13.07.2026 - Stadt Marl
Mehr Präsenz, innovative Technik und BürgerbeteiligungStadt zieht positive Bilanz und stellt Ergebnisse im Unterausschusses für Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit und Bevölkerungsschutz vor
Marl. In der jüngsten Sitzung des Unterausschusses für Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit und Bevölkerungsschutz der Stadt Marl standen einmal mehr die zukunftsweisenden Weichenstellungen für die Sicherheit und Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger im Fokus. Neben einem detaillierten Sachstand zum Maßnahmenkatalog „Sicherheit Ordnung Sauberkeit“ ging es u. a. um Konzepte zur Etablierung örtlicher Präventionsräte und die erfolgreiche Zwischenbilanz der bereits umgesetzten Video- und Radarüberwachung.
Ordnungsdezernent Thomas Richter und Ordnungsamtsleiter Maik Luczak stellten hierzu die aktuellen Entwicklungen und Wirkungsgrade vor.
„Der städtische Maßnahmenkatalog >Sicherheit Ordnung Sauberkeit< verzeichnet kontinuierliche Fortschritte. Von insgesamt 22 beschlossenen Einzelmaßnahmen sind bereits elf erfolgreich umgesetzt oder final erledigt“, zeigte sich Bürgermeister Thomas Terhorst mit der Umsetzung der geplanten Ziele zufrieden. Dazu zählt insbesondere der kontinuierliche Ausbau des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOM), der durch verstärkte Streifentätigkeit vor Ort eine spürbare Präsenz zeigt und von der Marler Bevölkerung sehr positiv angenommen wird. Ebenso etabliert sind die Video- und Radarüberwachung an strategischen Punkten sowie ein koordiniertes Konzept zum Umgang mit ordnungswidrig abgestellten Einkaufswagen. „Natürlich evaluieren wir auch weiterhin, um zum Ende des Jahres eine tiefgehende Bilanz ziehen zu können“, so Thomas Richter.
Kooperation mit der Polizei
Sechs weitere Maßnahmen sind bereits eingeleitet und befinden sich in der Finalisierung. Dazu gehören eine Kooperationsvereinbarung mit der Landespolizei, um dieser seit Jahren bewährten Zusammenarbeit einen formellen Rahmen zu geben, ressortübergreifende Kontrollaktionen in Problemimmobilien durch die „SOKO Wohnen“ zur Bekämpfung unter anderem von Sozialleistungsmissbrauch und baulichen Mängeln sowie die Einführung einer Digitalen Leitstelle für den KOM, um behördliche Abläufe und Einsätze signifikant zu beschleunigen.
KOM-Ausstattung wird verbessert
Fünf Maßnahmen befinden sich derzeit noch in der Planung und Abstimmung. Da sind zum einen die optimierte technische Ausstattung des KOM (unter anderem durch die Prüfung von Bodycams) und die Prüfung eines Beitritts zum Deutsch-Europäischen Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS) sowie zum anderen der bedarfsgerechte Ausbau der Video- und Radarüberwachung nach Abschluss laufender Auswertungen sowie die strategische Entwicklung eines umfassenden „Masterplans Sicherheit“ für ganz Marl.
Videoüberwachung zeigt Erfolge
Die Implementierung moderner Überwachungstechnik zeigt im Stadtgebiet erhebliche präventive Erfolge. Ausgangspunkt für die Videoüberwachung am Gymnasium im Loekamp (GiL) waren in der Vergangenheit massive Vandalismusschäden, aber auch Anfeindungen und Angriffe auf Sicherheitspersonal. In Kooperation mit einem externen Sicherheitsdienstleister wurden acht Kameras datenschutz- und regelkonform im und um den Bereich installiert. „Seit dem Start der Überwachungsmaßnahmen konnten vor Ort keine weiteren Sachbeschädigungen mehr festgestellt werden“, sagt Thomas Richter.
Durchsagen werden aktiv geschaltet
Parallel dazu ist die Radarüberwachung am Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasium (ASGSG) angelaufen, um dortigen Vandalismusschäden und Ordnungsstörungen effektiv zu begegnen. Eine besondere technische Herausforderung bestand allerdings darin, den regulären Durchgangsverkehr von Bürgerinnen und Bürgern auf dem Schulhof fehlerfrei herauszufiltern. Bei unzulässigen Aufenthalten außerhalb der Nutzungszeiten greift nun ein automatisiertes, vierstufiges Warnsystem via Lautsprecher: Dieses reicht von einer ersten freundlichen Aufforderung, den Bereich zu verlassen, bis hin zur finalen Audio-Information, dass der Kommunale Ordnungsdienst unmittelbar vor Ort eintreffen wird. Die Durchsagen werden in den kommenden Tagen aktiv geschaltet.
Austausch mit der Bevölkerung
Ein weiterer Beratungsschwerpunkt ist die geplante Stärkung des Austausches mit der Marler Bevölkerung durch die Einrichtung örtlicher Präventionsräte (öPR) auf Stadtteilebene. Ziel dieser Gremien ist eine ausgeprägte Quartiersorientierung und die nachhaltige Förderung des bürgerschaftlichen und ehrenamtlichen Engagements. Die Präventionsräte sollen als transparentes Bindeglied zwischen der Einwohnerschaft und der Stadtverwaltung fungieren, den Austausch über quartiersrelevante Großthemen moderieren und somit das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger festigen. Sie verstehen sich aber ausdrücklich nicht als Ersatz für bestehende politische Gremien.
Vergleich mit anderen Städten
Hinsichtlich der Organisationsform hat die Verwaltung verschiedene Städte verglichen: Während in Dorsten Präventionsstrukturen rein über ehrenamtlich organisierte Stadtteilkonferenzen koordiniert sind und die Verwaltung dort lediglich eine passive Gastrolle einnimmt, setzen Großstädte wie Gelsenkirchen oder Düsseldorf auf ein stärker durch das Hauptamt begleitetes und damit deutlich professionelleres, wenngleich personalintensiveres Modell unter direkter Einbindung von Kommune und Polizei. Dennoch ist der Erfolg der Präventionsstrukturen auch in diesen beiden Städten eng mit dem Umfang und der Nachhaltigkeit des ehrenamtlichen Engagements verbunden.
Strukturen individuell anpassen
„Es ist erforderlich für die Marler Bedürfnisse vor Ort passende Strukturen zu finden“, sagt der Dezernent. Beabsichtigt ist daher die Einrichtung eines örtlichen Präventionsrates für Marl-Mitte zu erproben und die Erkenntnisse daraus in die weiteren Überlegungen zu einem eigenen Konzept einfließen zu lassen. Eine Interessensabfrage zu einer möglichen Beteiligung an einem solchen „Piloten“ für Marl-Mitte hat im Wege der Stadtteilkonferenz Marl-Mitte am 2. Juni dieses Jahres stattgefunden. Ein Gespräch der Interessenten mit der Verwaltung findet am 13. Juli statt. Weitere interessierte Marlerinnen und Marler aus dem Bereich Marl-Mitte können sich gerne bei der Verwaltung melden, so Richter.
Pressekontakt: Randolf Leyk / Pressesprecher
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