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22.12.2021 - documenta-Stadt Kassel


Anaïs Meier erhält Förderpreis Komische Literatur 2022

Die schweizerische Schriftstellerin Anaïs Meier, Jahrgang 1984, erhält im Jahr 2022 den Förderpreis Komische Literatur. Dies gab Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle jetzt bekannt.


Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird auf Vorschlag von Verlagen durch die Stadt Kassel und die Stiftung Brückner-Kühner verliehen. Der Preis geht an Autorinnen und Autoren, die sich noch in einer relativ frühen Phase ihres literarischen Schaffens befinden und auf hohem künstlerischen Niveau das Komische gestalten.

Knapp 30 Verlage hatten Vorschläge eingereicht. Der in Dresden und Berlin ansässige Verlag Voland & Quist brachte seine Autorin mit ihrem im letzten Jahr erschienenen Kurzprosaband „Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken“ und ihrem in diesem Herbst veröffentlichten Debütroman „Mit einem Fuss draussen“ ein und sorgte beim Stiftungsrat damit für einhellige Begeisterung. Der Förderpreis wird gemeinsam mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben, der, wie bereits gemeldet, für das Jahr 2022 Helge Schneider zugesprochen wurde. 

Ob die für Anfang Februar 2022 vorgesehene Preisverleihung wegen des Pandemiegeschehens in kleinem Rahmen stattfinden kann oder ob sie wieder in den kommenden Sommer verschoben wird, ist gegenwärtig noch offen. Darüber wird rechtzeitig informiert. Die Kasseler Sparkasse unterstützt auch diesmal großzügig den Förderpreis. 

In seiner Eigenschaft als Jury begründet der Stiftungsrat seine Entscheidung für Anaïs Meier wie folgt: „Anaïs Meier überrascht als neue, ja: unerhörte Stimme literarischer Komik. Ihre Prosa ist künstlerisch bestechend, poetisch dicht und doch leicht, lustig und zugleich ernsthaft. Die Kurzgeschichten des Bandes „Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken“ bieten ein einfallsreiches Lob der Torheit, das sich im Spektrum zwischen Gemeinplätzen zur Schweiz und Lifestylemoden bewegt und dabei gekonnt diverse Schreibweisen persifliert. Den Elan ihres Debütromans „Mit einem Fuss draussen“ hält sie souverän von der ersten bis zur letzten Zeile durch. Das Buch – Gesellschaftssatire ebenso wie Krimiparodie und Unsinnsprosa – präsentiert einen skurrilen Protagonisten, dessen verrückte Beobachtungen auch in ihrer Sprachlichkeit welthaltig und ausgesprochen komisch sind. Anaïs Meier wird literarisch weiter von sich reden machen.“ 

Anaïs Meier, geboren 1984 in Bern, studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Ihr Kurzgeschichtenband „Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken“ erschien 2020 bei mikrotext. „Mit einem Fuss draussen“ im Verlag Voland & Quist ist ihr Debütroman. Sie schreibt die Kolumne „Aus dem Réduit“ für die Fabrikzeitung in Zürich und gehört dem Autorinnenkollektiv RAUF an. Anaïs Meier gehört zu einer jungen Generation deutschsprachiger Schreibender, deren Bewusstsein für die Gegenwart auf ein kritisches Geschichtswissen trifft; Zustände werden gnadenlos und scharf angeprangert. Ihre Prosa zeigt sprachmächtig Schweizer Sonderlinge – ob Althippies oder Hipsterkoch oder den schrulligen Roman-Icherzähler Gerhard. Sie alle werden nicht einfach vorgeführt, treten vielmehr vor der Folie der Gegebenheiten auf. Es geht also nicht darum, dass jemand ins Lächerliche gezogen wird, sondern um eine hintersinnige Kritik an Systemen, am vermeintlich Unumstößlichen unserer Gegenwart.

Der Förderpreis Komische Literatur zum „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ wurde bislang folgenden Personen verliehen: Frank Schulz (1999), Jochen Schmidt (2004), Tilman Rammstedt (2005), Jess Jochimsen (2006/2007), Philipp Tingler (2008), Michael Stauffer (2009), Rebekka Kricheldorf (2010), Jan Neumann (2011), Tino Hanekamp (2012), Wolfram Lotz (2013), Arno Camenisch (2015), Kirsten Fuchs (2016), Ferdinand Schmalz (2017), Dagmara Kraus (2018), Jakob Nolte (2019) Chrizzi Heinen (2020) und zuletzt Lukas Linder (2021). 

Die Jury bzw. der Stiftungsrat besteht aus dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Dr. h.c. Walter Pape (Vorsitz), der Leiterin des S. Fischer Theaterverlags Friederike Emmerling, der Lektorin Dr. Renate Jakobson, der Literaturkritikerin Sandra-Kegel, dem Literatur- und Medienwissenschaftler sowie Dichter Christian Maintz, dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Uwe Wirth sowie Dr. Thomas Wohlfahrt, dem Direktor des Hauses für Poesie in Berlin. 

Die Stiftung Brückner-Kühner vergibt seit 1985 den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ sowie seit 2004 regelmäßig auch den „Förderpreis Komische Literatur“. Die Stiftung wurde von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner (beide 1921–1996) ins Leben gerufen und ist heute ein Literaturzentrum für die Kultur des Komischen, für zeitgenössische internationale Poesie sowie für die Erinnerung an Werk und Leben des Stifterpaares in dessen Wohnhaus. Geschäftsführender Kurator der Institution ist der Literaturwissenschaftler Dr. Friedrich Block. Näheres zum Engagement der Literaturstiftung unter https://brueckner-kuehner.de.




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