Meldungsdatum: 15.02.2022
Zehn Städte haben sich dem Netzwerk angeschlossen: Neben Kassel sind auch Bochum, Bonn, Dresden, Essen, Frankfurt am Main, Kiel, Köln, Mainz und Saarbrücken dabei.
Gegründet wurde die Initiative von dem Social Impact-Unternehmen Too Good To Go, bekannt durch die gleichnamige App zur Rettung von überschüssigen Lebensmitteln in Gastronomie und Handel. Mit ihrer Teilnahme sagen die Partnerstädte zu, sich in den kommenden zwei Jahren aktiv für die Lebensmittelrettung einzusetzen und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit vor Ort zu leisten. Die Förderung der Umverteilung von überschüssigen Lebensmitteln im Handel und der Außer-Haus-Verpflegung sowie die gezielte Aufklärungsarbeit innerhalb der Bevölkerung stehen dabei im Mittelpunkt.
Gemeinsam mit Too Good To Go und anderen lokalen Lebensmittelretterinnen und Lebensmittelrettern möchte die Stadt Kassel in den kommenden Monaten konkrete Maßnahmen innerhalb dieses Aktionsrahmens erarbeiten und umsetzen. Erste Ansätze gibt es bereits, wie zum Beispiel die Vorstellung von unterschiedlichen Lösungen zur Lebensmittelrettung für ortsansässige Restaurants, Mensen und Kantinen. Auch öffentliche Veranstaltungen, Infomaterialien und Kampagnen für einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln sind denkbar, um die Bürgerinnen und Bürger für das Thema zu sensibilisieren. Das Netzwerk bietet außerdem die Möglichkeit, Erfahrungswerte mit anderen Partnerstädten auszutauschen.
„Die Stadt Kassel ist sich ihrer Verantwortung für den Klimaschutz bewusst. Unser Ziel ist es bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Die Reduktion von Lebensmittelverschwendung leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Mit der Teilnahme an der Initiative Städte gegen Food Waste möchten wir das bereits bestehende Engagement in Kassel zu diesem relevanten Thema erweitern und stärken“, sagt Christof Nolda, Umweltdezernent der Stadt Kassel, über die Teilnahme an dieser Initiative. In der Vergangenheit seien zum Beispiel Fair-Teiler und Lebensmittelspenden durch den Verein Foodsharing Kassel e. V. ins Leben gerufen worden: „Diese wichtigen Ansätze wollen wir unterstützen, ergänzen und in die breite Öffentlichkeit tragen. Zudem wollen wir weitere Maßnahmen, die im Rahmen des Klimaschutzrates der Stadt Kassel entwickelt wurden, so bei der Umsetzung fördern. Wir freuen uns daher sehr, Teil der Initiative zur Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung zu sein.“
Haupttreiber der Klimakrise: Das Ausmaß von Lebensmittelverschwendung ist groß
Lebensmittelverschwendung ist aus vielerlei Gründen ein großes Problem. Neben einer hohen Verschwendung von Ressourcen ist sie auch noch schädlich für das Klima: Laut Schätzungen der Umweltschutzorganisation WWF ist Food Waste für zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und damit ein Haupttreiber der Klimakrise. Weltweit wird mehr als ein Drittel aller Lebensmittel unnötig weggeworfen, 18 Millionen Tonnen pro Jahr alleine in Deutschland. In Hessen landen jährlich 1,4 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Umgerechnet werden 313 Kilogramm genießbare Nahrungsmittel pro Sekunde entsorgt – ob nach der Ernte, bei der Weiterverarbeitung, im Handel, im Restaurant oder in den eigenen vier Wänden.
Reduzierung von Food Waste: Warum Städte eine entscheidende Rolle spielen
Sowohl die Vereinten Nationen als auch die deutsche Bundesregierung haben es sich zum Ziel gesetzt, die Verschwendung von Lebensmitteln bis zum Jahr 2030 zu halbieren und damit der Klimakrise entgegenzuwirken. Um das zu erreichen, spielt auch das Engagement von Städten eine entscheidende Rolle:
“Städte sind bürgernah, pflegen enge Beziehungen zur Zivilgesellschaft und lokalen Unternehmen und kennen die örtlichen Gegebenheiten. Damit sind sie bestens ausgerüstet, um Food Waste auf lokaler Ebene zu reduzieren. Gerade deshalb ist es so wichtig, sie zu mobilisieren”, weiß Too Good To Go-Country Managerin Laure Berment. Über die “Städte gegen Food Waste”-Initiative sagt sie: “Wir sind stolz darauf, dass sich so viele Städte angeschlossen haben und als positives Beispiel vorangehen möchten. Ich bin sicher, dass das auch weitere Städte inspirieren wird, sich für die Lebensmittelrettung stark zu machen. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir unser Ernährungssystem umkrempeln und Food Waste nachhaltig reduzieren.”
Too Good To Go – die App zur Lebensmittelrettung
Mehr als ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet. Too Good To Go möchte alle Menschen dazu inspirieren, sich für die Rettung von Lebensmitteln stark zu machen und hat dafür eine simple Lösung parat: Die gleichnamige App verbindet Bäckereien, Restaurants, Supermärkte und andere Betriebe aus Gastronomie und Handel mit Konsumentinnen und Konsumenten, damit überschüssiges Essen auf dem Teller landet und nicht in der Tonne. Gemeinsam mit mehr als 11.500 teilnehmenden Partnerbetrieben und der Too Good To Go-Community (rund 6,7 Millionen Menschen) konnten in Deutschland bereits mehr als 11 Millionen Mahlzeiten gerettet und somit 27.500 Tonnen CO2e eingespart werden. Dafür erhielt das junge Unternehmen unter anderem im Jahr 2019 den Bundespreis „Zu gut für die Tonne“ und belegte 2021 im Innovationsranking des Handelsblatts den ersten Platz als innovativste Marke.
Darüber hinaus sensibilisiert Too Good To Go mit verschiedenen Initiativen und Kampagnen für das Thema Food Waste, zum Beispiel mit der „Oft länger gut“-Kampagne. Aktuell ist das Social Impact Business in 15 europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada aktiv. Über den eigenen Blog sowie Instagram, Facebook und YouTube versorgt Too Good To Go seine Community regelmäßig mit Tipps und Tricks sowie Informationen rund um das Thema Food Waste. Weitere Informationen unter www.toogoodtogo.de. Die Too Good To Go-App ist zum Download im App Store oder bei Google Play erhältlich.
Pressekontakt der Initiative:
Johanna Paschek, Too Good To Go
E-Mail: presse@toogoodtogo.de
Tel.: +49 179 42 65 988
Pressekontakt: Michael Schwab
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