Meldungsdatum: 16.11.2021

Stadtbaurat Nolda: Wirtschaft ist wichtige Stimme im Klimaschutzrat

Stadtbaurat und Klimaschutzdezernent Christof Nolda betont im Zusammenhang mit dem Austritt der Kasseler Wirtschaftsverbände aus dem Klimaschutzrat, dass die Klimakrise gemeinsame Antworten aller gesellschaftlichen Akteure erfordere.

„Wir brauchen die Perspektive der Unternehmen am Verhandlungstisch, um zu guten Lösungen zu kommen – deswegen steht die Tür für die Verbände nach wie vor offen“. Derzeit stehe Nolda selbst wie auch der Leiter und Moderator des Klimaschutzrats, Professor Martin Hein, mit Wirtschaftsvertreterinnen und Wirtschaftsvertretern in Kontakt, damit die Unternehmenssicht weiter angemessen im Klimaschutzrat widergespiegelt ist.

Der Magistrat hat bei der Berufung der Mitglieder des Klimaschutzrates im vergangenen Jahr besonderen Wert auf eine ausgewogene und möglichst vielfältige Zusammensetzung gelegt. Von insgesamt 34 Mitgliedern wurden sieben Vertreterinnen und Vertreter der Kasseler Wirtschaft und Unternehmen berufen – plus fünf Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und Betriebsräten, die die Perspektive der Beschäftigten von Unternehmen einbringen. „Zahlenmäßig sind die Interessen der Kasseler Betriebe und ihrer Beschäftigten sogar die mit am stärksten vertretene Einzelgruppe innerhalb des Klimaschutzrates“, so Nolda. Weitere Mitglieder kommen aus Umweltverbänden und Klimaschutzinitiativen (7), Wissenschaft und Forschung (3) sowie aus den Bereichen Wohnen und Bauen (3), Kultur und Bildung (5), Soziales (1), Jugend (2) und Religion (1).

Zudem unterstreicht Nolda, dass der Klimaschutzrat ein beratendes Gremium sei. „Das heißt konkret: Mit dem Klimaschutzrat haben wir ein Forum geschaffen, das die Breite unserer Stadtgesellschaft abdeckt und den Austausch verschiedener Positionen und Interessen ermöglicht. Das Gremium lebt davon, dass die Sichtweisen der Einzelpersonen mit ihren verschiedenen Blickwinkeln aktiv eingebracht werden. Danach steht es jeder Institution weiter frei, sich zu den erarbeiteten Maßnahmen zu positionieren.“

Dabei gehe das Gremium völlig transparent vor: Etwaige Ergänzungen, Anmerkungen und Einwände würden in den Sitzungsprotokollen notiert, auf der Website veröffentlicht und an den Magistrat sowie die Rathausfraktionen weitergeleitet. „Es ist dann die Aufgabe von Politik und Verwaltung, die Empfehlungen und Diskussionen aus dem Klimaschutzrat aufzunehmen und politische Entscheidungen herbeizuführen bzw. umzusetzen“, so Nolda weiter.

Insgesamt seien die Diskussionen im Klimaschutzrat stets von einer konstruktiven und sachlichen Debattenkultur geprägt, was auch ein Verdienst von Professor Martin Hein als Leiter und Moderator sei. „Professor Hein ist es ein großes Anliegen, ambitionierte Empfehlungen vorzulegen und dabei trotzdem auf den Ausgleich der verschiedenen Interessen zu achten.“ Im Ergebnis sind bisher zwei Drittel der 36 Maßnahmenvorschläge einstimmig, also ohne Gegenstimme, als Empfehlungen an die Stadt gegeben worden. Lediglich bei drei Maßnahmen hat es drei bis sechs Gegenstimmen gegeben. „Das ist bemerkenswert und verdeutlicht, dass wir mit dem Klimaschutzrat auch bei kontroversen Themen zu Lösungsvorschlägen kommen können, die alle Beteiligten zumindest grundsätzlich mittragen.“

Pressekontakt: Michael Schwab