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11.10.2022 - Stadt Hanau


Brüder Grimm Festspiele mit durchwachsener Bilanz und positivem Ausblick

Akzeptable Zahlen trotz vieler Probleme – „Erhöhung der Ticketpreise kommen nicht in Frage“ – Vorverkauf für neue Saison beginnt Anfang November


Die Macher der Brüder Grimm Festspiele gehen positiv für das Publikum in die kommende Spielzeit, für die der Vorverkauf Anfang November beginnt. Die Bilanz der diesjährigen Saison ist durchwachsenen: Trotz gewaltiger Herausforderungen und vieler Probleme kann am Ende eine Gesamtbilanz der Saison 2022 festgestellt werden, die mit dem Prädikat „mit blauem Auge davongekommen“ bewertet wird. Das ist das Fazit, das Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und Intendant Frank-Lorenz Engel nach Vorlage der Zahlen ziehen. „Wir sind besser durch die Krisen gekommen als befürchtet“, so der Oberbürgermeister, „und das ist dem Engagement aller Beteiligten sowie der Treue der Hanauerinnen und Hanauer und der vielen Festspiel-Fans, die gerne nach Hanau kommen, zu verdanken“. Unterm Strich werden die Festspiele ein nur leicht negatives Finanz-Ergebnis erreichen. Mit Zuversicht blicken OB und Intendant ins neue Jahr, in dem vor allem populäre Stücke die Zuschauer ins Amphitheater locken sollen.

„Dass die 38. Festspielsaison eine herausfordernde sein wird, war uns von Anfang an klar“, so der Intendant. Der Vorverkauf sei zum Jahreswechsel von den Unsicherheiten der Corona-Pandemie und deren möglichen Folgen beeinflusst worden. Nach dem Überfall auf die Ukraine Ende Februar sei schließlich im März der Ticketverkauf zeitweise völlig zum Erliegen gekommen. „Es ist verständlich, dass der Erwerb von Festspieltickets nicht an erster Stelle stand“, so Engel.

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges und der Pandemie haben dann auch die Festspiele selbst vor erhebliche Herausforderungen gestellt. Die massiv höheren Preise bei den Baustoffen, etwa beim Holz für das Bühnenbild, die gestiegenen Gehälter für Handwerker und Licht- und Tonmeister und insgesamt die Inflation, haben die Festspielleitung vor große Herausforderungen gestellt. Hinzu kamen Corona-Ausfälle beim technischen Personal und bei den Schauspielerinnen und Schauspielern. Dennoch sei es gelungen – mit einer einzigen Ausnahme – alle knapp 100 Aufführungen planmäßig auf die Bühne zu bringen. „Das ist dem Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Flexibilität und Solidarität des Ensembles zu verdanken“, lobt Engel. Alle hätten eine enge Bindung an die Festspiele und einfach eine „große Leidenschaft“, trotz aller Widrigkeiten den Besuchern perfekte Aufführungen und damit besondere Kulturerlebnisse zu bieten, so der Intendant.

Dadurch seien auch Sondervorstellungen möglich gewesen, etwa die seit einigen Jahren angebotene Aufführung für Gehörlose und in diesem Jahr auch erstmals eine Vorstellung mit Audiodeskription für Blinde und Sehbehinderte, die bundesweit Beachtung fand: Dies sei nahezu einzigartig bei Festspielen in Deutschland. Zusätzlich habe man auch Kindern von Geflüchteten aus der Ukraine einige unbeschwerte Stunden bescheren können. All dies zeige, dass die Brüder Grimm Festspiele für die Akteurinnen und Akteure nicht einfach ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit seien, so der Intendant.

„Das war eine großartige Teamleistung unter der Führung von Intendant Frank-Lorenz Engel, die auch das Besondere unserer Brüder Grimm Festspiele auszeichnet“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. Dennoch habe man die Probleme nicht vollständig ausräumen können. So liegt die Besucherzahl mit 64.166 Zuschauern in diesem Jahr deutlich unter der Vor-Corona Saison 2019, als rund 74.000 Besucher im Amphitheater registriert werden konnten. Dies, obwohl die künstlerische Qualität der Aufführungen gleichbleibend hoch war. Die unsichere Lage, so Kaminsky, habe die Menschen beim Vorverkauf und dann beim Ticketverkauf gehemmt. Wenn man sich überlege, dass selbst Tourneen von Superstars in diesem Jahr wegen einbrechender Ticketverkäufe abgesagt werden mussten und andere Kulturstätten ebenfalls rückläufige Besucherzahlen vermelden mussten, seien die Festspiele noch recht gut weggekommen.

Dass die Kostenexplosion und der rückgängige Ticketverkauf am Ende nicht zu dramatischen Auswirkungen bei der finanziellen Bilanz geführt haben, erklärt der Oberbürgermeister mit dem sparsamen Einsatz der Finanzmittel durch das Festspielteam, dem ungebrochenen Engagement der Sponsoren und schließlich mit der vorsorglich vorgenommenen Erhöhung der Ticketpreise. Dadurch habe man die Verluste im Ticketverkauf fast vollständig ausgleichen können. Bei einem Gesamtetat von 1,4 Millionen Euro, der Förderung durch Sponsoren und das Land in Höhe von 340.000 Euro und dem Zuschuss der Stadt in Höhe von 375.000 Euro habe man fast wieder die Eckdaten der letzten „regulären“ Saison 2019 erzielen können. „Insofern hat sich die Preiserhöhung, die uns wirklich nicht leichtgefallen ist, als unser Rettungsanker erwiesen“, so Kaminsky.

Eine erneute Preiserhöhung für die Saison 2023 werde es trotz aller Herausforderungen nicht geben. So steigen neben den Energiekosten auch die Gagen für Künstler und Techniker. „Eine Erhöhung der Ticketpreise kommt für die neue Spielzeit aber nicht in Frage“, sagt Kaminsky. Die Festspiele sollen für alle Schichten möglich gemacht werden, daher werde es auch weiterhin vergünstigte Sonderaufführungen und die Schulvorstellungen geben. „Wir wollen, dass alle Hanauer Kinder in den Genuss der Festspiele kommen, gleich wie sie finanziell gestellt sind“, so Kaminsky. Die finanziellen Lücken werde man unter anderem mit einem gezielten und sparsamen Einsatz der Ressourcen schließen. So ist zum Beispiel ab der Spielzeit 2024 eine dauerhafte Konstruktionsveränderung der Bühne geplant, so dass hier künftig weniger Aufwand bei Auf- und Umbau betrieben werden muss. An der künstlerischen Qualität und an der vielgelobten Ausstattung etwa beim Bühnenbild oder den Kostümen werde man nicht sparen.

Die Stadt setze deshalb auch auf eine Steigerung der Ticketverkäufe. Dazu bietet die Saison 2023 die besten Voraussetzungen, denn die Festspiele locken im kommenden Jahr mit besonders populären Stücken. Zur ersten Premiere am 12. Mai 2023 gibt es die Neuinszenierung des Musicals „Aschenputtel“. Beim Familienstück mit Musik werden sich „Hase und Igel“ treffen und als weiteres Schauspiel wird „Hans im Glück“ seinen Weg im Amphitheater machen. Diese beiden Stücke sind, typisch für Hanau, Uraufführungen. Die Festspielleitung hat Autoren und Komponisten beauftragt aus diesen beiden Stoffen eigens für Hanau neue Stücke zu erschaffen. Auch beim klassischen Genre setzt man auf ein beliebtes Stück: Molières „Tartuffe“ wird in der Übersetzung des „Grimm-Zeitgenossen“ Wolf Heinrich Graf von Baudessin im Amphitheater aufgeführt. In der Reihe „Junge Talente“ kommt es zu einer Neuauflage der erfolgreichen Inszenierung „Das kunstseidene Mädchen“. Mit dem Vorverkauf wird Anfang November begonnen, hier können sich die Fans die besten Plätze sichern. In der Weihnachtszeit wird es wieder eine besondere Rabattaktion geben.

„Wir lassen uns von den Problemen nicht einschüchtern, sondern nehmen die Herausforderungen beherzt an“, verspricht Engel, „und wir starten mit frischem Schwung und großen Engagement in die neue Saison“. Auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky blickt mit Zuversicht auf das kommende Festspieljahr. Die Brüder Grimm Festspiele würden auch 2023 der kulturelle Leuchtturm der Stadt bleiben, der weit ins Land hinausstrahle. „Die Märchenaufführungen stiften Identität und geben positive Impulse in schwierigen Zeiten,“ so der OB. Und es gelte der Satz von Hanaus Märchenbotschafterin Marie-Luise Marjan, so Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky abschließend, dass Märchen Werte vermitteln und die Hoffnung, dass am Ende das Gute siegt. „Dies brauchen wir in Zeiten wie diesen mehr denn je.“



Pressekontakt: Dominik Kuhn, Telefon 06181/ 18000 – 820

Kontaktdaten:
Stadt Hanau
Öffentlichkeitsarbeit
Am Markt 14-18
63450 Hanau



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