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02.10.2026 - Kreis Borken


Zentrale Frage beim Wohnungsgipfel im Kreis Borken: „Wie können wir gemeinsam den Wohnungsmarkt im Westmünsterland zukunftsfähig gestalten?“

Tagung des Kreises Borken und seiner 17 Kommunen im Bocholter LernWerk u. a. mit NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach stieß auf großes Interesse

Kreis Borken/Bocholt.


„Wie können wir gemeinsam den Wohnungsmarkt im Westmünsterland zukunftsfähig gestalten?“ Diese Frage stand im Mittelpunkt des 2. Wohnungsgipfels im Kreis Borken, der gestern im Bocholter „LernWerk“ stattfand. Eingeladen zu dieser Tagung hatten der Kreis Borken und seine 17 kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Drei Vorträge und eine Podiumsdiskussion sorgten für reichlich Input bei den über 180 Teilnehmenden, die selbst vor Ort im LernWerk oder digital zugeschaltet waren – allesamt hiesige Fachleute aus dem Bau- und Immobiliensektor und der Kreditwirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und des Kreises.

Die Moderation der Veranstaltung hatte Alexander Rychter, Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen, übernommen.

Die Schaffung von ausreichend bezahlbarem Wohnraum sei auch im Westmünsterland von großer Bedeutung, unterstrich Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster bei seiner Begrüßung. „Wenngleich sich die Situation bei uns im Kreis von Ort zu Ort durchaus unterschiedlich darstellt, ist der heimische Wohnungsmarkt seit geraumer Zeit äußerst angespannt“, konstatierte er. Dies gelte sowohl mit Blick auf die Bildung von Wohneigentum als auch auf den Mietwohnungsmarkt.

Eine wichtige Rolle komme in diesem Themenfeld den Städten und Gemeinden zu, machte der Bocholter Bürgermeister Christian Mangen als Hausherr in seiner Begrüßung deutlich. So liege die Zuständigkeit für Flächennutzungen sowie für die Beschaffung und den Erhalt von Wohnraum vor allem bei den Kommunen. „Da die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die lokalen Gegebenheiten sehr komplex sind, wollen wir heute mit Experten unterschiedlichster Bereiche mögliche Handlungsansätze zur Schaffung von Wohnraum erörtern“, unterstrich Christian Mangen.

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach machte bereits in ihrem Grußwort deutlich, dass durch die angestrebten Änderungen der Vorschriften von Seiten des Landes eine Vereinfachung und Beschleunigung von Bauvorhaben angestrebt werde. Wie schon bei seiner ersten Auflage im Jahr 2023 – damals im Ahauser Kulturquadrat – begrüßte die Ministerin die Durchführung dieses regionalen Wohnungsgipfels im Kreis Borken ausdrücklich.

Über die aktuelle Lage des regionalen Wohnungsmarktes referierte anschließend Uwe Schramm, Vorstandsvorsitzender der WohnBau Westmünsterland eG. Sein Vortrag stand unter dem Titel „Baustelle Wohnen: Von der Überholspur in die Vollbremsung ... Ursachen der Wohnungsbaukrise und Wege zurück zu einer marktgerechten Wohnungsbauproduktion“. Auf Grundlage einer im August 2026 aktualisierten PESTEL-Wohnungsmarktanalyse zeigte Schramm auf, dass im Kreis Borken derzeit rechnerisch rund 10.000 Wohnungen fehlen. Der Neubau scheitere dabei vielfach nicht an fehlender Nachfrage, sondern an mangelnder Wirtschaftlichkeit. Als wesentliche Ursachen nannte er die stark gestiegenen Baukosten, die seit 2019 um mehr als 50 Prozent zugenommen hätten. Hinzu komme das gegenüber den Vorjahren deutlich höhere Zinsniveau für Wohnungsbaukredite, das die ohnehin anspruchsvollen Rahmenbedingungen zusätzlich verschärfe. Als möglichen Ansatz zur Senkung der Baukosten stellte Schramm die Reduzierung einzelner Baustandards vor. Einsparpotenziale könnten beispielsweise durch den Verzicht auf eine Unterkellerung oder auf den Bau von Tiefgaragen erschlossen werden. Anhand konkreter Rechenbeispiele verdeutlichte er die wirtschaftlichen Effekte solcher Maßnahmen. Zugleich machte er deutlich, dass jede Reduzierung von Standards sorgfältig abgewogen werden müsse, da sie Auswirkungen auf die langfristige Wohnqualität und die Werthaltigkeit von Immobilien haben könne.

Die anschließende moderierte Talkrunde mit Uwe Schramm, Thomas Hammwöhner (Technischer Beigeordneter der Stadt Ahaus) und Dave Welling (Stadtbaurat der Stadt Bocholt) gewährte konkrete Einblicke in die aktuellen Entwicklungen im Wohnungsbau in den Kommunen.

Mit besonderem Interesse folgten die vor Ort Anwesenden und die digital zugeschalteten Teilnehmenden den nun folgenden Ausführungen von NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, die in ihrem Vortrag unter anderem auf die Vereinfachung und Beschleunigung von Bauvorhaben durch Änderungen der Landesbauordnung und weiterer Vorschriften einging.

Über die „Aktuelle Handhabe der Mittelbewilligung im öffentlich geförderten Wohnungsbau im Kreis Borken“ berichtete Benedikt Spieker, Technischer Vorstand der Kreisverwaltung Borken. Sein Fazit: Eine verstärkte Wohnbauförderung durch Bund und Land sei in Anbetracht der Größenordnung der Wirtschaftlichkeitslücke auch in Zukunft unabdingbar.

Zum Ende der Veranstaltung machte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in seiner kurzen Zusammenfassung deutlich, dass durch die Vorträge und die Diskussion ein wichtiges regionales Stimmungsbild für die Einordnung der aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt gegeben wurde. Das Bauen müsse vor allem für Familien leistbar und für Investoren wirtschaftlich interessant bleiben. Andernfalls gebe es auch kein bezahlbares Wohnen. Alle Akteure wüssten um die Stellschrauben und die Notwendigkeit, dass die baulichen Lösungen zur Region passen. So bedürfe es einer jeweils gezielten Bedarfsermittlung vor Ort sowie vermehrt Quartierentwicklung in den Kommunen. Die Ergebnisse des Wohnungsgipfels würden nun sicherlich wichtige Impulse für die vertiefte Diskussion der jeweils örtlichen Situation in den einzelnen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet liefern.

Nach dem Ende des offiziellen Teils der Veranstaltung nutzten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, das neue Stadtquartier „7Höfe“ zu besichtigen.

Bildzeile: 
(v.li.n.r.): Uwe Schramm (Vorstandsvorsitzender der WohnBau Westmünsterland eG), Christian Mangen (Bürgermeister Stadt Bocholt), Alexander Rychter (Verbandsdirektor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen), Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach, Thomas Hammwöhner (Technischer Beigeordneter Stadt Ahaus), Dave Welling (Stadtbaurat Stadt Bocholt), Mechtild Schulze Hessing (Bürgermeisterin Stadt Borken sowie Sprecherin der AG der Bürgermeisterinnen, Bürgermeister und Beigeordneten im Kreis Borken).



Pressekontakt: Daniel Schemmer, Tel.: 0 28 61 / 681-2424

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Herausgeber: Kreis Borken
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Burloer Straße 93
46325 Borken

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NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach referierte in ihrem Vortrag über die Vereinfachung und Beschleunigung von Bauvorhaben (rechts: Moderator Alexander Rychter).
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Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster begrüßte die anwesenden Gäste und fasste die Ergebnisse zum Abschluss zusammen (im Hintergrund: Bürgermeister Christian Mangen (li.) und Moderator Alexander Rychter (Mitte)).
©  - Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster begrüßte die anwesenden Gäste und fasste die Ergebnisse zum Abschluss zusammen (im Hintergrund: Bürgermeister Christian Mangen (li.) und Moderator Alexander Rychter (Mitte)). Original herunterladen

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