Meldungsdatum: 23.04.2020

Mit Löschrucksäcken gegen die Glutnester

Wind steht immer noch in Richtung deutscher Grenze

Die unterirdischen Glutnester und der Wind in Richtung deutscher Grenze machen den Einsatzkräften bei den Heide- und Waldbränden in Niederkrüchten / Meinweg am Donnerstagnachmittag immer noch zu schaffen (23. April - 17.00 Uhr). Die teilweise tief in der Erde sitzenden Glutnester drohen durch den Wind neu entfacht zu werden. Der Funkenflug könnte schlimmstenfalls die leicht entflammbaren Kiefernbestände in Brand setzen.

"Es bleibt uns nichts anderes übrig, als die Brandnester mit Kräften am Boden zu bekämpfen", sagt Kreisbrandmeister Rainer Höckels. Das bedeutet: Feuerwehrleute mit 20-Liter-Löschrucksäcken machen sich mit Spitzhacken auf den Weg ins Gelände. Dort hacken sie den Boden auf uns löschen die unterirdische Glut. "Das ist kräftezehrend und zeitaufwändig, aber aktuell die einzige Möglichkeit." Acht dieser Ausrüstungen sind bereits vor Ort. 50 weitere Löschrucksäcke sind zeitnah geliefert worden. Gegen Abend kommen neue Kräfte aus dem Ruhrgebiet und lösen die lokalen Wehren ab.

Parallel erstellen die Einsatzkräfte einen Wundstreifen rechts und links neben dem Wassergraben, der die Grenze darstellt. Die Uferböschung wird auf je drei Meter mir landwirtschaftlichem Gerät aufgepflügt und mit Wasser getränkt. Dabei helfen die Lohnunternehmer aus dem Kreis Viersen. Landrat Dr. Andreas Coenen bedankt sich bei den freiwilligen Helfern. "Ansässige Lohnunternehmen und Landwirte setzen eigene Fahrzeuge ein, um unsere Einsatzkräfte zu unterstützen. Das weiß ich sehr zu schätzen, denn eine solche Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich."

Auf niederländischer Seite löschen weiterhin die Löschhubschrauber des Militärs die Brandherde aus der Luft. Der Ort Herkenbosch ist nicht länger evakuiert. Die Menschen kehren bis zum Abend in ihre Häuser zurück. 

 

Pressekontakt: Benedikt Giesbers, Telefon 02162/391025