Volltext in Meldungen suchen
Print Zurück


20.10.2021 - Kreis Steinfurt


Respekt vor Natur schwindet – Einfachste Regeln werden in Naturschutzgebieten im Kreis Steinfurt nicht eingehalten

Wander-Apps zeigen illegale Wege | Bodenbrüter stark gefährdet


Kreis Steinfurt. Die Entwicklung zeigt sich schon seit einiger Zeit und hat sich während der Corona-Pandemie verstärkt: Der Respekt der Menschen vor der Natur schwindet. Viele halten sich nicht an die einfachsten Regeln, verlassen in Naturschutzgebieten die Wege und zertrampeln Pflanzen, lassen ihren Müll liegen und die Hunde freilaufen. Zum Leidwesen derer, die die Natur schätzen und schützen.

 

„Das Problem ist kreisweit festzustellen. Vor allem Gebiete mit Still- und Fließgewässern sind betroffen. Die sind bei Wanderern, Spaziergängern und Ausflüglern besonders beliebt“, sagt Esther Susewind von der unteren Naturschutzbehörde. In der Emsaue ist das Verhalten teils unvorstellbar, sagt die Landschaftsökologin: „Vermehrt haben unsere Ranger beobachtet, dass Leute sogar mit dem Auto über gemähte Flächen bis an die Ems fahren, um dort zu grillen oder auch zu zelten. Ortsnah gelegene Abschnitte der Emsaue in Greven, Emsdetten und Rheine sind besonders betroffen. Für all diese Verhaltensweisen können Bußgelder fällig werden, weil sie illegal sind.“

 

Auch die Nutzung von Wander-Apps ist zum Problem geworden, sagt Susewind: „Teilweise geben App-Anbieter illegale Pfade als offizielle Wanderwege durch das jeweilige Naturschutzgebiet an. Das gilt unter anderem für das Naturschutzgebiet ‚Steinbruch im Kleefeld‘, also am sogenannten Canyon in Lengerich. Ausflügler folgen vertrauensvoll dem digitalen Wegweiser und nehmen gar nicht wahr, dass sie illegale Pfade nutzen und dabei Naturschutzflächen betreten.“ Dagegen sollen künftig unter anderem analoge Mittel helfen. Der Kreis stellt, in der Hoffnung auf Einsicht und Beachtung, zurzeit mehr Hinweisschilder auf, die den Menschen den richtigen Weg zeigen – im Naturschutzgebiet am Canyon, aber auch andernorts.

 

Mehr Einsicht sei auch von vielen Hundebesitzern wünschenswert. Sie lassen ihre Vierbeiner in Naturschutzgebieten freilaufen, ohne über die Folgen für die dort lebenden Tiere nachzudenken, erklärt Robert Tüllinghoff, stellvertretender fachlicher Leiter der Biologischen Station Kreis Steinfurt. „Dabei kommt es gar nicht so sehr auf die Größe oder Rasse an. In jedem Hund ist noch Jagdtrieb vorhanden, sodass diese nicht nur Vögel verscheuchen, sondern auch Gelege zerstören. Ornithologen wie Tüllinghoff haben beobachtet, dass es vielen Vögeln für die Brut bereits zu unruhig in der Emsaue geworden ist: „Wenn die Vögel zu oft gestört werden, geben sie die Brut auf und meiden solche Gebiete schließlich dauerhaft.“  

 

Paradox ist das respektlose Verhalten, meint Daniel Middendorf, einer der drei hauptamtlichen Ranger des Kreises: „Die Menschen kommen in die Naturschutzgebiete, weil sie die Natur erleben wollen - zerstören sie aber gleichzeitig unbewusst oder bewusst durch unachtsames oder respektloses Verhalten.“ Durch freundliche Hinweise erreicht man zwar oft Verständnis, in der Pandemiezeit haben er und seine Kollegen aber auch andere Erfahrungen gemacht: „Der Anteil der uneinsichtigen Leute nimmt zu, die sich nicht an die geltenden Regeln halten wollen. Wir haben nach Ansprache des Öfteren Pöbeleien und Androhung von Gewalt erlebt.“

 

Konsequenz bei weiterhin respektlosem Verhalten könnte sein, dass die Möglichkeiten zum Betreten in sensiblen Bereichen künftig konsequenter eingeschränkt werden müssen, notfalls auch durch Absperrungen. Jeder kann dazu beitragen, dass es künftig nicht so kommt. Ranger Middendorf bringt es auf den Punkt: „Naturschutzflächen nicht betreten, Hunde anleinen, keinen Müll hinterlassen, keine Feuer anzünden.“




Kontaktdaten:

Kontaktdaten Herausgeber:
Kreis Steinfurt | Der Landrat

Büro des Landrates | Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tecklenburger Straße 10 | 48565 Steinfurt
pressestelle@kreis-steinfurt.de
www.kreis-steinfurt.de



Dieser Meldung sind folgende Medien beigefügt:

Respekt vor Natur schwindet
© Biologische Station Kreis Steinfurt, Peter Schwartze - Respekt vor Natur schwindet Immer wieder ist zu beobachten, dass Ausflügler Wege in Naturschutzgebieten verlassen und illegale Pfade nutzen.

© Biologische Station Kreis Steinfurt, Peter Schwartze

Original herunterladen
Respekt vor Natur schwindet
© Biologische Station Kreis Steinfurt, Peter Schwartze - Respekt vor Natur schwindet Auch vor Uferbereichen machen die Menschen keinen Halt.

© Biologische Station Kreis Steinfurt, Peter Schwartze

Original herunterladen
Respekt vor Natur schwindet
© Biologische Station Kreis Steinfurt, Peter Schwartze - Respekt vor Natur schwindet Leider immer öfter hinterlassen Menschen ihren Müll nach dem Ausflug ins Naturschutzgebiet.

© Biologische Station Kreis Steinfurt, Peter Schwartze

Original herunterladen

Hier können Sie sich anmelden:

Freigeschaltete Meldungen im System: 339.658

Sonntag, 05. Dezember 2021

Mein
Presse-Service

Jederzeit komfortabel und bequem Ihre Einstellungen ändern:

Sie sind noch kein Abonnent? presse-service.de ist offen für jeden Internetnutzer und das kostenfrei. Lassen Sie sich Meldungen aus Ihrer Nähe oder zu den Sie interessierenden Themenbereichen direkt zusenden. Werden Sie Abonnent bei presse-service.de

Jetzt abonnieren!

Mitglied
werden

Unsere Vorteile erleichtern IHRE Arbeit!

Erfahren Sie, wie einfach Sie mit presse-service.de Ihre Meldungen einem hoch qualifizierten Publikum zugänglich machen. Flexibel, kostengünstig und reichweitenstark. Der Presse-Service ist das ideale Werkzeug beim News- und Meldungsmanagement für Pressesprecher, Redakteure, Journalisten und alle die schnell und effizient Neuigkeiten mit einem Klick streuen möchten.

Detaillierte Informationen

Die
Fakten

  • Über 200.000 Meldungen pro Jahr
  • Über 400.000 Empfänger deutschlandweit
  • Über 17.000 exklusive Redaktionen in Fachverteilern
  • Über 600 registrierte Pressestellen
  • Versandstatistik 2017 > 49 Mio. Emails
  • NEU! 7.500 neue Fachredaktionen im Gesundheitswesen

Sprechen Sie uns an!

Die Redaktionsoberfläche steht online zur Verfügung, um dezentrales Arbeiten zu ermöglichen.

Kurzübersicht
der Funktionen

  • Zentrale Nachrichtenerfassung
  • Zeitgesteuerte Freischaltung
  • Meldungsarchive
  • Komfortable Medienverwaltung
  • Gruppenverwaltung
  • Exakte Versand- und Aufrufstatistiken
  • Eigene Adressverteiler
  • Akkreditierungsbereich für Abonnenten
  • Eigene Meldungsfilter
  • Schnittstellen zur eigenen Internetseite
  • Eigene RSS-Feeds
  • Schnittstellen zu Facebook, Twitter etc.