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09.01.2026 - Kreis Steinfurt


Anpassung der Kita-Bedarfsplanung in Wettringen: Kein Neubau der Kita Wilde Wiese – Betrieb endet zum August 2027

Grund sind rückläufige Geburtenzahlen und sinkende Anmeldungen


Kreis Steinfurt/Wettringen. Der geplante Neubau der Kita Wilde Wiese in Wettringen wird nicht umgesetzt. Das haben der DRK-Ortsverein Wettringen e. V. als Träger, die Gemeindeverwaltung und das Kreisjugendamt gemeinsam entschieden. Der Grund dafür sind rückläufige Geburtenzahlen und die damit verbundenen geringeren Anmeldezahlen für die Kindertageseinrichtungen in der Gemeinde. 

Die aktuellen Anmeldezahlen für das kommende Kita-Jahr in Wettringen zeigen, dass weniger Familien ihr Kind für einen Platz in der Kindertagesbetreuung anmelden als ursprünglich erwartet. So liegt die Anmeldequote für Zweijährige beispielsweise bei 70,4 Prozent. Zum Kita-Jahr 2024/2025 lag diese noch bei 92 Prozent. Auch bei den über Dreijährigen Kindern ist ein Anmelderückgang zu beobachten, die Anmeldequote liegt hier nach aktuellem Stand bei 95,7 Prozent.

Der Neubau sollte ursprünglich das zum 1. August 2022 eröffnete dreigruppige Provisorium des Trägers ersetzen. Und auch dieses kann aufgrund der Entwicklungen nur noch für eine begrenzte Zeit betrieben werden. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, sagt Andreas Viering, Vorsitzender des DRK-Ortsvereins. Man habe aber „der Realität ins Auge blicken müssen“. Der Ortsverein habe sich aber in Gesprächen mit der Gemeindeverwaltung und dem Kreisjugendamt erfolgreich dafür eingesetzt, das Provisorium noch bis Juli 2027 weiterzubetreiben. Denn: „Im Sommer 2027 werden nochmal 19 Kinder der Wilden Wiese eingeschult und verlassen die Kita. Somit müssen sich dann deutlich weniger Kinder zu den anderen Wettringer Kitas umorientieren“, erklärt Viering weiter.

Aufgrund der zurückgehenden Kinder- und Anmeldezahlen mussten schon jetzt die Platzzahlen in den bestehenden Wettringer Kitas reduziert werden. „Die Betreuung der Kita-Kinder in Wettringen ist sichergestellt. Damit sind ausdrücklich auch die verbleibenden Kinder im Provisorium gemeint. Sie werden ab August 2027 in den anderen fünf Kindertageseinrichtungen in Wettringen einen Platz bekommen“, sagt die Kreissozialdezernentin Roswitha Reckels. Zum Wechsel der Kinder in andere Einrichtungen, versichert Mike Hüsing, Leiter des Kreisjugendamtes: „Wir werden mit dem Träger einen sanften Übergangsprozess gestalten“. Das Kreisjugendamt nehme nicht nur in Wettringen, sondern in seinem gesamten Bezirk rückläufige Entwicklungen bei den Anmeldezahlen wahr. In Metelen und Saerbeck seien bereits ähnliche Entscheidungen getroffen worden. Mit Blick auf den Beschluss des Kreisjugendhilfeausschusses vom 3. Juni 2025, alle Neubauvorhaben kritisch auf ihre Notwendigkeit zu überprüfen, erklärt Hüsing: „Unsere verantwortungsvolle Aufgabe ist es, die Bedarfsplanung der Kitas auch im Hinblick auf die demografische Entwicklung anzupassen und gleichzeitig für die Zukunft eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Betreuungsstruktur zu gewährleisten.“

Zur Entwicklung in Wettringen, erklärt Bürgermeister Andreas Lastering: „Ich danke allen Beteiligten und insbesondere dem DRK Ortsverein Wettringen für die konstruktive Zusammenarbeit aber auch dafür, dass sie diesen Schritt mitgetragen haben. Der DRK-Ortsverein leistet in unserer Gemeinde hervorragende Arbeit. Ich freue mich, dass er uns mit den zwei bestehenden DRK-Kitas hier im Ort erhalten bleibt.“

In diesen möchte der Vorsitzende des DRK-Ortsverein Wettringen, Andreas Viering, Perspektiven für unbefristet angestellte Beschäftigten schaffen, die sich aktuell um die Betreuung der Kinder in der Wilden Wiese kümmern. „Unsere Mitarbeitenden haben von Anfang an eine tolle Arbeit geleistet und sehr viel Zeit und Kraft investiert, um den Kindern eine gute Betreuungsumgebung in den Modulen zu schaffen. Deshalb bedauern wir die Entscheidung zur Schließung sehr. Es haben bereits Gespräche mit dem DRK-Kreisverband Steinfurt stattgefunden, um Perspektiven für die Mitarbeitenden ab August 2027 aufzeigen zu können. Diese versuchen wir auch in unseren zwei weiteren Kitas in Wettringen zu schaffen. Wir gehen davon aus, dass der Kreisverband alle Möglichkeiten ergreifen wird, um uns dabei zu unterstützen.“




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