, schließen Kaminsky, Dunkel und Wenzel. Hanau wisse aufgrund des Attentats vom 19. Februar „leider nur zu gut, welche dauerhaften tiefen Wunden das in einer Stadtgesellschaft hinterlässt“.








Pressekontakt: Joachim Haas-Feldmann, Telefon 06181/295-266

Kontaktdaten:
Stadt Hanau
Öffentlichkeitsarbeit
Am Markt 14-18
63450 Hanau



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