Meldungsdatum: 02.10.2021
Die Frauen und Männer mit Migrationsgeschichte wurden in einer mehrtägigen Schulung vom Juni bis Anfang Oktober in den Themenbereichen rund um das Gesundheit- und Pflegesystem fit gemacht. Sie sollen damit pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund und ihren Angehörigen den Zugang zu Pflege- und Unterstützungsangeboten zu erleichtern.
„Die meisten Menschen werden nach wie vor zu Hause gepflegt. Dafür ist es besonders wichtig, die vorhandenen Angebote zu kennen und nutzen zu können.“, so Anja Deiß-Fürst, Amtsleiterin des städtischen Sozialamtes. „Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement tragen die interkulturellen Pflegelotsinnen und Pflegelotsen dazu bei, die Versorgungssituation von pflegebedürftigen Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. Das Sozialamt wird sie bei dieser wichtigen Aufgabe nachhaltig unterstützen. Für ihr freiwilliges Engagement bedanken wir uns sehr herzlich.“
Im Anschluss an die Schulung werden die Pflegelotsinnen und Pflegelotsen von der Stadt Kassel (Referat für Altenhilfe – Beratungsstelle ÄLTER WERDEN) fachlich betreut und an die vorhandenen Strukturen und Netzwerke angebunden.
Hintergrund
Seit Juni 2021 schult die Stadt Kassel im Rahmen des Modellprojektes „Care-Guides“ interkulturelle Pflegelotsinnen und Pflegelotsen, die als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Kreis der unterschiedlichen Migrantenselbstorganisationen kommen. Mit dem Projekt sollen Menschen mit Migrationshintergrund befähigt werden, die in der Kommune vorhandenen Versorgungsstrukturen im Bereich Unterstützung und Pflege kennenzulernen und zu nutzen.
Gefördert wird das Ganze durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Verein beramí berufliche Integration e.V. und dem Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft.
Schätzungen zufolge nutzen Migrantinnen und Migranten professionelle Unterstützung durch Dienste und Einrichtungen der Altenhilfe seltener als Gleichaltrige ohne Migrationshintergrund. In der Stadt Kassel leben 83.366 Migrantinnen und Migranten (40,9 Prozent der städtischen Bevölkerung). Ihr Anteil an den über 60-jährigen Menschen liegt bei 14 Prozent und wird künftig ansteigen. Auch bei ihnen steigt mit zunehmenden Alter der Anteil an pflegebedürftigen Menschen, die Unterstützung benötigen.
Pressekontakt: Michael Schwab
Sämtliche Texte und Fotos können unter Angabe der Quelle frei veröffentlicht werden, Belegexemplare sind willkommen.
Die Pressestelle " documenta-Stadt Kassel" ist Mitglied bei presse-service.de [ www.presse-service.de]. Dort können Sie Mitteilungen weiterer Pressestellen recherchieren und als RSS-Feed oder E-Mail abonnieren.