02.07.2026 - Märkischer Kreis
Märkischer Kreis arbeitet an Spontanhelfer-Projekt in Krisenlagen
Märkischer Kreis (pmk).
Wenn das nächste Unwetter ganze Straßenzüge unter Wasser setzt, der Strom über Stunden ausfällt oder andere Krisen den Alltag plötzlich auf den Kopf stellen, möchten viele Menschen helfen. Doch oft fehlt die Möglichkeit, diese Hilfsbereitschaft gezielt und sicher einzubinden. Genau hier setzt ein neues Pilotprojekt des Märkischen Kreises an.
Ziel ist es, die Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger künftig besser zu organisieren und bereits im Vorfeld vorzubereiten. Langfristig soll dafür eine App entstehen, über die sich Interessierte registrieren können. Im Bedarfsfall könnten Einsatzkräfte dann gezielt auf Helfer zurückgreifen – passend zu deren Fähigkeiten, Erfahrungen und persönlichem Zutrauen.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, wie wichtig eine gute Vorbereitung ist. Das Starkregenereignis „Bernd“ am 14. und 15. Juli 2021 hat auch im Märkischen Kreis deutlich gemacht, wie schnell außergewöhnliche Lagen entstehen können. Hinzu kommen Ereignisse wie großflächige Stromausfälle (zum Beispiel Anfang des Jahres in Berlin), die kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Flüchtlingsunterkünfte vor große Herausforderungen stellen können. Diese Entwicklungen zeigen: Moderner Bevölkerungsschutz beginnt nicht erst dann, wenn die Krise eingetreten ist. Er setzt früher an, durch Information, Vorbereitung, Sensibilisierung, Schulung und eine gute Organisation.
Aktuell befindet sich das Projekt „Spontanhelfer“ noch in einer Erprobungsphase. Eine Registrierung als Helferin oder Helfer ist deshalb derzeit noch nicht möglich.
Im Rahmen des Pilotprojektes erprobt der Märkische Kreis, wie Menschen, die keiner Feuerwehr oder Hilfsorganisation angehören, im Krisenfall dennoch gezielt unterstützen können. Viele Bürger möchten helfen, wenn ihre Nachbarschaft, ihre Stadt oder ihre Region betroffen ist. Genau hier setzt das Projekt an: Interessierte sollen künftig bereits vor einer Krise informiert, vorbereitet und qualifiziert werden. Im Ernstfall könnten sie dann gezielt angesprochen werden. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, professionelle Einsatzkräfte zu ersetzen. Feuerwehr, Hilfsorganisationen und andere bleiben die tragenden Säulen des Bevölkerungsschutzes. Ziel ist vielmehr, diese Kräfte durch vorbereitete und koordinierte Unterstützung aus der Bevölkerung zu entlasten und die vorhandene Hilfsbereitschaft sinnvoll zu nutzen.
Wie geht es weiter?
Zunächst entwickelt die Kreisverwaltung die nötigen Abläufe, Schulungsangebote und organisatorische Grundlagen. Ziel ist es, von Anfang an ein System zu schaffen, das sicher funktioniert und sich nahtlos in die bestehenden Strukturen des Bevölkerungsschutzes einfügt. Darüber hinaus sollen künftig niedrigschwellige Informationsangebote in der App zur Verfügung stehen, die Interessierte flexibel und bedarfsgerecht nutzen können.
Der Märkische Kreis möchte mit dem Projekt „Spontanhelfer“ die große Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region aufgreifen und gleichzeitig die Krisenvorsorge stärken. „Eine widerstandsfähige Gesellschaft lebt nicht nur von professionellen Einsatzkräften, sondern auch von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling.
Weitere Informationen wird der Märkische Kreis veröffentlichen, sobald – voraussichtlich Ende des Jahres – die Erprobungsphase abgeschlossen ist und ein tragfähiges Konzept vorliegt.
Pressekontakt: Alexander Bange / 02351 966 6150
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Kreisbrandmeister Michael Kling bei der Arbeit. Er sagt: "Eine widerstandsfähige Gesellschaft lebt nicht nur von professionellen Einsatzkräften, sondern auch von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen." Foto: Hannah Heyn / Märkischer Kreis
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