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07.06.2021 - Stadt Wolfsburg


Erhaltungssatzung ist keine Käseglocke

Zweiter digitaler Rundgang durch Detmerode


Insgesamt dreißig Teilnehmende begrüßte Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide jetzt zum zweiten digitalen Rundgang durch Detmerode begrüßen. Die Online-Veranstaltung in der Reihe „Unterwegs mit…“ ist ein neues Beteiligungsformat, das die Aufstellung einer Erhaltungssatzung für den Stadtteil begleitet. Das Angebot war für die in Detmerode wohnenden Bürger sowie interessierte Ortskundige gedacht und stieß erneut auf sehr gute Resonanz. Thema waren dieses Mal die Einfamilienhausgebiete des Stadtteils mit ihren unterschiedlichen Qualitäten und Erhaltungszuständen. Begleitet wurde Hirschheide durch Dr. Holger Pump-Uhlmann, der 2013 den Handlungsleitfaden für die Quartiere entwickelt hatte, und durch Dr. Stephan Strauß, der seit 2020 mit der Analyse für die Erhaltungssatzung beauftragt ist.

Die Trabantenstadt Detmerode ist beispielhaft für einen qualitätsvollen und weitgehend authentisch erhaltenen Städtebau der 1960er Jahre. Für das Planen und Bauen im Stadtteil soll eine Erhaltungssatzung künftig den verbindlichen gestalterischen Rahmen geben. Dabei spielen insgesamt neun unterschiedliche Einfamilienhausquartiere eine wesentliche Rolle. „Bestreben ist es“, erklärt Holger Pump-Uhlmann, „eine gemeinsame visuelle Klammer zu erhalten, in der dann individuelle Gestaltung möglich ist, ohne dass der städtebauliche Kontext zerfällt.“ Dieser Zusammenhang hänge nach seiner Einschätzung sehr stark von der Form, der Farbgebung und Materialität ab.

Stephan Strauß erläuterte an verschiedenen Beispielen seine Herangehensweise, die letztlich für den Schutzstatus der Gebiete eine Differenzierung vorschlägt. Dieses gelte insbesondere für die gelb geklinkerten Einfamilienhaus-Bereiche, die im Rahmen einer sogenannten Architektenmesse entstanden sind und damals schon bundesweit publiziert wurden. „Unter Umständen ist die erste Reihe zum öffentlichen Raum in der Erhaltungssatzung stärker zu gewichten mit Blick auf ihre städtebauliche Wirkung und unter Berücksichtigung des aktuellen Erhaltungszustands“, bekräftigt Strauß.

Hier sollte das einzelne Haus immer im Kontext der umgebenden Bebauung gesehen werden. „Das Prinzip der Reihung gleicher Typen und ihr rhythmisches Bild zur Straße hat vor allem bei den rot geklinkerten Wohnhäusern eine besondere räumliche Qualität, die bei zu starker Veränderung des Einzelhauses verloren geht“, ergänzt Strauß. Hingewiesen wurde erneut auf die Bedeutung der grünen Freiräume und hier auch die offene Gestaltung der Vorgartenzone. Doch Strauß unterstrich auch: „Eine Gestaltungssatzung ist keine Käseglocke. Sie wird auch künftige Entwicklungen ermöglichen und in weniger Qualität vollen Bereichen eher schlanke Vorgaben machen.“

Anwesende aus der Ortspolitik nahmen zur Kenntnis, dass unter den Teilnehmenden des Rundganges eine große Einmütigkeit zu dieser Einschätzung herrschte. Sie konnten nicht nur fragen und kommentieren, sondern sich an jedem Punkt des Rundgangs mit ihren individuellen Antworten an einer Online-Abstimmung beteiligen. Etwa 70 Prozent der Beteiligten sprachen sich für den bestandswahrenden Erhalt der rot geklinkerten Quartiere aus, die im Rahmen eines Demonstrativbauvorhabens schon 1963/64 entstanden. Noch stärkere Zustimmung herrschte bei den Gebäuden der Architektenmesse: Gut 81 Prozent spürten hier einen übergeordneten Gestaltungswillen, der sich bis heute erhalten hat, während die Einfamilienhäuser im östlichen Bereich Detmerodes von der großen Mehrheit bereits als stark verändert angesehen werden.

Das Reihen- oder Kettenhaus mit kleinem Garten wird als gute Möglichkeit des Wohnens sehr geschätzt. Für das Entwicklungskonzept im zweiten Schritt wünschten sich aber mehrere Anwohnende konzeptionelle Vorschläge zur Weiterentwicklung der Sammelgaragen, die für heutige Fahrzeugtypen kaum noch geeignet sind, und für den ruhenden Verkehr.

Das Interesse an einer gemeinsamen Initiative sei hier leider noch sehr gering. Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide unterstrich, dass parallel unterschiedliche Mobilitätsformen betrachtet und gestärkt werden müssen: „Die stadtweite Entwicklung von Mobilitätszentren und die Frage des Übergangs zwischen verschiedenen Mobilitätsarten könnte für Detmerode dabei eine wesentliche Rolle spielen.“

Der Rundgang soll nicht die letzte Veranstaltung sein, die über den Arbeitsstand der Erhaltungssatzung informiert, versprachen Nicole Froberg und Esther Orant vom Forum Architektur der Stadt Wolfsburg, die durch die Veranstaltung führten. Zunächst ist Mitte Juni ein Beteiligungsformat für Jugendliche geplant, das in Kooperation mit dem Jugendzentrum Detmerode vor Ort durchgeführt wird.

Auch die dialogischen Stadtrundgänge mit dem Stadtbaurat und wechselnden Gästen werden fortgesetzt. Regelmäßige Informationen finden sich unter www.wolfsburg.de/architektur.

Bildunterschrift: Blick in eines der Quartiere in Detmerode, die im Rahmen eines Demonstrativbauvorhabens 1963/64 entstanden. Foto: Stadt Wolfsburg, Lars Landmann, 2013



Pressekontakt: Referat Kommunikation, Ralf Schmidt, Telefon (05361) 28-1635

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STADT WOLFSBURG
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Porschestr. 49
38440 Wolfsburg

Mail: kommunikation@stadt.wolfsburg.de

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