01.06.2026 - Stadt Mönchengladbach
758 neue Wohnungen: Mönchengladbach baut deutlich mehr gegen den Landestrend
Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 2011 gefallen. Mönchengladbach hat seine Fertigstellungen im selben Jahr mit 758 Wohnungen nahezu verdreifacht. Das geht jetzt aus veröffentlichten Zahlen von IT.NRW hervor.
Der nordrhein-westfälische Wohnungsbau ist 2025 eingebrochen: Mit 37.185 fertiggestellten Wohnungen — 9,4 Prozent weniger als 2024 — erreicht das Land den niedrigsten Stand seit vierzehn Jahren. Die Wohnungsbauquote sinkt auf 19,8 je 10.000 Einwohner.
Mönchengladbach läuft diesem Trend entgegen: Die Stadt hat ihre Fertigstellungen nahezu verdreifacht und erreicht eine Quote von 28,4 — 43 Prozent über dem Landeswert und Rang 3 unter allen 22 kreisfreien Städten.
Hinter der Quote stehen 758 fertiggestellte Wohnungen — 495 mehr als 2024 (plus 188 Prozent); die Quote stieg von 9,8 auf 28,4. Landesweit bauen nur zwei Städte mehr: Köln (42,6) und Münster (38,6). Alle übrigen kreisfreien Städte liegen hinter Mönchengladbach.
Der Abstand verdient Beachtung, weil er sich in einem Marktumfeld auftut, das den Wohnungsbau bundesweit bremst. Er ist das Ergebnis einer gezielten Gegensteuerung: Mit der 2023 gestarteten Wohnungsbauoffensive stärkte die Stadt das Eigenkapital ihrer WohnBau — durch Verzicht auf geplante Ausschüttungen, Grundstückseinlagen und Haushaltsmittel. Das gestärkte Eigenkapital befähigt die WohnBau, Landes-Fördermittel und Kredite aufzunehmen und damit eine erheblich größere Investitionswirkung zu erzielen.
Während Mönchengladbach 2021 nur fünf Prozent seines Förderbudgets für den sozialen Wohnungsbau abrief, lag der Wert 2024 bei 274 Prozent des ursprünglichen Budgets. Flächen wurden aktiviert, Projekte beschleunigt — und die Wohnungen, die 2025 über die Ziellinie gehen, sind das Ergebnis dieser frühen Weichenstellung.
„Wir sehen heute, was wir vor Jahren angelegt haben”
„Während andernorts gebremst wird, entstehen in Mönchengladbach Wohnungen — und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis konsequenter Stadtentwicklung”, sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs. „Wir haben Flächen aktiviert, Großprojekte vorangetrieben und Quartiere weiterentwickelt, auch als der Markt schon schwierig wurde. Dass wir das gesamte direkte Umfeld hinter uns lassen, zeigt: Beharrlichkeit zahlt sich aus. Diese Position wollen wir halten.”
Mönchengladbach setzt im Wohnungsbau einen strategischen Schwerpunkt: Das Handlungsfeld „Wohnen für alle” der städtischen Gesamtstrategie bündelt das Sichern bezahlbaren Wohnraums, den Ausbau barrierearmer Angebote und die Innenentwicklung der Quartiere. Tragende Säule der Wohnungsbauoffensive ist die städtische WohnBau Mönchengladbach, die rund 4.500 Wohnungen zu Mieten unterhalb des Mietspiegels bewirtschaftet und derzeit eine ausgeprägte Neubautätigkeit vorantreibt. Die Fertigstellungsquote 2025 ist ein belastbares Signal, dass diese Schwerpunktsetzung Wirkung entfaltet.
Warum bundesweit weniger gebaut wird
Der bundesweite Rückgang hat strukturelle Ursachen, auf die Kommunen keinen Einfluss haben: Mit der Zinswende von 2022 stiegen die Bauzinsen von nahezu null auf zuletzt drei bis vier Prozent und verteuerten jede Finanzierung. Die Baukosten liegen nach den Preissprüngen der Jahre 2021 bis 2023 dauerhaft hoch; der Baupreisindex für Wohngebäude legte allein im ersten Quartal 2025 um weitere 3,2 Prozent zu. Und die Zahl der Baugenehmigungen — der wichtigste Frühindikator — ist in Nordrhein-Westfalen seit 2020 um 27,4 Prozent eingebrochen.
Auch Mönchengladbach steht in diesem Umfeld — und hat mit der Wohnungsbauoffensive eine klare Antwort gegeben. 2025 wurden 43,2 Millionen Euro Wohnraumförderung für 218 Wohneinheiten bewilligt, nahezu so viel wie im Rekordjahr 2024; das zunächst zugeteilte Landesbudget wurde durch aktive Antragsstellung deutlich erhöht. Die Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Gebäuden stiegen in Mönchengladbach 2025 nach Angaben der Stadt um 73,6 Prozent und damit weit stärker als im Land NRW. Die Stadt versteht das als Bestätigung: Die Wohnungsbauoffensive ist die Antwort auf das schwierige Marktumfeld — und die Grundlage dafür, dass die Fertigstellungszahlen künftiger Jahre das heutige Niveau halten können.
Hinweis: In der ursprünglichen Fassung der Meldung hatte sich ein Fehler bei den Angaben zur Wohnbau eingeschlichen. Der Absatz wurde korrigiert.
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