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15.05.2024 - Landeshauptstadt Magdeburg


Goldene, Diamantene und Eiserne Hochzeitspaare im Alten Rathaus geehrt

Oberbürgermeisterin Simone Borris gratulierte zu 50, 60 sowie 65 Ehejahren


Magdeburger Ehepaare, die zwischen Ende März und Ende April ihre Goldene, Diamantene oder Eiserne Hochzeit gefeiert haben, sind heute im Alten Rathaus feierlich empfangen worden. Oberbürgermeisterin Simone Borris gratulierte den Jubilarinnen und Jubilaren und würdigte das gesellschaftliche Engagement der Eheleute. Ein Rückblick auf die Jahre 1959, 1964 und 1974 zeigte, wie sich die Stadt durch das Leben und Wirken dieser Magdeburgerinnen und Magdeburger verändert hat.

 

„Sie sind ganz besondere Vorbilder, denn Sie schufen sich gemeinsame Werte, haben Veränderungen gemeistert und in schwierigen Zeiten zu einander gehalten. Von diesem gemeinsamen Weg haben aber nicht nur Sie profitiert, sondern alle, die Sie auf Ihrem Weg begleitet haben und auch wir als Stadtgesellschaft.“, bekräftigte Oberbürgermeisterin Simone Borris und bedankte sich bei den Gästen: „Es freut mich immer ganz besonders zu sehen, dass viele ältere Bürgerinnen und Bürger der Stadt im Gemeinwesen aktiv sind. Ich danke Ihnen für dieses Engagement und möchte Sie gleichzeitig ermuntern, die zahlreichen Angebote zu nutzen, die unsere Stadt ihren älteren Bewohnerinnen und Bewohnern bietet.“

 

Ein Eisernes sowie 12 Diamantene und 22 Goldene Hochzeitspaare wurden eingeladen. Sie erhielten zur Anerkennung ihres persönlichen Lebenswerkes Glückwunschurkunden des Landes Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt Magdeburg sowie Blumen. Anschließend konnten die Ehrengäste in einem Gespräch mit der Oberbürgermeisterin bei Kaffee und Kuchen ihre Erinnerungen teilen.

 

Historischer Rückblick

In die Gratulation schloss die Oberbürgermeisterin Erinnerungen an die Jahre der Eheschließungen ein und betrachtete die stadtgeschichtlichen Ereignisse zwischen den 50er und 70er Jahren.

 

In der gesamten DDR galt ab 1957 das Gesetz zur 45-Stunden-Woche und ab 1967 die 5-Tage-Arbeitswoche. 1961 sorgte der Bau der Berliner Mauer für die endgültige Trennung von Ost- und West-Berlin, 1964 wurde der Wehrdienst ohne Waffe eingeführt und ab 1964 durften Rentner einmal jährlich zu Verwandtenbesuchen in die BRD reisen. 1966 ging bei Rheinsberg das erste Kernkraftwerk der DDR ans Netz. 1967 löste das Gesetz über die Staatsbürgerschaft der DDR die gemeinsame Staatsbürgerschaft ab und die Mark der Deutschen Notenbank wurde in Mark der DDR umbenannt. Im April 1968 trat die neue Verfassung der DDR in Kraft.

 

Prägend für diese Dekade waren aber auch sportliche Erfolge. Vor allem die Siege der Bundesrepublik Deutschland bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1954 und 1974 waren auch in der DDR Gesprächsthema auf den Straßen. Doch auch Sportler aus Magdeburg konnten in dieser Zeit bedeutende Errungenschaften vorweisen. Gustav-Adolf „Täve“ Schur wurde 1959 zum zweiten Mal Rennradweltmeister und die Fußballer des 1. FC Magdeburgs feierten 1974 mit dem Triumph beim Europapokal ihren bis heute größten Erfolg.  

 

Geprägt durch die zahlreichen Veränderungen waren vor allem die 60er Jahre auch in Magdeburg eine Zeit des Auf- und Umbruchs. Nach und nach entwickelte sich die Stadt immer weiter, Großsiedlungskomplexe und Wohnungen wurden aufgebaut, die Elbestadt wurde zur Stadt der Arbeiter und des Schwermaschinenbaus.

 

Auf dem Weg von der schwer zerstörten und vom Krieg gezeichneten Stadt zur pulsierenden Elbmetropole schritt auch die Verkehrsplanung voran: 1959 wurde zwischen Sudenburg und Rothensee mit der Linie 10 der durchgehende Straßenbahnverkehr aufgenommen. Fünf Jahre später übergab der damalige Stadtbaudirektor Ungewitter die 1.200 Meter lange Jakobstraße dem Verkehr. Doch vor allem das Jahr 1974 machte die Magdeburgerinnen und Magdeburger mobiler, wesentliche Fortschritte brachten die Aufnahme des S-Bahnverkehrs im Stadtgebiet, die Fertigstellung der Haltestelle am Damaschkeplatz sowie die Freigabe des Magdeburger Rings zwischen Albert-Vater-Straße und Halberstädter Straße.

 

Darüber hinaus veränderten viele städtebauliche Projekte das Leben in der Stadt. Dazu gehörten die Einweihung der Synagoge in der ehemaligen Wolfschen Villa und die Eröffnung der Volksmusikhochschule, die seit 1967 den Namen des in Magdeburg geborenen Komponisten Georg Phillip Telemann trägt, die Eröffnung der Hyperschale und des Blüthnersaals an der Stadthalle oder die feierliche Übergabe der Elbuferpromenade als „Promenade der Völkerfreundschaft“.

 

Es gab aber auch negative Entwicklungen. So wurden erhaltenswerte Bausubstanz, die den Krieg überstanden hatte, und alte Stadtstrukturen beseitigt, um die sozialistische Großstadt neu aufzubauen. Im Zuge dieser Entwicklung wurde beispielsweise am 5. April 1956 die Ulrichskirche gesprengt. Die Kirche, die im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört wurde, passte nicht in das städtebauliche Konzept. Diesen Vorgaben fiel auch die Katharinenkirche zum Opfer. Zwei Jahre nach der Sprengung des Kirchenschiffs wurden auch die Türme abgerissen. An dieser Stelle entstand das „Haus der Lehrer“, der heutige Katharinenturm. 1959 wurde zudem, trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung, die Heiliggeistkirche an der Goldschmiedebrücke gesprengt. Die Taufkirche Georg Philipp Telemanns ging auf eine Hospitalkapelle aus dem Jahre 1214 zurück. Nach der Bergung von Gestühl, Orgel, Altar und Skulpturen wurde sie leider zerstört, da sie den Planungen für einen neuen „Zentralen Platz“ im Wege stand, die aber nie ausgeführt wurden.

 

Die Ehrung der Hochzeitspaare in der Landeshauptstadt Magdeburg erfolgt seit 1993. Seit 1994 werden die Jubelpaare in das Rathaus eingeladen. So wurden von 1993 bis 2023 insgesamt 17.654 Goldene Paare, 5.815 Diamantene Paare, 1.492 Eiserne Paare, 178 Gnadenhochzeitspaare und sieben Kronjuwelen-Hochzeitspaare geehrt. In diesem Jahr werden in Magdeburg voraussichtlich 575 Goldene Hochzeiten, 397 Diamantene Hochzeiten, 204 Eiserne Hochzeiten und 39 Gnadenhochzeiten begangen.                     




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