07.07.2026 - Stadt Bottrop
Kommunaler Wärmeplan beschlossen
Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit Fragen und Anregungen beteiligen
Nach Vorberatungen in den Bezirksvertretungen, im Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz und im Haupt-, Finanz- und Beschwerdeausschuss hat der Rat abschließend in seiner Sitzung am Dienstag, 7. Juli mehrheitlich (bei 11 Gegenstimmen) für den Kommunalen Wärmeplan gestimmt.
Das Gesetz verpflichtet grundsätzlich alle Kommunen in Deutschland, eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen, um die Wärmeversorgung bis spätestens 2045 treibhausgasneutral zu gestalten. Die Kommunale Wärmeplanung legt fest, welche Stadtgebiete in welcher Weise mit Wärme versorgt werden sollen und wie erneuerbare Energien und unvermeidbare Abwärme dabei sinnvoll genutzt werden können. Das Ziel ist es, ein zukunftssicheres Energiesystem zu entwickeln und den Bürgerinnen und Bürgern Orientierung für die individuelle Energieplanung zu bieten.
Für die Kommunale Wärmeplanung hat sich Bottrop mit den Städten Gelsenkirchen und Gladbeck zusammengeschlossen. Synergien, die sich durch städteübergreifende Akteure, wie den Strom- und Gasnetzbetreiber EVNG sowie den Wärmenetzbetreibern Iqony und Uniper ergeben, sollen so genutzt werden.
Bürgerinnen und Bürger konnten sich mit Fragen und Anregungen am KWP beteiligen. Dazu lag der rund 140-seitige Plan bis Mitte Mai im Kundenzentrum Bauen der Stadt Bottrop zur Einsicht aus. Zudem ist das Konzept auf der Webseite der Stadt Bottrop verfügbar.
Insgesamt gingen fünf Stellungnahmen ein – drei aus der Bürgerschaft und zwei von Verbänden. Dabei wurde die Kommunale Wärmeplanung grundsätzlich positiv bewertet. Thematisch standen insbesondere technische, wirtschaftliche und soziale Herausforderungen der Wärmewende im Mittelpunkt.
Die Hinweise aus der Offenlegungsphase wurden in die weitere Umsetzung der Kommunalen Wärmeplanung einbezogen und bilden eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte auf dem Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Bottrop. Zur Information der Bürgerinnen und Bürger sind weitere Veranstaltungen geplant. Die nächste findet am 14.07.2026 ab 17 Uhr in der Miermanns Scheune, Scheideweg 38, Kirchhellen statt.
In Bottrop werden jährlich rund 1.137 GWh für die Wärmeversorgung benötigt, etwa 80 Prozent davon kommen aus fossilen Energieträgern. Es besteht bereits ein Fernwärmenetz im Süden. Ein Nahwärmenetz in Kirchhellen befindet sich im Ausbau. Die Potenzialanalyse hat hohe Wärmepotenziale in Form von industrieller Abwärme, Abwasserwärme und Flussthermie identifiziert. Durch die Sanierung von Wohngebäuden ließen sich jährlich 231 GWh einsparen. Mithilfe dieser Grunddaten hat die Beratungsagentur Conenergy-Consult verschiedene Szenarien berechnet, bewertet und angepasst. In einem Zielszenario wurde ein realistisches und tragfähiges Zielbild für die Wärmeversorgung definiert, das durch den Ausbau der bestehenden Fern- und Nahwärmenetze charakterisiert ist. Für Gebiete ohne Wärmenetz zeichnet sich eine dezentrale Wärmeversorgung in Form von Heizstrom und fester Biomasse ab. Wobei Biomasse zwar nachwachsend ist, aber nicht klimaneutral.
Der KWP gibt Empfehlungen, wie die Gebäude in unterschiedlichen Gebieten künftig am preisgünstigsten mit Wärme versorgt werden können. Die aufgeführten Vorschläge ersetzen keine individuellen, projektbezogenen Planungen. Eine kommunale Umsetzungsstrategie soll Maßnahmen für die kommenden fünf Jahre entwickeln.
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