Meldungsdatum: 09.12.2021

Ehrung für kubanisches Künstler*innenkollektiv INSTAR und dessen Gründerin Tania Bruguera - Vergabe des Arnold-Bode-Preises 2021 erstmalig als Videopreisverleihung

Anlässlich der Vergabe des Arnold-Bode-Preises an das kubanische Künstler*innenkollektiv INSTAR sowie dessen Gründerin Tania Bruguera wurde am Donnerstag, dem 9. Dezember 2021 das Video mit Grußworten, Laudationes und einer Botschaft der Ausgezeichneten veröffentlicht. Abrufbar ist es unter dem Link www.kassel.de/arnold-bode-preis.

Das Video zur Preisverleihung beinhaltet Grußworte von Oberbürgermeister Christian Geselle, Kulturdezernentin Dr. Susanne Völker, des Vorsitzenden des Kuratoriums der Arnold-Bode-Stiftung Prof. Heiner Georgsdorf, eine Laudatio der ruangrupa-Mitglieder Reza Afisina und Iswanto Hartono sowie eine Videobotschaft von INSTAR und Tania Bruguera. Das Video ist unter

https://www.kassel.de/arnold-bode-preis mit deutschen und englischen Untertiteln abrufbar.

 

Die politisch engagierte und weltweit geachtete Installations- und Performancekünstlerin Tania Bruguera, wie auch die Mitglieder des „Instituts für Artivismus Hannah Ahrendt“ (INSTAR), machen nicht nur mit künstlerischen Mitteln und Aktionen gesellschaftliche Missstände und politischen Machtmissbrauch in Kuba öffentlich sichtbar, sondern wollen im Diskurs auch Wege zur Veränderung finden. Mit dem diesjährigen Arnold-Bode-Preis werden das kubanische Künstler*innenkollektiv und dessen Gründerin gleichermaßen geehrt.

 

Anlässlich der Veröffentlichung der Videopreisverleihung sagte Kulturdezernentin Susanne Völker: „Der Einsatz von INSTAR für Meinungsfreiheit, soziale Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit bedeutet für die Mitglieder des Kollektivs eine Konfrontation mit der Regierung, die oft zu Repressalien wie Hausarrest und sogar Gefängnis führt. Mit der Verleihung des Arnold-Bode-Preises wird nicht zuletzt auch diese Zivilcourage des Kollektivs gewürdigt.“

 

Erstmals in der 41-jährigen Geschichte des Preises wird dieser im Rahmen einer Videopreisverleihung vergeben – eine Maßnahme, die auf Grund der anhaltenden Pandemie notwendig ist, da eine Preisverleihung mit internationalen Gästen in Präsenz aktuell leider nicht möglich ist. Dank dieses Formats einer weltweit abrufbaren Videopreisverleihung, kann jedoch ein großes internationales Publikum erreicht werden – ganz im Sinne Arnold Bodes. Die Ehrung durch persönliche Übergabe der Urkunde ist 2022 während der documenta fifteen geplant, zu der Tania Bruguera und INSTAR in Kassel sein werden.

 

Ein weiteres Novum ist die Verleihung des Preises an ein Künstler*innenkollektiv. Hier spiegelt sich auch das kuratorische Konzept der documenta fifteen wider, zahlreiche Künstler*innengruppen einzuladen. Auch INSTAR werden als „lumbung-member“ an der nächsten Ausgabe der weltweit bedeutendsten Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Jahr 2022 teilnehmen.

 

Tania Bruguera war bereits 2002 bei der documenta 11 vertreten. Ihre eindrucksvolle Arbeit, eine akustische Simulation eines Erschießungskommandos in der ehemaligen Binding-Brauerei, hinterließ eine nachhaltige Wirkung.

 

Zum Hintergrund:

Dem Kuratorium der Arnold-Bode-Stiftung gehören folgende Personen an: Prof. Heiner Georgsdorf, Ingo Buchholz, E.R. Nele, ruangrupa und Prof. Dr. Julia Voss. Das Preisgeld in Höhe von 10.000,- € wird von der Kasseler Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen zu gleichen Teilen finanziert.

 

Pressekontakt: Michael Schwab