Meldungsdatum: 15.03.2021

Demenzkranke gezielt unterstützen: Stadt Kassel gründet Netzwerk

Allein im Stadtgebiet Kassel leben derzeit etwa 3.600 Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Die Stadt Kassel will Betroffenen und Angehörigen noch besser helfen – mit der Gründung eines “Demenz-Netzwerk Stadt Kassel”.

 

„Wir gehen davon aus, dass wir in den nächsten zehn Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Betroffenen von Demenz zu rechnen haben. Auch deshalb werden wir unsere bereits gute Infrastruktur für die Beratung und Unterstützung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen und deren Angehörigen weiter ausbauen. Wir sehen weiterhin einen großen Handlungsbedarf, um für die künftigen Herausforderungen im Umgang mit der Erkrankung gewappnet zu sein“, betont Bürgermeisterin und Sozialdezernentin Ilona Friedrich.

 

Um den wachsenden Herausforderungen begegnen zu können, stellt die Stadt Kassel seit 2020 jährlich 100.000 Euro zusätzlich für den Ausbau der Angebote und eine bessere Vernetzung der Akteure in diesem Tätigkeitsfeld zur Verfügung. Besonders vorangetrieben wird der Aufbau eines “Demenz-Netzwerk Stadt Kassel” sowie die Einrichtung einer Koordinierungs-und Servicestelle für die organisatorische und inhaltliche Abstimmung der Netzwerkarbeit.

 

Eine digitale Auftaktveranstaltung Ende Februar bildete den Startschuss für den Aufbau dieses Netzwerkes. Nach Grußworten von Anne Janz, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, sowie Bürgermeisterin Ilona Friedrich arbeiteten mehr als 40 Teilnehmende an der Idee “Demenz-Netzwerk Stadt Kassel”. Mit dabei waren unter anderem Vertreter des Ministeriums, der Stadt, den großen Kasseler Krankenhäusern, den Trägern sozialer Einrichtungen, Pflegedienste und Altenhilfeeinrichtungen, Pflegekräfte, Arztpraxen und Ehrenamtsinitiativen.

 

„Ich freue mich sehr über das große Interesse der Fachwelt, bei unserer Auftaktveranstaltung dabei zu sein. Schon jetzt blicke ich mit Zuversicht auf das, was wir mit dem “Demenz-Netzwerk Stadt Kassel” umsetzen und erreichen können. Profitieren werden davon nicht nur die Betroffenen sondern auch alle, die beruflich oder ehrenamtlich mit Menschen mit Demenz arbeiten“, betont Bürgermeisterin Friedrich.

 

Das Thema Demenz sei einer der größten Schwerpunkte im Rahmen der Sozialplanung der Stadt Kassel.

 

Das “Demenz-Netzwerk Stadt Kassel” soll dazu beitragen,

 

Die Stadt Kassel plant weitere Projekte und Veranstaltungen zum Thema Demenz, zum Beispiel die noch in der ersten Jahreshälfte stattfindenden sogenannten „Rathausgespräche“ in Kooperation mit einem Forschungsprojekt der Universität Heidelberg. Diese Veranstaltung wird sich explizit an pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz im häuslichen Umfeld richten. „Wir sind gespannt auf das, was wir dort an weiteren Impulsen und Ideen auch für die künftige Netzwerkarbeit mitnehmen können. Denn die Angehörigen können uns genau sagen, was sie brauchen,“ sagt Andreas Hannig, Leiter des Referats für Altenhilfe der Stadt Kassel.

 

Hintergrund

 

Kassels Bevölkerungsanteil älterer Menschen (über 65 Jahre) liegt aktuell bei 19,4 Prozent. Eines der häufigsten Leiden im Alter ist die Alzheimer-Erkrankung, die als eine der häufigsten Ursache für Demenz gilt. Mehr als die Hälfte aller Demenzkranken werden von ihren Angehörigen, Freunden oder Nachbarn versorgt und betreut. Insofern ist es wichtig, nicht nur die Betroffenen, sondern die Gesamtsituation unter besonderer Berücksichtigung von Angehörigen und Betreuungspersonen im Blick zu haben.

 

In Kassel sind etwa 3.600 Menschen an Demenz erkrankt. Diese Zahl wird sich laut Prognosen voraussichtlich bis zum Jahr 2030 – auch aufgrund der demografischen Entwicklung – auf etwa 4.500 Menschen erhöhen.

 

Weitere Informationen und Beratung rund um das Thema Demenz bekommen Interessierte zum Beispiel hier:

 

ZEDA, Zentrum für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen

Hafenstraße 17, 34125 Kassel, Telefon: 0561/214 14

zeda@dw-region-kassel.de

 

Stadt Kassel, Beratungsstelle ÄLTER WERDEN

Friedrich-Ebert-Straße 10, 34117 Kassel, Telefon: 0561/787 5636

Beratungsstelle-aelterwerden@kassel.de

Pressekontakt: Simone Scharnke