
Kreis Unna. Landrat Mario Löhr sagt bei den laufenden Ermittlungen zu den Schächtungsvorwürfen gegen den Schlachthof Prott in Selm den Ermittlungsbehörden volle Unterstützung zu. Das gälte, so Löhr, für die Ermittlung gegen die Betreiber des Schlachthofes genauso, wie für die Anzeigen, die gegen den Kreis selbst Pressemeldungen zu Folge im Raum stehen.
„Ich gehe von hoher krimineller Energie aus, die nun mit Videobeweisen belegt ist. Da wurde gezielt an den Aufklärungs- und Kontrollmöglichkeiten meiner Behörde vorbei brutal geschächtet,“ betont der Landrat. „Natürlich gilt, dass wir uns sehr kritisch selbst hinterfragen und die Konsequenzen ziehen, die gezogen werden müssen,“ so Löhr weiter. „Wenn wir das hätten verhindern können, will ich das wissen. Dann stellen wir die Fehler ab.“
Maßhalten bei Kritik
„Ich teile das Entsetzen der Menschen, angesichts solcher Bilder, wie sie aus dem Schlachthof vorliegen. Das ist widerwärtig und ohne Skrupel,“ beschreibt Landrat Löhr seine eigenen Empfindungen bei Sichten eines Teils des Materials. Auch für die Äußerungen und Nachfragen, die seit Wochen beim Kreis Unna eingehen, hat der Behördenchef, der sein Amt im November vergangenen Jahres angetreten hat, Verständnis. „Wir stellen uns den kritischen Nachfragen! Was nicht geht ist, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder beauftragte Veterinäre pauschal und übel beschimpft werden,“ stellt er klar. „Das geht bis zu ernstzunehmenden Drohungen gegen Leib und Leben – da wird eine Linie überschritten,“ sagt Löhr und wirbt für Fairness.
Keine Erklärungen zu laufenden Ermittlungen
Zu Detailfragen der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wird sich die Kreisverwaltung im laufenden Verfahren nicht äußern. „Das können wir nicht machen, obwohl auch Vorwürfe gegen die Kreisverwaltung so entkräftet werden könnten,“ erklärt Landrat Löhr. Allerdings prüfe man rechtliche Schritte, um offensichtlich unwahre Behauptungen in Zukunft zu verhindern. PK | PKU
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