Meldungsdatum: 15.06.2021
„Es reichen schon wenige Minuten ab 20 Grad Celsius, um den Hund in eine lebensbedrohliche Situation zu bringen. Hunde haben kaum Möglichkeit - außer durch schnellere Atmung - ihre Körpertemperatur zu regulieren.“ Ein Teufelskreis: Durch das Hecheln verbraucht der Hund viel Wasser und dehydriert.
Selbst wenn das Offenlassen schmaler Fensterspalten für Frischluftzufuhr sorge, sei das Zurücklassen eine Gefahr für das Wohlbefinden und das Leben des Tieres. Der geringe Luftraum im Fahrzeug mache dem Hund die Wärmeabgabe durch Hecheln unmöglich.
Laut Dr. Emrich treten ab 40 Grad Celsius Körpertemperatur Kreislaufbeschwerden auf. Lebenswichtige Organe würden weniger mit Blut versorgt, was zum Schock führen kann. Steige die Körpertemperatur auf 42 Grad Celsius an, gerinne das körpereigene Eiweiß, was Bewusstlosigkeit und den Tod zur Folge haben kann. Habe der Hund keine Möglichkeit die Wärme abzugeben, komme es zu Dehydration und Hyperthermie - die Körpertemperatur steigt an und der Hund „verkocht“ förmlich.
Auch ein schattiger Parkplatz oder ein Tiefgaragenstellplatz seien nicht sicher: „Die Sonne wandert, schon steht der Wagen wieder in der Sonne und auch im Schatten oder unter dem Parkdeck erhitzt sich das Auto in rasantem Tempo“, warnt die städtische Amtsärztin. „Der unterschätzte Glashauseffekt kann lebensbedrohliche Folgen haben: Die Lufterwärmung bedeutet für Hunde massiven Stress und kann innerhalb kurzer Zeit zu einem Zusammenbruch des Kreislaufsystems führen, sodass das Tier versterben kann.“
Anzeichen für einen Hitzschlag bei einem Hund können starkes Hecheln, langgestreckter Hals, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen, Nervosität und Teilnahmslosigkeit sein. Zeigt ein Tier diese Symptome, muss es schnellstmöglich tierärztlich behandelt werden. Wer dies bemerkt, sollte daher schnell Hilfe holen. Dr. Emrich: „Rufen Sie das Veterinäramt, die Polizei oder die Feuerwehr. Sofern das Fahrzeug auf einem Supermarktparkplatz steht, bitten Sie darum, den Halter ausrufen zu lassen. Bringen Sie das Tier anschließend an einen kühlen Ort und bieten Sie ihm in kleinen Gaben Wasser an. Merken Sie sich wichtigen Daten und geben Sie diese an die Einsatzkräfte weiter: Datum, Ort, Uhrzeit, Automarke, Farbe und Kennzeichen.“
Somit bleibt als Fazit, Hund im Sommer nicht im Auto zurückzulassen. Wer dies dennoch tut, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung. Dies kann ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro oder sogar ein Strafverfahren nach sich ziehen, appelliert Dr. Emrich an alle Hundehalterinnen und –halter.
Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle " documenta-Stadt Kassel" ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.