09.07.2026 - Gemeinde Südlohn
Bewegende Gedenkreise nach Riga – Erinnerung bewahren, Verantwortung tragenBürgermeister Markus Lask und Gemeindearchivarin Leonie Rosing nahmen vom 1. bis 4. Juli 2026 an der Gedenk- und Erinnerungsreise des Deutschen Riga-Komitees zum 85. Jahrestag der Deportationen nach Riga sowie zum 25-jährigen Bestehen der Gräber- und Gede
Auf Einladung des Deutschen Riga-Komitees und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge reisten Bürgermeister Markus Lask und Gemeindearchivarin Leonie Rosing gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedskommunen Anfang Juli nach Riga. Anlass waren der 85. Jahrestag der Deportationen nach Riga sowie das 25-jährige Bestehen der Gräber- und Gedenkstätte Bikernieki.
Bereits zu Beginn der Reise wurde deutlich, welche besondere Bedeutung die gemeinsame Erinnerungsarbeit des Deutschen Riga-Komitees hat. Beim Austausch mit den Botschafterinnen Deutschlands und Österreichs sowie Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Riga wurde die gemeinsame Verantwortung betont, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus lebendig zu halten. Im Rathaus der lettischen Hauptstadt erhielten die Teilnehmenden zudem Einblicke in die Geschichte Rigas und in das jüdische Erbe der Stadt.
Ein zentraler Bestandteil der Reise war die Begegnung mit den historischen Orten des Verbrechens. Die Delegation besuchte die Gedenkstätten in Rumbula, am Bahnhof Šķirotava sowie das Gelände des ehemaligen Jungfernhofs, eines Lagers für aus dem Deutschen Reich deportierte Jüdinnen und Juden. Die Berichte von Historikerinnen und Historikern sowie weiteren Fachleuten machten eindringlich deutlich, dass hinter jeder Zahl ein Mensch, eine Familie und ein persönliches Schicksal stehen.
Ein besonders bewegender Moment war der Besuch der Gräber- und Gedenkstätte Bikernieki. Dort legten Bürgermeister Markus Lask und Gemeindearchivarin Leonie Rosing Blumen am Gedenkstein für die deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Südlohn nieder. In diesem stillen Moment wurde der zwölf Menschen aus Südlohn gedacht, die im Dezember 1941 nach Riga deportiert und dort Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen wurden.
Anschließend nahm die Delegation an der internationalen Gedenkveranstaltung in Bikernieki teil. Die besondere Atmosphäre des Waldes und das Wissen um die dort begangenen Massenmorde hinterließen bei allen Teilnehmenden einen tiefen Eindruck.
Am lettischen Holocaust-Gedenktag besuchte die Delegation zudem die offizielle Gedenkveranstaltung an der Ruine der Großen Choral-Synagoge. Den Abschluss des Programms bildete ein intensiver Austausch im Museum „Juden in Lettland“, bei dem die historische Aufarbeitung und die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur im Mittelpunkt standen.
Die Reise hat alle Teilnehmenden tief bewegt. „Die Reise hat gezeigt, dass Erinnern weit mehr bedeutet als den Blick zurück in die Vergangenheit. Es bedeutet, Verantwortung für unsere Gegenwart und Zukunft zu übernehmen. Gerade angesichts zunehmender antisemitischer, rassistischer und demokratiefeindlicher Entwicklungen bleibt die Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Nationalsozialismus eine unverzichtbare Aufgabe“, so Bürgermeister Markus Lask.
Als Mitglied des Deutschen Riga-Komitees bekennt sich die Gemeinde Südlohn zu dieser Verantwortung. Die Erinnerung an die deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger wachzuhalten, ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung von Demokratie, Menschenwürde und einem friedlichen Miteinander.
Die Eindrücke der Reise werden die Teilnehmenden noch lange begleiten und ihr Bewusstsein dafür stärken, wie wichtig eine aktive und lebendige Erinnerungskultur auch heute ist.
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Gedenk- und Erinnerungsreise des Deutschen Riga-Komitees 1
© Eduards Mellups / City of Riga
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Gedenk- und Erinnerungsreise des Deutschen Riga-Komitees 2
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