Meldungsdatum: 21.06.2021
Die Veranstaltung möchte anhand der filmischen Dokumentation „Die Kalten Ringe“ mit anschließender Gesprächsrunde an die geteilte olympische Sportgeschichte aus der Phase des Kalten Krieges erinnern. Eingeladen sind der Filmemacher Thomas Grimm (Zeitzeugen-TV) sowie die Olympiateilnehmer Manfred Matuschewski (DDR/Leichtathletik, Europameister) und Klaus Lehnertz (Bundesrepublik/Leichtathletik, Bronzemedaille in Tokio).
In diesem Jahr werden die Olympischen Spiele nach 1964 erneut in Tokio ausgetragen. Im Gedächtnis der Gesellschaft ist die Tatsache so gut wie vergessen, dass für die Spiele 1964 in Tokio letztmalig eine gesamtdeutsche Mannschaft antrat. Bereits 1956 und 1960 mussten die Deutschen in Ost und West unter Zwang des IOC ein gemeinsames Team bilden. IOC-Präsident Avery Brundage hatte die Vision, dass mit der Kraft des Sports politische Grenzen überwunden werden könnten. Doch mit dem Mauerbau 1961 wurde die bisherige olympische Praxis durch die Realität des Kalten Krieges eingeholt. Der Sport wurde zu einem Spielball der Politik. Es wurde gestritten über Fahnen, Trikots und Hymnen, allein die Zusammenstellung der Olympiamannschaft wurde zu einem Politikum. Es gab ein Hauen und Stechen, um jeden Platz, um jeden Wettkampf.
Dabei ging es um den prestigeträchtigen Posten des Mannschaftsleiters, dem so genannten Chef de Mission. Wer nach den Ausscheidungen die Mehrzahl der Teilnehmer*innen im Team hatte, durfte dieses Amt bekleiden. Selbst in Tokio nahm das Gegeneinander nicht ab. Die Querelen zwischen Ost und West wurden mit in die Olympiastadt genommen. Der Riss ging quer durch die gesamtdeutsche Mannschaft. Die politische Teilung wurde nun auch im olympischen Sport mehr als sichtbar.
Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt des Stadtmuseum Kassel und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, moderiert von Dr. René Wiese vom Zentrum deutsche Sportgeschichte.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Es wird um eine Voranmeldung unter der Telefonnummer 05 61/7 87-44 05 oder per Email an stadtmuseum.aufsicht@kassel.de gebeten.
Die Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Veranstaltung sind ein Negativnachweis, Hinterlassung der Kontaktdaten, das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung sowie das Einhalten der allgemein geltenden Corona-Schutzmaßnahmen.
Pressekontakt: Susanne Albert
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