17.08.2026 - Stadt Soest
Sonderausstellungen im Museum Wilhelm Morgner werden verlängertInternational beachtete Sonderausstellungen im Museum Wilhelm Morgner, Soest, bis Sonntag, 6. September, zu erleben
Soest. Die international beachteten Sonderausstellungen im Museum Wilhelm Morgner in Soest werden verlängert: Bis Sonntag, 6. September 2026, sind die Ausstellungen "Renate Weh: Welcome Back!", "Experiment ´69. Der Wilhelm Morgner Preis für experimentelle Kunst 1969" und "I’m calling: Video Works" mit Werken internationaler Größen der Videokunst zu sehen.
„Das Echo von Köln bis London freut uns“, sagt Museumsleiter und Kurator Michael Stockhausen. „Viele Energien haben zum Gelingen dieser bemerkenswerten Ausstellungstrilogie beigetragen. Die Verlängerung gibt vor allem auch den überregionalen Gästen, die derzeit in Deutschland Urlaub machen, eine Chance, uns zu besuchen.“
Das Interesse des internationalen Fachpublikums sei den starken künstlerischen Positionen – von Blinky Palermo bis Marina Abramović – sowie der Wiederentdeckung von Renate Weh geschuldet. Auch die im Ruhrgebiet stattfindende Manifesta bringe vermehrt Kunstreisende nach Soest.
Die drei Sonderausstellungen stehen in einem engen Dialog miteinander und rücken die experimentellen Energien des Kunstgeschehens Ende der 1960er-Jahre in den Fokus. Der Wilhelm Morgner-Preis für experimentelle Kunst 1969 brachte mutige Kunstschaffende, darunter Blinky Palermo, Hans Haacke, Joachim Bandau und den kürzlich verstorbenen Timm Ulrichs, nach Soest. Als einzige Teilnehmerin setzte sich Renate Weh (*1938 in Augsburg) unter den damaligen „Rising Stars“ der Kunstszene durch. Sie gewann den Preis mit einer Einsiebung aus Sand und löste damit deutschlandweit einen Kunststreit aus. Die spannenden Kontroversen der Zeit kann man in einer Ausstellungsrekonstruktion mit Werken aus dem Jahr 1969, Archivalien und filmischen Dokumenten nachempfinden.
Bis zum 6. September stellt die Retrospektive RENATE WEH: WELCOME BACK! die außergewöhnlichen Werke aus Sand, Textilien und Wachs der 1938 in Augsburg geborenen Künstlerin vor. Wären ihre Werke nicht vom Künstler*innenarchiv der Stiftung Kunstfonds in letzter Sekunde gerettet worden, wäre das Schaffen dieser frühen Aktions- und Prozesskünstlerin verloren gegangen.
Kaum eine andere Künstlerin schaffte es Anfang der 1970er-Jahre, eine vergleichbare Beachtung zu erlangen und bereits mit Anfang 30 neben Künstlern wie Robert Smithson, Gilbert & George, Joseph Beuys oder Sigmar Polke auszustellen. Die erste museale Präsentation seit über 50 Jahren feiert Wehs außergewöhnliches Schaffen: bewusst eigensinnig, selbstbewusst weiblich und bemerkenswert aktuell.
Die ungebrochene Aktualität ihres Werks zeigt sich auch im Dialog mit Pionierinnen der Videokunst von 1970 bis heute. I’M CALLING. VIDEOWORKS bringt Begründerinnen des Genres der Videoperformance mit gegenwärtigen Protagonistinnen der Video-Art zusammen: Ulay / Marina Abramović, Skip Arnold, Ulrike Rosenbach und VALIE EXPORT begegnen unter anderem Marianna Simnett, Louisa Clement und Phoebe Collings-James. Im Zentrum steht der Körper der Künstlerinnen. Erstmals traten Künstlerinnen in den 1960er-Jahren vor die Kamera. Heute nutzen sie die medialen Möglichkeiten verstärkt, um im bewegten Bild die Fragilität des gegenwärtigen Lebens auszudrücken – sensibel, kämpferisch und eindringlich.
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Museum Wilhelm Morgner I´M CALLING Phoebe Collins-James Renate Weh Ulay-Marina Abramovic
© Jens Gerber
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