Meldungsdatum: 18.06.2021
Manfred Schneckenburger war auf vielfältige Weise mit der Nekropole verbunden. Bereits am 25. April 1985 nahm er an der Gründungsversammlung des Fördervereins Künstler-Nekropole teil. Bis zur Realisierung von Harry Kramers Utopie von einem Bestattungsplatz für Künstle – denn ein Friedhof wie die Nekropole war aus formalrechtlichen Gründen bis zum 1. Oktober 1992 in Deutschland undenkbar – unterstützte Manfred Schneckenburger seinen Freund Harry Kramer auf dem Weg durch die Instanzen. Mit der Einrichtung der Stiftung Künstler-Nekropole 1992 wurde Manfred Schneckenburger Mitglied des Stiftungsrates.
„Prof. Dr. Manfred Schneckenburger hat die Idee der Künstlernekropole von Beginn an bis zu seinem Tod 2019 maßgeblich begleitet und ihre Umsetzung gefördert. Ich freue mich, dass seine Verdienste um diesen einzigartigen Ort im Habichtswald mit diesem Denkmal, das Schneckenburgers langjähriger Freund Ugo Dossi geschaffen hat, nun in besonderer Weise und an dieser Stelle gewürdigt werden,“ sagte Kulturdezernentin Dr. Susanne Völker bei Einweihung im Beisein des Künstlers Ugo Dossi, dem Kuratoriumsvorsitzenden Gerold Eppler, weiteren Mitgliedern des Kuratoriums und Ortsvorsteher Reinhard Wintersperger.
Für Manfred Schneckenburger spiegelte die Künstler-Nekropole Harry Kramers Kunstbegriff und dessen Vorstellung von künstlerischer Autonomie in letzter Konsequenz wider. Mit der Nekropole wollte Kramer für Künstler und Künstlerinnen die Möglichkeit schaffen, ihre Vorstellungen von Kunst frei jeder Einschränkung und abseits der Museen zu verwirklichen; mitten im Wald, an der Stelle, an der sie irgendwann bestattet werden. Dieser Idee fühlte sich Manfred Schneckenburger verpflichtet.
Entsprechend entwickelte er zusammen mit dem Kuratorium das Kunstprojekt am Blauen See nach Kramers Tod weiter. Für den Stiftungsrat, der sich 2020 neu konstituierte, war deshalb klar, dass diese Verdienste in der Nekropole einen sichtbaren Niederschlag finden müssen. Er beschloss somit einstimmig, Manfred Schneckenburger mit einem Denkmal hier vor Ort dauerhaft zu würdigen.
Eine Skulptur von Ugo Dossi wird von nun an neben den Grabmälern von Schneckenburgers verstorbenen Künstlerfreunden Karl-Oskar Blase und Heinrich Brummack die Erinnerung an den außergewöhnlichen Ausstellungsmacher und Hochschulprofessor wachhalten. Ugo Dossi, selbst zweifacher documenta- und Biennale-Teilnehmer, war mit Manfred Schneckenburger eng befreundet.
Ugo Dossis Arbeiten, die sich oft im Spannungsfeld von Wissenschaft und Kunst bewegen, loten sie doch auf subtile Art und Weise Grenzbereiche aus: Sei es, dass sie sich paranormalen Phänomenen widmen, sei es, dass sie Unbewusstes sinnlich erfahrbar oder Unsichtbares sichtbar machen.
Auch Dossis Denkmal für seinen langjährigen Freund oszilliert zwischen Materiellem und Immateriellen. Unverrückbar aus hellem Granit überragt ein Kelch den ein Meter hohen Sockel mit der Namensinschrift des Verstorbenen. Blickt man auf die Skulptur, erscheint in ihrem Umriss das Profil Manfred Schneckenburgers. Als Vexierbild bildet Ugo Dossis Kunstwerk somit die Lücke ab, die der Tod Manfred Schneckenburgers in der Kunstwelt hinterlassen hat. Gleichzeitig ist über das Profil der Dargestellte sichtbar und trotz seiner physischen Abwesenheit immer in der Nekropole gegenwärtig.
Pressekontakt: Michael Schwab
Der Künstler Ugo Dossi schuf das Denkmal für den zweifachen documenta-Leiter Manfred Schneckenburger.
Weihten das Denkmal für Manfred Schneckenburger ein (v.l.n.r.): Gerold Eppler (Vorsitzender des Stiftungsrats), Künstler Ugo Dossi, Kulturdezernentin Dr. Susanne Völker und Hans Eichel (Ehrenmitglied Stiftungsrat).
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