Meldungsdatum: 15.07.2021

Kampagne soll Kindern und Jugendlichen während der Pandemie eine Stimme geben

„Warum werden wir auf die Generation Corona reduziert?“ – „Jeder geht voneinander ein Stückchen weg. Danach ist auch Freundschaft kaputt“: Zwei Aussagen von Angelina, 17 Jahre alt, und Yussuf, 14 Jahre, die damit die Lebenslage, Sorgen und Ängste von Kasseler Kindern und Jugendlichen während der Corona-Pandemie beschreiben. Um ihnen Gehör zu verschaffen, haben Akteurinnen und Akteure der Kasseler Jugendhilfe eine Kampagne ins Leben gerufen.

„BAM!KS – Brutale Ansage machen!Kassel“ lautet der Titel der Kampagne, die Jugenddezernentin Ulrike Gote und Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink heute im Haus der Jugend vorstellten. Dazu wurden Statements von Kindern und Jugendlichen gesammelt, die stadtweit in Kassel als Plakate und Postkarten verteilt werden. Komprimiert sind sie in den kommenden vier Wochen in einer kleinen Ausstellung und einer Videoinstallation im Haus der Jugend zu sehen.

 

Dazu Jugenddezernentin Ulrike Gote: „Im Zusammenhang mit Corona wird in Politik und Öffentlichkeit zwar viel über Kinder und Jugendliche geredet, aber gehört werden sie selten. BAM!KS will das ändern. Die Statements der Kinder und Jugendlichen rütteln auf und lassen niemanden unberührt. Die Jugendlichen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte rund um die Pandemie und fordern zurecht ein, auf Augenhöhe mitzureden. Ich danke allen Jugendlichen für ihr Engagement und den Organisator*innen dafür, dass sie diese Kampagne auf die Beine gestellt haben.“

 

Ins Leben gerufen hat die Kampagne die Arbeitsgruppe „GemeinsamLautSein“, ein Zusammenschluss verschiedener Akteurinnen und Akteure der Kasseler Jugendhilfe. Es geht der Gruppe dabei nicht darum, sich gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie zu stellen. Vielmehr möchten sie der Jugend in der Öffentlichkeit eine Stimme geben und gemeinsame Forderungen an Politik und Gesellschaft formulieren. Vor allem aber soll ein Verständnis dafür geschaffen werden, dass junge Menschen aufgrund ihrer spezifischen Lebenssituation in erheblichem Maße von den derzeitigen Bedingungen betroffen sind.

 

Die Arbeitsgruppe hat sich deshalb mit Fragestellungen wie: Welche Einschränkungen in ihrer Entwicklung haben Kinder und Jugendliche möglicherweise in der Pandemie? – Welche Bedarfe ergeben sich daraus und wie kann Kinder- und Jugendarbeit darauf reagieren? – Was bedeutet Kinder- und Jugendarbeit heute und was leistet sie während Corona?

 

„Kinder und Jugendliche werden in der öffentlichen Diskussion hauptsächlich als Schülerinnen und Schüler wahrgenommen, andere Lebensbereiche ausgeblendet. Dabei wird übersehen, dass die Kinder- und Jugendarbeit einen wichtigen Bereich im Leben vieler junger Menschen darstellt. Dieser Verengung des Bildungsverständnisses auf den Bereich der schulischen Bildung möchte diese Kampagne etwas entgegensetzen“, erläutert Judith Osterbrink, Leiterin des Jugendamts. Kinder- und Jugendarbeit übernehme einen nicht unerheblichen Anteil an der Bewältigung von Problemlagen junger Menschen.

 

An der Aktion sind folgende Akteurinnen und Aktionen beteiligt: Kinder- und Jugendförderung im Jugendamt der Stadt Kassel ((Geschwister-Scholl-Haus, Jugendräume Nord Holland, Ideenwerkstatt, Schulsozialarbeit der Valentin-Traut-Schule, Schulsozialarbeit der Schule Hegelsberg, Kinder- und Jugendbüro der Stadt Kassel), Freestreet Kassel (Mobile Jugendarbeit, AKGG Jugendräume Wehlheiden, Kasseler Jugendring, Spiel- und Beteiligungsmobil Rote Rübe e.V., Sozialer Friedensdienst KulturBrücke sowie das Malala Mädchenzentrum.

 

Unter dem #BAM!KS sind die Statements auf Instagram zu finden. Die hier aufgeführten Statements wurden mit Hintergrundinformationen zu verschieden Themenbereichen unterlegt. Bei Interesse an weitere Informationen einfach das Statement anklicken. Alle Infos auch unter www.kassel.de/bam

 

Pressekontakt: Michael Schwab


Zu dieser Meldung können wir Ihnen folgendes Medium anbieten:

Kampagne der Kasseler Jugendhilfe gibt jungen Menschen in der Pandemie eine Stimme

©  Michael Schwab/Stadt Kassel
Kampagne der Kasseler Jugendhilfe gibt jungen Menschen in der Pandemie eine Stimme

Start der Kampagne „BAM!KS – Brutale Ansage machen!Kassel“: (hinten, v.l.): Thomas Reuting (Abteilungsleiter Kinder- und Jugendförderung), Chris Blum, Jugenddezernentin Ulrike Gote, Monique Adam, (vorne v.l.) Jugendamtsleiterin Judith Osterbrink, Helene Tillert, die Jugendlichen Lara Kadoura und Julien Koch sowie Bella Maier.