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13.08.2026 - Emschergenossenschaft / Lippeverband


Abwasserreinigung auf kleinstem Raum: Lippeverband erneuert Kläranlage Süddinker

Maßnahme startet am 17. August und dauert rund fünf Monate

Hamm. Die Kleinkläranlage Süddinker reinigt das Abwasser von rund 30 angeschlossenen Wohneinheiten im Hammer Bezirk Rhynern. Altersbedingt muss die wasserwirtschaftliche Anlage nun komplett erneuert werden. Dafür modernisiert der Lippeverband das sogenannte SBR-Verfahren (Sequencing Batch Reactor) der Kläranlage. Diese Technik ermöglicht Abwasserreinigung auf kleinstem Raum: Bei der vollbiologischen Anlage können die biologische Klärung und die Nachklärung zeitlich versetzt in derselben Kammer stattfinden. Für den Umbau führt der Wasserwirtschaftsverband ab kommenden Montag für voraussichtlich rund fünf Monate umfassende Arbeiten durch. Während des Bauzeitraumes ist in der Straße Im Hagen stellenweise mit eingeschränkten Durchfahrtsmöglichkeiten zu rechnen – die Straße bleibt jedoch grundsätzlich befahrbar. Der Lippeverband bittet um Verständnis.


Aufgrund der geringen Platzverhältnisse muss vor der Errichtung der neuen Kläranlage die aktuelle Anlage abgebrochen werden. Mittels Autokran baut der Lippeverband dann die Fertigteile für die neue Kläranlage von der Straße Im Hagen ein. Herzstück der neuen Anlage sind drei große Behälter mit einem Innendurchmesser von 2,5 Metern. Diese werden in einer Reihe jeweils mit zwei Rohren mit einem Durchmesser von jeweils 15 Zentimetern verbunden. Die ersten eineinhalb Behälter dienen als Vorklärung und Puffer. In den hinteren eineinhalb Behältern findet die Abwasserreinigung statt. Während der Bauarbeiten wird das anfallende Abwasser im ursprünglichen Vorklärbecken zwischengespeichert und mit einem Saug-und Spülwagen zur nächstliegenden Kläranlage transportiert.

Geringer Platzbedarf, weniger Faulgerüche
Im SBR-Klärverfahren wird das Abwasser in zeitlich abgestimmten Reinigungszyklen durch die Vorklärbehälter portioniert in den Reinigungsbehälter geleitet. Mikroorganismen bauen hier durch Sauerstoffzufuhr Schmutzstoffe ab. Sobald die Belüftung stoppt, sinkt der Schlamm im Wasser zu Boden und es bildet sich oben eine saubere Klarwasserschicht. Dieses gereinigte Klarwasser wird dann in den Fuhrbach geleitet und der überschüssige Klärschlamm in den ersten Behälter zurückgefördert. Das spart Platz und hat noch einen geruchstechnischen Vorteil: Denn die durchgehend aeroben Reinigungsprozesse verringern Faulgerüche.

Der Neubau der Kleinkläranlage wurde zuvor in Absprache mit der Stadt Hamm umfassend geprüft – auch im Vergleich zu einer Überleitung des anfallenden Schmutzwassers mittels Druckentwässerung nach Osttünnen oder Welver. Der Neubau der Anlage stellte sich dabei als wirtschaftlichste Variante heraus. Der Lippeverband investiert rund 850.000 Euro in die Maßnahme.

100 Jahre Lippeverband
Der Lippeverband wurde vor 100 Jahren – am 19. Januar 1926 – gegründet, um die Folgen der Industrialisierung und des Bergbaus in Einklang mit der Natur, der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen zu bringen. Der Verband konnte ohne größere Zeitverluste seine Aufgaben angehen, da sich die Verbandsorgane entschlossen hatten, die Geschäftsführung mit der bereits 1899 gegründeten Emschergenossenschaft zu vereinigen. Man vermied dadurch den Aufbau einer eigenen Verwaltung. Sitz des neuen Verbandes wurde seinerzeit Dortmund. Dort war die Sesekegenossenschaft ansässig, die bereits 1913 nach Vorbild der Emschergenossenschaft gebildet worden war und nun im Lippeverband aufging. Zuständig war der Lippeverband nicht für das gesamte Lippe-Gebiet ab der Quelle, sondern für den industriell stark geprägten Raum unterhalb Lippborg bis zum Rhein bei Wesel – inklusive der Nebenlaufgebiete. Bis heute lebt der Lippeverband als öffentlich-rechtliche Einrichtung das Genossenschaftsprinzip als Leitidee des eigenen Handelns. Weitere Informationen zum Lippeverband sowie zu Veranstaltungen rund um das 100-jährige Bestehen finden interessierte Bürgerinnen und Bürger auf jubilaeum.eglv.de.

 




Kontaktdaten:
Lippeverband

Sprecherin Betrieb kommunaler Kanalnetze (Hamm, Nordkirchen und Reken) & Städtische Kooperationsprojekte
Svenja Wolf

Emschergenossenschaft / Lippeverband
Kronprinzenstraße 24
45128 Essen

Telefon +49 (201) 104 - 2785
wolf.svenja@eglv.de
www.eglv.de

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