Meldungsdatum: 09.09.2021
„Die drei heute fertiggestellten Radprojekte geben einen guten Überblick über die Aufgabestellungen, die wir im Zusammenhang der notwendigen Radverkehrsentwicklung in der Stadt Kassel haben“, so Stadtbaurat Christof Nolda. Es sei wichtig, die Erreichbarkeit der Stadt Kassel auch aus dem Umland wesentlich zu verbessern. „Die Konrad–Adenauer-Straße ist durch die damit verbundene Querung der Autobahn eine der wichtigen Anbindungen an die südlichen Umlandgemeinden. Die erhöhte Sicherheit an Kreuzungspunkten – insbesondere der Hauptverkehrsstraßen mit erheblichem Verkehrsaufkommen - sind Schlüsselprojekte um zu zeigen, dass die Förderung des Radverkehrs ernstgenommen wird.“
Der Ausbau der heute bereits als Hauptachsen wahrgenommenen Fahrradverbindungen sei ein selbstverständlicher Baustein der Fahrradgesamtstrategie, erläutert Nolda: „Wir sind froh, dass diese Projekte auch in der Detailausbildung eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit genießen. Aus der Diskussion über die jetzt realisierten Ausführungen werden wieder wichtige Erkenntnisse für die vielen Folgeprojekte generiert. Wir sind auf einem guten Weg.“
Konrad-Adenauer-Straße
Der Wanderparkplatz im Bereich der Stadtgrenze am Brasselsberg besitzt nun für den Fußverkehr eine neue Verkehrsinsel zum verkehrssicheren und barrierefreien Queren der Konrad-Adenauer-Straße. Da auf dieser Straße auch eine städtische Hauptroute für den Radverkehr liegt, die gleichzeitig von hoher regionaler Bedeutung für die angrenzenden Gemeinden Baunatal und Schauenburg-Elgershausen ist, wurden hier auf einer Länge von 1,2 Kilometern beidseitig Schutzstreifen markiert. „Die Markierung der Schutzstreifen engt die Konrad-Adenauer-Straße optisch ein. Das dürfte positive Auswirkungen auf die gefahrenen Geschwindigkeiten haben. Zudem wird die Aufmerksamkeit auf Radfahrende erhöht“, so Nolda.
Eine weitere Fußgänger- und Radquerung wurde in Richtung Ortsausgang als Anschluss an die Radwegeverbindung „Am Hahnen“ zum Ortsteil Brasselsberg integriert und dabei die in diesem Abschnitt befindliche Bushaltestelle neu barrierefrei angelegt. Die Markierungen für den Radverkehr enden stadteinwärts auf Höhe der Einmündung „Bilsteiner Born“. Vor Aufbringen der Markierung wurde der zerschlissene Fahrbahnbelag umfangreich saniert.
Die Bauarbeiten inkl. der Markierung sind abgeschlossen und die Kosten belaufen sich auf etwa 770.000,- Euro, die zum Teil vom Land Hessen auf Grundlage des Mobilitätsfördergesetzes mitfinanziert wurden. Die Weiterführung in Richtung Druseltalstraße ist mittelfristig vorgesehen.
Goethestraße
Die Einrichtung der Goethestraße im Abschnitt zwischen „Rudolphsplatz“ und Freiherr-vom-Stein-Straße als erste Fahrradstraße im Vorderen Westen ist abgeschlossen, die letzten Piktogramme werden diese Woche markiert.
Neben den Markierungs- und Beschilderungsarbeiten wurden einzelne Teilbereiche saniert sowie einige städtebauliche Aufwertungen durchgeführt. Auch die Querungsstellen an der Einmündung „Kirchweg“ wurden fußgängerfreundlich verkürzt und anstelle der ehemaligen Fußgängerampel ein barrierefrei zugänglicher Zebrastreifen mit neuer Beleuchtung integriert.
Die umfangreichsten Sanierungsarbeiten fanden am Goethestern statt, der nun verkehrsbehördlich wie ein echter Kreisverkehr geregelt ist. Neu herausgeputzt wurde auch der Platz an der Einmündung Diakonissenstraße. Der neue Quartiersplatz fügt sich städtebaulich und im Sinne des Denkmalschutzes hochwertig in das vorhandene Umfeld ein. Für die neu gewonnene Aufenthaltsqualität werden hier noch entsprechende Sitzmöglichkeiten installiert.
Mit der Anordnung von insgesamt ca. 100 Radbügeln wird der Wegfall einiger PKW-Stellplätze kompensiert und macht so das Fahrradparken an den Einmündungsbereichen, als auch auf Stellplatzniveau in gesonderten Fahrradparkplätzen möglich. Bei der Umsetzung der Maßnahme entstanden damit ca. 200 Fahrradstellplätze und 12 Carsharing-Stellplätze. Um die Gefahren zu vermindern, die von größeren Fahrzeugen mit schlechteren Sichtverhältnissen beim Ein- und Ausparken ausgehen, werden die Senkrechtparkplätze in der Goethestraße als Parkplätze nur für Pkw ausgewiesen.
Neben den beschriebenen Straßenbauarbeiten und den stadtweit einheitlichen Markierungen für den Radverkehr wurden auch Flächen zur Vergrößerung des Grünanteils und zum langfristigen Erhalt des Baumbestandes entsiegelt.
Nach knapp einem Jahr Bauzeit ist diese Fahrradstraße für rund 1,4 Mio. Euro entstanden, die zum Teil vom Land Hessen auf Grundlage des Mobilitätsfördergesetzes mitfinanziert wurde. In den Randbereichen erfolgen bis Oktober noch Restarbeiten im Gehweg zwischen Huttenstraße bis Freiherr-vom-Stein-Straße.
Kreuzung Katzensprung/Kurt-Wolters-Straße
Nachdem im Frühjahr 2018 als erster Bauabschnitt ein zusätzlicher Abbiegefahrstreifen in der Kurt-Wolters-Straße ergänzt wurde, sind seit April 2021 im zweiten Bauabschnitt barrierefreie Gehweganlagen gebaut und die Radinfrastruktur verbessert worden.
Durch die Nähe zur Universität Kassel, zu mehreren Schulen und zur Haltestelle „Katzensprung/Universität“ hat die Kreuzung „Katzensprung“ eine hohe Bedeutung für den Fuß- und Radverkehr und verbindet nun gleich zwei wichtige, innerstädtische Radrouten verkehrssicher miteinander. Die vom Zweckverband Raum Kassel konzipierte Raddirektverbindung Helsa-Kaufungen–Kassel profitiert ebenfalls von dieser Maßnahme.
Der Ausbaubereich umfasst die Kreuzung „Katzensprung“ und die Kurt-Wolters-Straße bis zur Einmündung Artilleriestraße. Parallel zu den Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr wurden eine Vielzahl von Maßnahmen durchgeführt:
Augenfälligste Änderung im Bereich der Kreuzung „Katzensprung“ sind die getrennten Furten für den Geh- und Radverkehr in allen vier Knotenpunktarmen. Dabei werden die Furten für den Radverkehr immer innenliegend geführt, weil auch die an den Knotenpunktarmen anknüpfenden Radverkehrsanlagen stets direkt neben der Fahrbahn geführt werden. Die neuen Radverkehrsfurten können in beide Richtungen genutzt werden. Sie werden deutlich von den Fußgängerfurten abgesetzt und getrennt signalisiert.
Die baulichen Radwege werden durch einen Sicherheitstrennstreifen aus Kleinpflaster von der Fahrbahn abgegrenzt. Die Abgrenzung zu den Gehwegen erfolgt mit einem zweireihigen Kleinpflasterstreifen aus Basalt, der taktil erfasst werden kann. Als Oberflächen wurden für die Gehwege Betonplatten und für die Radwege Asphalt gewählt.
Im Bereich der Bushaltestellen „Mönchebergstraße/Universität“ werden die Radwege unterbrochen, die Fläche der Haltestelle wird von Radfahrern und Fußgängern gemeinsam genutzt. Alle Fußgängerfurten wurden barrierefrei ausgebaut.
Eine deutliche Veränderung gibt es in der nördlichen Weserstraße vor dem Haus Nr. 14. Damit der Verbindungsweg zwischen der Weserstraße 14 und der Weserstraße 16 in Richtung Gartenstraße vom Radverkehr besser erreicht wird und der Fußgänger- und Radverkehr im Knotenpunktbereich besser getrennt werden kann, werden die Flächen vom Fahrbahnrand bis zum Gebäude mit einem Plattenbelag befestigt. Für den Radverkehr, der seine Fahrt in Richtung „Weserspitze“ fortsetzen will, wurde eine Rampenabfahrt parallel zum Fahrbahnrand geschaffen.
Gegenüberliegend entstand vor dem Haus Nr. 9 ein neuer Radweg parallel zum vorhandenen Baumstreifen. Der Radweg wird über eine Rampe vor dem Gebäude Weserstraße 11 erreicht. Mit dem Bau der Rampe wurde auch die sich anschließende Fläche für den Fußgänger- und Radverkehr vergrößert, so dass die im Bestand vorhandene Engstelle an der Gebäudekante der Weserstraße 11 beseitigt werden konnte.
Nach relativ kurzer Bauzeit ist der Kreuzungsumbau „Katzensprung“ inkl. dem Umbau und der Sanierung der Kurt-Wolters-Straße bis auf kleinere Restarbeiten abgeschlossen. Die Baukosten belaufen sich auf ca. 3,3 Mio. Euro, die zum Teil vom Land Hessen auf Grundlage des Mobilitätsfördergesetzes mitfinanziert wurden.
Pressekontakt: Michael Schwab
An der Kreuzung Katzensprung/Kurt-Wolters-Straße wurden barrierefreie Gehweganlagen gebaut und die Radinfrastruktur verbessert. Bei einem Pressetermin wurde das Ergebnis präsentiert (v.l.): Stadtbaurat Christof Nolda, Karl-Heinz Göttlich (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt), Carsten Koch (Bauleitung), Volker Anders (Hessen Mobil), Binasa Bidzan-Cornelius (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt), Eike-Moritz Rothauge (Hessen Mobil), Uwe Bischoff (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt), Thomas Sternberger (Bauleitung), Carsten Bachmann und Katrin Steffek (Straßenverkehrs- und Tiefbauamt).
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