Meldungsdatum: 10.12.2021
Nach einer pandemiebedingten Verzögerung wurde nun der direkte Austausch mit den regionalen Akteuren wieder intensiviert. „Ohne Unternehmen geht es nicht“, erläuterte Bürgermeisterin Ilona Friedrich das Format und ergänzte: „Wir wollen die Diskussion über unsere Arbeitsmarktstrategie mit dieser Veranstaltung auch in Richtung regionale Wirtschaft öffnen.“
Neben einem Vortrag wurden die zu ehrenden Unternehmen vorgestellt. Das Beiprogramm mit „kulturellen Interventionen“ bestritt die Kasseler Künstlergruppe „Die drei Axel“.
Bürgermeisterin Ilona Friedrich ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit dem Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Carsten Höhre, alle fünf Unternehmen aufzusuchen, um ihnen die von ihr und Oberbürgermeister Geselle unterzeichnete Urkunde persönlich zu überreichen.
Die geehrten Unternehmen
Geehrt wurde zunächst das Floristikfachgeschäft Immergrün, das sich in vorbildlicher Art und Weise um Jugendliche in Kooperation mit den Vitos-Kliniken und JAFKA kümmert. Das Team stellt den jungen Menschen Praktikumsplätze zur Verfügung und bildet erfolgreich aus. Das Geschäft existiert seit 2009. Zwei der Auszubildenden wurden für ihre floristischen Kompositionen ausgezeichnet. Beide hatten zunächst ein halbjähriges Praktikum absolviert, bevor sie ihre Ausbildung begonnen haben.
Das Unternehmen Alka Bau und Sanierung GmbH startete vor einigen Jahren aus einer Ich-AG heraus und beschäftigt heute 25 Menschen. Die Inhaberin engagiert sich darüber hinaus seit fünf Jahren als Beraterin junger Migrantinnen und Migranten im Interkulturellen Netzwerk von Bildungsbeauftragten aus Migrantenorganisationen in Kassel. Zudem darf sie seit kurzem auch selbst junge Menschen zur Fachkraft für Bürokommunikation ausbilden. Darüber hinaus engagiert sich die Firma in einer Best-Practice-Kampagne für Gründerinnen und Gründer mit Migrationsgeschichte, über die auch die meisten ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen.
Ausbildungswillige Alleinerziehende haben es schwer, Erziehungs- und Ausbildungszeiten unter einen Hut zu bringen. Bei Edeka Todenhöfer wurde ein Teilzeit- Ausbildungsmodell mit begleitendem Coaching realisiert, das einer Mutter mit zwei Kindern einen erfolgreichen Berufsabschluss und die anschließende Übernahme in ein Arbeitsverhältnis ermöglichte. Der Ausbildungsbetrieb fördert benachteiligte Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Einrichtungen auf dem Arbeitsmarkt. Unterstützt werden künstlerische, sportliche und schulische Projekte in Kassel sowie die Kasseler Tafel. Das Unternehmen kann auf eine fast 150jährige Geschichte zurückblicken: 1854 erfolgte die Gründung eines Lebensmittelgeschäftes als Nebenerwerb in Bad Emstal-Balhorn durch den Ur-Ur-Großvater des heutigen Inhabers.
Das Unternehmen Fair Nordhessen GmbH gibt seit vielen Jahren langzeiterwerbslosen Menschen die Chance, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Aktuell wurden vier ehemals langzeiterwerbslose Menschen in Arbeit übernommen und diesen damit auch neue Lebensperspektiven ermöglicht. In seiner Laudatio lobte Jobcenter-Geschäftsführer Christian Nübling das Engagement des Unternehmens, welches vom Arbeitgeberservice des Jobcenters vorgeschlagen wurde.
Der Karibu Weltladen und Regionalladen Kassel bietet Menschen während eines Klinikaufenthaltes oder als Teilnehmende einer beruflichen Rehabilitation die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Praktikums auszuprobieren und zu stabilisieren. Rund 40 Menschen jeden Alters haben dieses Angebot bereits angenommen. Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr kann absolviert werden. Der Verein und die etwas später gegründete Genossenschaft begannen 2008 mit einem kleinen Angebot von Produkten aus fairem Handel, welche zunächst zweimal in der Woche beim CVJM und in der Markthalle präsentiert wurden. Seit 2013 existiert nun das Ladengeschäft unweit der Martinskirche.
Hintergrund:
Schon im Rahmen des ersten Kasseler Arbeitsmarktdialogs 2019 war es das erklärte Ziel der Veranstaltung, neue Wege zum Abbau von Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit zu identifizieren. Unter der Regie der Kommunalen Arbeitsförderung wurden Eckpunkte einer Arbeitsmarktstrategie für die nächsten Jahre entwickelt. Dabei ging es vor allem um fünf Personengruppen, bei denen ein besonderer Handlungsbedarf besteht: Jugendliche, Migrantinnen und Migranten, (alleinerziehende) Frauen, Langzeitarbeitslose und Leistungsberechtigte nach dem SGB XII.
Pressekontakt: Simone Scharnke
Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Carsten Höhre, Bürgermeisterin Ilona Friedrich und das Team der Fair Nordhessen GmbH mit Geschäftsführer Michael Schmidt
v. l. Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Carsten Höhre, das Team vom Karibu, Bürgermeisterin Ilona Friedrich
v. l. Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Carsten Höhre, Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Inhaber Gerrit Todenhöfer
v. l. Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Zuhal Albayrak und Tevfik Albayrakdem sowie weitere Mitarbeitende der Firma Alka Bau, Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Carsten Höhre
v. l. Leiter der Kommunalen Arbeitsförderung Carsten Höhre, Bettina Schadow, Inhaber Joaquim Barbosa, Bürgermeisterin Ilona Friedrich
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