Meldungsdatum: 16.02.2021
Die Stadt Kassel trauert um Ruth Selbert. Die langjährige Stadtverordnete, ehrenamtliche Stadträtin und ehemalige Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft ist jetzt im Alter von 96 Jahren gestorben.
„Ruth Selbert hat sich durch ihr jahrzehntelanges vielfältiges ehrenamtliches Engagement über Parteigrenzen hinweg Respekt und Anerkennung erworben“, würdigte Oberbürgermeister Christian Geselle die Verstorbene. „Ruth Selbert, die als Kind die Zerstörung der Synagoge in Melsungen durch die Nazis erlebt hat, setzte sich zeitlebens für die Stärkung des demokratischen Gemeinwesens, ein gutes soziales Miteinander, freundschaftliche Kontakte zu Kassels Partnerstädten und die Entwicklung und Pflege der deutsch-israelischen Beziehungen ein.“
Die aus Sangerhausen stammende Ruth Selbert trat 1953 in die SPD ein, war viele Jahre Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, gehörte zunächst von 1972 bis 1984 der Stadtverordnetenversammlung an und wechselte dann bis 1993 als ehrenamtliche Stadträtin in den Magistrat. Über sechs Jahrzehnte engagierte sich Selbert zudem bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und leitete bis ins hohe Alter „ihren“ AWO-Seniorenclub Kassel-West. Ruth Selbert gehörte 1978 zu den Gründungsmitgliedern der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, war von 1991 bis 1999 deren Vorsitzende und organisierte über zwanzig Jahre Reisen nach Israel. Auch für Kassels Städtepartnerschaften war sie aktiv, sie gehörte zu den ersten, die die Partnerstadt Jaroslawl besuchten.
Für ihr jahrzehntelanges Engagement wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse, der Stadtmedaille und der Verdienstmedaille der AWO ausgezeichnet und trug als Würdigung ihres langen kommunalpolitischen Wirkens die Bezeichnung „Stadtälteste“.
„Unser Mitgefühl gilt ihrer Familie. Mit Ruth Selbert verlieren wir eine Grande Dame der Stadtgesellschaft, deren Wirken beispielgebend war. Wir werden sie in guter Erinnerung behalten“, sagte Oberbürgermeister Geselle.
Pressekontakt: Michael Schwab
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