Meldungsdatum: 31.05.2021
Erst zum zweiten Mal wird der Doris Krininger Preis an Kasseler Künstlerinnen und Künstler ab 35 Jahre und aller künstlerischen Sparten verliehen. Doris Krininger war bis zum ihrem Tod im Jahr 2018 langjähriges Mitglied des Stiftungsrats der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung und vermachte der Stiftung einen Teil ihres Nachlasses zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern. In diesem Jahr wird der Preis an die Keramikkünstlerin Nasira Turganbaj verliehen.
Kulturdezernentin und Vorsitzende des Stiftungsrats Susanne Völker gab die Magistratsentscheidung bekannt: „Ich gratuliere allen Preisträgerinnen, Preisträgern sowie den geförderten Projekten und Künstlerinnen und Künstlern herzlich zu dieser Auszeichnung. Sie alle nutzen unterschiedliche Techniken sowie Sujets und haben durch die Eigenständigkeit und Qualität ihrer künstlerischen Arbeiten den Stiftungsrat von sich überzeugen können. Mit dem Kasseler Kunstpreis 2021 der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung sowie des Doris Krininger Preises werden die herausragenden Entwicklungen der drei Preisträgerinnen und Preisträger unterstützt und sie in ihrem beruflichen Werdegang weiter gestärkt.“
Ausstellung und Preisverleihung
Die künstlerischen Arbeiten der diesjährigen Preisträgerin und des Preisträgers sowie der Preisträgerin des Doris Krininger Preises 2020, Helena Schätzle, werden vom 29. Juni bis 4. Juli in den Räumlichkeiten des Kasseler Kunstvereins präsentiert. Die Preisverleihung wird am Dienstag, 29. Juni, um 18 Uhr im Rahmen einer Online-Veranstaltung stattfinden. Aktuelle Informationen dazu auf www.kasseler-kunstpreis.de.
Informationen zur Preisträgerin Martha Frieda Friedels
Martha Frieda Friedels künstlerische Herkunft ist die Fotografie. Mit dieser ist sie auf der Suche nach Motiven, die vermeintlich surreal wirken und sich am schmalen Grad der Tristesse und des Einzigartigen befinden, verzaubernd und verletzlich zugleich. Portraits von Menschen kombiniert mit Aufnahmen von Architektur und Naturphänomenen gehen eine geheime Verbindung ein und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen den miteinander wirkenden Bildern und den unsichtbaren Räumen dazwischen. Die assoziative Kombination und das Zusammenwirken ihrer Bilder eröffnen eine größtmögliche Bildrezeption, die endlose und mannigfaltige Deutungen und Interpretationen bereitstellen.
Martha Frieda Friedel (geboren 1989 in Borna bei Leipzig) studierte von 2011 bis 2018 Fotografie und Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Bernhard Prinz und Florian Slotawa. 2015 verbrachte sie einen Studienaufenthalt an der „Escuela de Arte y Superior de Diseño de Valencia“ in Spanien. Seit 2012 nimmt sie an nationalen und internationalen Ausstellungen, unter anderem in Berlin, Kassel, Leipzig, Dresden, Hamburg, Montpellier und Valencia, teil. Sie erhielt 2014 den Deutschen Jugendfotopreis und 2016 den SHOSTA travel grant. Ihre Arbeiten sind in diversen Magazinen, wie zum Beispiel „Der Greif“, publiziert.
Informationen zum Preisträger Sebastian Jurchen
Der diesjährige Kunstpreis für Musik zeigt durch die Wahl des Preisträgers das Facettenreichtum des Genres und die Verbindungen zu anderen künstlerischen Bereichen. Das künstlerische, musikalische Werk von Sebastian Jurchen zu umschreiben, ist daher ein schwieriges Unterfangen. Sebastian Jurchen wirkt hauptsächlich in Kooperationen. Von Schauspielmusik über Hörspiele, von Theatermusikproduktion bis Partyveranstaltungen bleibt er dennoch eins: ein Musiksammler, der seine Erfahrungen und sein Wissen zum Teil eines Ganzen beisteuert. Aus dem genreübergreifenden Austausch schöpft er immer wieder Neues und lässt es in seinem aktuellen Hauptinteresse, der elektronischen Komposition, unter dem Label Balaban einfließen.
Sebastian Jurchen studiert Gymnasiallehramt für Germanistik und Musik an der Universität Kassel. Er arbeitete unter anderem für den Deutschlandfunk, als DJ im In- und Ausland, für das Deutsche Theater Berlin und das Staatstheater Kassel.
Informationen zur Preisträgerin Nasira Turganbaj
Die Werke von Nasira Turganbaj sind in der künstlerischen Keramik verwurzelt. Dabei geht es ihr nicht um die Perfektion der Form und des Glanzes der Farben, vielmehr um die Ursprünglichkeit des Materials und dessen Gestaltungsformen. Gefäße und keramische Platten sind eine teils zufällige, teils geleitete Komposition von feinen Verästelungen, Linien und Flächengebilden durch Sprünge und Risse im Material. Sie erzeugen beruhigende Projektionsflächen, auf denen die quirligen Linien und Netzstrukturen ihr eigenwilliges Spiel treiben.
Nasira Turganbaj hat in ihrer Heimat Kirgisistan an der Kunstakademie und später dann in Kassel bei Ralf Busz Kunst und bei Professor Alf Schuler mit dem Schwerpunkt Keramik studiert. Sie ist Mitglied der Akademie der Künstler der Kirgisischen Republik, Mitglied des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und selbständige Künstlerin in Kassel. Ihre Arbeiten sind in internationalen und nationalen Ausstellungen zu sehen.
Fördermittel für Kasseler Kulturschaffende
Fördermittel von insgesamt 15.870 Euro wurden an Kasseler Kulturschaffende vergeben. Folgende Akteurinnen und Akteure bzw. Projekte erhalten dieses Jahr eine Förderung:
Ankäufe für die Artothek
Für die Artothek Kassel werden Kunstwerke für insgesamt 6.450 Euro angekauft von: Helena Schätzle, Jonas Leichsenring, Michel Gockel, Benjamin Loch, Maja Wirkus und Eric Pries.
Hintergrund
Der Kasseler Kunstpreis wird seit 1992 von der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung an junge Künstlerinnen und Künstler der Musik und der Bildenden Kunst verliehen. Die Stiftung „Kasseler Kunstpreis Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung“ wurde 1991 gegründet. Stiftungsvorstand ist der Magistrat der Stadt Kassel, dem ein siebenköpfiger Stiftungsrat zur Seite steht. Dem Stiftungsrat gehören aktuell Kulturdezernentin Susanne Völker als Vorsitzende, Professor Joel Baumann, Milen Krastev, Andrea Linnenkohl, Olaf Pyras, Dr. Volker Schäfer und Hartmut Schmidt an.
Ihr Entstehen verdankt die Stiftung Dr. Wolfgang Zippel, der 1923 in Kassel geboren wurde und der Stadt Kassel bei seinem Tod im Jahr 1990 Barvermögen und Sachwerte zum Zwecke der Stiftungsgründung vermachte.
Zweck der Stiftung ist die Förderung der Bildenden Kunst und der Musik. Im Zentrum steht dabei die jährliche Vergabe des Kasseler Kunstpreises an junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region. Darüber hinaus vergibt die Stiftung Projektmittel zur Förderung künstlerischer Vorhaben und zum Ankauf von Kunstwerken für die Kasseler Artothek. Seit 2020 kann die Stiftung durch ein Vermächtnis von Doris Krininger ihr Wirken weiter entfalten und ausbauen.
Weitere Informationen: www.kassel.de/kasseler-kunstpreis
Pressekontakt: Claas Michaelis
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