Meldungsdatum: 06.11.2023
Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und Erster Beigeordneter, Kämmerer und Kulturdezernent Peter Wapelhorst nahmen jetzt persönlich die Schenkung im Atelier des Künstlers entgegen. „Mit dieser Schenkung kommt nun das Museum Wilhelm Morgner in den Genuss, neben vier Zeichnungen auch die so prägnante bildhauerische Seite dieses Künstlers präsentieren zu können", freuen sich beide.
Das originale „Bodenstück" besteht aus acht rechteckigen Cor-ten-Stahlplatten, von denen eine in ihrer ursprünglichen Grundform erhalten ist. Die übrigen sind rechtwinklig aufgefaltet und auf einer rechteckigen Grundform so angeordnet, dass eine rechtwinklig abknickende Raumschneise* mit progressiv aufsteigenden Seitenwangen entsteht, die bis zu einer Höhe von 2,20 Meter ansteigen. Das Original steht im Außenbereich der Mannheimer Kunsthalle. _Dieses Bodenstück enthält alle plastischen Probleme, mit denen sich Wilfried Hagebolling auseinandersetzt:
Ausgehend von einfachen Grundelementen wird ein formales System entwickelt, das den Raum gliedert, sich auf die Umgebung, den Umraum bezieht und zugleich Bewegung und Dynamik suggeriert und so den Betrachter animiert, durch Um- und Begehen der Plastik die Vielfalt ihrer Formbezüge räumlich zu erfahren. Mit diesem scheinbar einfachen Vorgang der Auffaltung von Stahlplatten konfrontiert Hagebölling den Betrachter mit wechselnden Raumsituationen, die sein Seh- und Vorstellungsvermögen immer wieder aufs Neue herausfordern*, nimmt Manfred Fath 1986 in einem ausführlichen Textbeitrag zum Katalog Mannheim Stellung zu den neuen Arbeiten von Wilfried Hagebölling.
Im Jahr ihrer Entstehung 1980 hatte die großformatige Stahlplastik zuvor an einer Skulpturenausstellung der Stadt Soest teilgenommen. Ihr Aufstellungsort war in der Gräft, vor der Grünsandsteinmauer der Stadtumwallung, in unmittelbarer Nähe der Rosengärten.
Als Modell im Maßstab 1:5 kehrt nun die Plastik nach Soest zurück. Wie auf eine feine Sandschicht gesetzt, ist das Modell der Skulptur „Bodenstück" auf eine rechteckige Fläche montiert, die Situation der Großplastik nachempfindend. „Die großartige Klarheit seiner Formensprache, der minimale Einsatz rein geometrisch gestalteter Flächen zu raumgreifenden Skulpturen, vielfach begehbar, verleiht diesen eine vom Künstler inszenierte wohlgeordnete, fast dramatische Dynamik, erläutert Dr. Annette Werntze, Leiterin des Museum Wilhelm Morgner.
Biografische Daten Wilfried Hagebölling:
1941 in Berlin geboren, verlebte Wilfried Hagebölling seine Jugendjahre in Soest. Von 1963 bis 1967 absolvierte er ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München bei Robert Jacobsen. Es folgte die Teilnahme an internationalen Bildhauersymposien der Stadte Soest (1973) und Homburg-Saar (1974). Von 1977 bis 1986 hatte er einen Lehrauftrag an der Universität Paderborn. 2022 erfolgte die Eroffnung eines eigenen Skulpturengartens am Rande der Senne bei Paderborn.
Dieser ist im Sommer an jedem ersten Sonntag im Monat öffentlich zugänglich. 2012 bekam Hagebolling den Verdienstorden des Landes NRW für gelebte Werte wie Solidarität und Zivilcourage verliehen. Er ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund und lebt und arbeitet in Paderborn
2018 fand eine große Einzelausstellung im Museum Wilhelm Morgner statt: "Wilfried Hagebolling Skulpturen und Zeichnungen".
Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer (rechts) und Erster Beigeordneter Peter Wapelhorst (links) nahmen die Schenkung des Models der „Bodenstück“ persönlich im Atelier des Künstlers Wilfried Hagebölling entgegen.
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