Meldungsdatum: 04.02.2020

Dachdecker im Freilichtmuseum

Reetdächer werden ausgebessert und erneuert

Dachdecker im Niederrheinischen Freilichtmuseum: In der Hofanlage Hagen sind derzeit die Reetdachdecker beschäftigt. Die Dächer von Wohnhaus und Berfes werden teils erneuert, teils ausgebessert. Die Dachdecker der Firma Schmütz aus Oldenburg (Holstein) bearbeiten eine Fläche von etwa 250 Quadratmetern. Die verbleibenden Reetflächen werden abgeputzt, also von Moos und verrottetem Reet befreit, mit Reet ausgestopft und nachgeklopft.

Dächer aus Stroh oder Reet waren bis zum 18. Jahrhundert am Niederrhein üblich. Anke Petrat, Leiterin des Niederrheinischen Freilichtmuseums, erläutert: „Aufgrund der zunehmenden Brandgefahr durch eine engere Bebauung in den Ortschaften ordnete die Obrigkeit an, bei Neubauten nur noch Dachpfannen zu nutzen.“ Auch zum Reparieren durfte kein Stroh mehr verwendet werden. Welche Bedeutung das Material hat, erklärt Herbert Verlinden, Architekt aus dem Gebäudemanagement des Kreises Viersen: „Das Reetdach ist eine der ältesten Bedachungen überhaupt. Reet, Stroh und Schilf wurden schon vor Urzeiten als Baustoff eingesetzt.“

Reet ist ein Naturprodukt. Es wächst an den Ufern von Seen und Gewässern und wird zwei Meter hoch. Im Winter wird das verblühte Reet gemäht und getrocknet. Danach ist es schon bereit für die Verarbeitung. 

Einen Eindruck von den Dachdeckarbeiten gibt es in einem Video auf der facebook-Seite des Niederrheinischen Freilichtmuseums: www.facebook.com/NiederrheinischesFreilichtmuseum/

Pressekontakt: Stephanie Züll, Telefon 02162 39-1034


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Dachdecker im Freilichtmuseum

©  Niederrheinisches Freilichtmuseum
Dachdecker im Freilichtmuseum

Etwa 250 Quadratmeter Dachfläche werden derzeit in der Hofanlage Hagen im Niederrheinischen Freilichtmuseum erneuert und ausgebessert. Dächer aus Stroh oder Ried waren bis zum 18. Jahrhundert an Niederrhein üblich.