08.06.2026 - Stadt Ahaus
Vermehrt Fehlalarme in Ahaus – Harmlose Raupen der Ginstermotte werden mit Eichenprozessionsspinner verwechselt Eine Prüfung vorab entlastet städtische Einsatzkräfte
Ahaus.
Der städtische Baubetriebshof verzeichnet in den vergangenen Wochen wieder mehr Meldungen über vermeintliche Befälle durch den Eichenprozessionsspinner (EPS). Bei den anschließenden Kontrollen vor Ort stellt sich dann regelmäßig heraus, dass es sich um die gesundheitlich unbedenklichen Verspinnungen der Ginstermotte handelt. Da die Mitarbeiter des Baubetriebshofs jedem Bürgerhinweis im gesamten Stadtgebiet nachgehen müssen, binden die anhaltenden Fehlalarme personelle Kapazitäten.
Die Stadt bittet die Bevölkerung daher, verdächtige Gespinste vor einer Meldung genauer zu prüfen. Während der EPS schmerzhafte allergische Reaktionen auslösen kann, ist die Ginstermotte für Mensch und Tier harmlos. Eine vorherige Unterscheidung hilft, unnötige Kontrollfahrten zu vermeiden.
Dass echter EPS-Befall in Ahaus und den Ortsteilen mittlerweile selten auftritt, ist das Ergebnis einer präventiven Strategie. Seit 2020 bekämpft die Stadt die Ausbreitung des Schädlings systematisch auf biologischem Weg. Der flächendeckende Einsatz von Nematoden – mikroskopisch kleinen Fadenwürmern – hat die Population über die vergangenen Jahre stark dezimiert. Die echten EPS-Meldungen gehen seither kontinuierlich zurück.
Für Laien gibt es klare und einfache Merkmale, die beiden Arten schnell voneinander zu unterscheiden:
- Die Baumart (Wichtigstes Kriterium): Der Eichenprozessionsspinner befällt ausschließlich Eichen. Gespinste an Sträuchern (wie Ginster oder Schlehen), Hecken oder anderen Laubbaumarten stammen von der Ginstermotte oder verwandten Gespinstmotten.
- Die Behaarung der Raupe: EPS-Raupen sind auffallend lang behaart. Diese feinen Haare enthalten das für Allergien verantwortliche Nesselgift. Die Raupen der Ginstermotte sind dagegen fast vollständig kahl, gelblich-grau gefärbt und haben dunkle Punkte an den Flanken.
- Die Form des Gespinstes: Der Eichenprozessionsspinner baut kompakte, dichte, nestartige Strukturen, die meist direkt am Stamm oder in dicken Astgabeln der Eiche haften. Die Ginstermotte erstellt weitläufige, schleierartige Netze. Diese können ganze Zweige, Büsche oder kleinere Bäume komplett wie ein feines, weißes Gewebe einhüllen.
Das Verhalten: EPS-Raupen bewegen sich zur Nahrungsaufnahme typischerweise in langen, geordneten Reihen (Prozessionen) den Stamm hinauf oder hinunter. Ginstermottenraupen zeigen dieses Prozessionsverhalten nicht.
Weitere Infos bietet der NABU NRW hier: https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/insekten/gespinstmotten/
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